Ein Anime/Manga RPG-Forum, welches in einer apokalyptischen Cyberpunk/Sci-Fi-Welt spielt ...
 
StartseiteKalenderFAQSuchenMitgliederNutzergruppenAnmeldenLogin
Die neuesten Themen
» Letzte Aktualisierungen
Gestern um 6:32 pm von Cifer

» Hauptbezirk | High-City Straßen
Gestern um 4:44 pm von Lillian Mercer

» Welchen Beruf hätte der Charakter über Dir?
Gestern um 2:32 pm von Shun Oosawa

» Rhia
Gestern um 2:12 pm von Cifer

» Rosenspiel
So Dez 10, 2017 6:15 pm von William J. Lawrence

» Technischer Trakt
So Dez 10, 2017 2:36 pm von Azumi

» Vergnügungspark
Sa Dez 09, 2017 1:47 pm von Zayan

» Postpartner Suche
Di Dez 05, 2017 9:18 pm von Zayan

» [Erweiterung] Module ein- und ausklappen
So Dez 03, 2017 1:51 am von Cifer


Teilen | 
 

 Südbezirk | Down-City Straßen

Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach unten 
Gehe zu Seite : 1, 2  Weiter
AutorNachricht
Creator
Gründungsaccount
avatar

Beiträge : 125
Anmeldedatum : 29.09.14

BeitragThema: Südbezirk | Down-City Straßen   Do Aug 25, 2016 7:09 pm



In der Down-City des Südbezirkes gibt es viele Untergrundpassagen und Tunnel. Straßen sind auch oft überdacht oder laufen über die einzelnen Tunnel.
Doch gibt es auch viele Bereiche, wo man einen freien Blick nach oben hat.
Nach oben Nach unten
http://neovine-animerpg.forumieren.com
Azumi
Admin
avatar

Beiträge : 199
Anmeldedatum : 25.08.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Fr Sep 09, 2016 11:32 pm

Es war ermüdend. Sich durch die dunklen Nebengassen der Bezirke zu schleppen, da man gerade auf der Flucht vor dem Gegner war. Azumi hatte einen Auftrag gehabt, ein bestimmtes Dokument aus einer kleinen Basis der Raitas zu klauen, wobei sie auch erfolgreich gewesen war. Sie hatte sich bis zu ihrem Ziel durchgekämpft, doch als sie gerade abhauen wollte, kam Verstärkung. Und was für eine. Sie hatte tapfer gekämpft und sich verteidigt, doch irgendwann wurde es doch zu viel, sodass sie fliehen musste. Dabei hat ihr Körper sehr gelitten, doch noch mehr ihr Stolz. Wer flieht denn schon gerne vor dem Gegner, auch wenn er in der Überzahl war? Zumindest habe ich das Dokument, dachte sie zerknirscht. Sonst hätte ihr Stolz noch mehr gelitten.

Und so kam es, dass sie förmlich im Dreck herumkroch, doch so hatte sie zumindest die ganzen Androiden, auch wenn nur kleine Fische, abgehangen. Doch das tat ihren Wunden nicht gut. An Armen und Beinen hatte sie mehrere Schürfwunden und Kratzer, doch am Schlimmsten war ihre Schulter dran. Denn ein Raitas hatte sie angeschossen - ein glatter Durchschuss. Ihr Glück. So im Delirium wusste sie gar nicht, wo sie sich nun genau befand. Ob sie noch im West-Bezirk war, wo ihr Auftrag stattgefunden hat? Oder war sie in ihrem Heimatsbezirk, im Süden? Oder war sie nun vollkommen orrientierungslos und ist im Norden oder gar im Osten gelandet? Aber das sollte der Türkishaarigen egal sein. Sie musste das Dokument abgeben. Auch wenn sie dabei den Löffel abgab.

Das keine Menschenseele in den Seitengassen war, wunderte sie schon. So konnte man leicht der Polizei aus dem Weg gehen, die oft patrouillierte. Doch weiter konnte sie keinen Gedanken daran verschwenden, denn ein stechender Schmerz raubte ihr plötzlich alle Sinne. Leicht keuchte sie auf, packte sich an der Schulter, die förmlich pochte. ,,Brauche eine Pause. . .", wisperte sie, mit einem schmerzvollen Unterton. Mit letzter Kraft zog sie sich zu einer Steinmauer und lehnte sich mit dem Rücken an sie. Presste ihre Hand auf die Wunde und zog scharf die Luft ein, während sie versuchte, nicht einzuschlafen.
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Mo Sep 12, 2016 5:53 pm

FIRST POST~


Es war unüblich für die junge Dame so durch die Straßen zu wandern da sie die monotone Praxis bevorzugte. Dort war alles wie immer und es änderte sich im Grunde nie etwas, und die einzigen Leute die sie traf waren meist verletzt und standen nicht wirklich auf Smaltalk. Nun aber das Schiksal meinte es manchmal anders. So war heute wieder einer der Tage an denen bei ihrem Androiden und Lehrmeister Doc ein Problem mit den Schaltkreisen so zusetzte das er wahrlos und unkontrolliert durch die Gegend gewandert war. Und sie musste sich um ihn kümmern. Deshalb war sie, gegen ihren Willen, in der Stadt unterwegs gewesen und fand ihn völlig verwirrt in einer Sackgasse. Manchmal erinnerte dieser Haufen Blech und Altmetal sie dann doch mehr an einen demenzkranken Mann.

Jetzt waren sie ja eigentlich auf dem Heimweg, wobei sie ihn an der Hand des einzigen Armes den er noch besaß und schritt zurück zu ihrer Wohnung, während er hinter ihr her humpelt. Doch mitten auf dem Weg vernahm sie ein Geräusch aus einer Seitengasse. Bei genauerer Betrachtung sah sie eine Fraubdort im Dunkeln, und es wirkte nach Arbeit. Sofort schritt sie auf diese zu und wollte sie schon anstuppsen mit dem Fuß, da deutete der Androide stumm auf ihre Schulter auf der ihre Hand lag."Miss.. alles ok? Fragte dieser nun während Seynahr ihre Schulter unter die Lupe nahm."Du dummer Blechhaufen selbst ich sehe das es ihr gar nicht gut geht, ich vermute mal sie macht es nicht mehr lange bei dem Blutverlusst, gebe ihr... 2 Stunden maximal" Sie war so kalt wie das Metal ihres Armes und genauso mitfühlend als sie die Hand der Fremden von der Wunde riss
Nach oben Nach unten
Azumi
Admin
avatar

Beiträge : 199
Anmeldedatum : 25.08.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Di Sep 13, 2016 4:37 pm

Mehr bewusstlos als wach saß Azumi nun einige Minuten da, an die Mauer gelehnt. Doch für sie kamen diese mehr wie Stunden vor, den der Schmerz, der von ihrer Schulter ausging, ließ ihren Körper etwas taub anfühlen, sodass sie auch angestrengt versuchte, die an Ort und Stelle einzuschlafen. Die Müdigkeit übermannte sie immer wieder, doch vorher musste sie das Dokument bei der Basis abliefern, so war ihr Gedanke, der sie wach hielt. So bekam sie auch nur vage mit, wie sich ihr Schritte näherten, die einen klangen weich, die anderen metallisch. Als sie dann noch eine Stimme vernahm, welche einen blechernen - nein, einen rostigen Klang hatte, hob sie leicht den Kopf an und versuchte mit zusammengekniffenem Auge etwas zu erkennen. Denn durch den Schmerz sah sie leicht verschwommen.

Nach konzertiertem hinsehen erkannte sei einen Androiden, der mehr wie eine zerdepperte Blechkiste wirkte und sie sorgevoll, wenn man es so bei einem Androiden bezeichnen konnte, an. ,,R-Raita-? ARGH!", ihre Stimme klang zunächst leise und zittrig, als sie sich erkundigen wollte, ob ein Mitglied der Raitas vor der Türkishaarigen stand. Doch als jemand ihre Hand von ihrer Schulterwunde wegriß, durchzuckte ein starker Schmerz blitzartig ihren Körper, sodass sie kurz aufschreien musste.

,,Gnarv. . .", stöhnte sie einmal, bevor sie ihren Kopf an die Wand lehnte, um so in die andere Richtung zu sehen. Zu schwach wäre sie momentan, um diesen selbstständig stützen zu können. Nun entdeckte sie eine junge Frau, mit rotrosanem Haar, welche mit strengen Ton den dritten in der Runde etwas sagte und genauso streng ihre Wunde musterte. Anhand der Worte, die diese sagte, klang es so, als ob diese sich mit Verletzungen auskannte. Ob diese Ärztin war oder sich zumindest etwas in der Kunst der Heilkunde verstand? Da sie die Situation nicht ganz einschätzen konnte, wollte sie eigentlich nichts sagen, doch dann kam ihr wieder ihren Auftrag in den Sinn. Deswegen erhob sie, auf wenn nur leise, ihre Stimme: ,,Wenn du dich mit Wunden auskennst, wäre es echt nett, wenn du meine behandeln würdest. . ."
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Sa Sep 17, 2016 6:20 pm

Natürlich sind wir Raitas und werden dich nun verarzten, sei mal ehrlich.. würden wir dich dann ohne weiteres hier behandeln?" Seyhnar schüttelte den Kopf, dieses Mädchen hatte ein Problem mit der Wahrnehmung und das logische Denken hatte wohl auch den Geist aufgegeben. Naja das lag wohl am Blutverlust, und wenn nicht dann war ein tiefer Eingriff fällig.
Seyhnar riss nun aber erst einmal ein Stück Stoff aus der Kleidung des Androiden um die Wunde soweit zu verbinden das die Blutung größtenteils gestoppt war. Dann richtete sie sich auf und sah zu der jungen Dame herab. Irgendwie musste musste sie sie transportieren.. doch wie? Tragen konnte sie diese nicht, dazu hatte Seyhnar nicht die nötige Kraft und Doc zu wenige Arme.
Die einzige Möglichkeit die ihr einfiel war das man sie stützte und zu einer Praxis brachte, doch würde die junge Dame dies überhaupt schaffen? Seyhnar hatte nämlich wenig lust eine Tote mit sich herum zu tragen oder gar mit einer erwischt zu werden.
Aber es viel ihr keine andere Lösung ein, weshakb sie das Mädchen stützte und sich zur nächsten Praxis begab.

Tbc: Südbezirk | kleine Praxis
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Mi März 22, 2017 1:09 am

Cf (verspätet): Südbezirk | Kleine Praxis

Noch immer im Wagen sitzend, brach in diesem ja fast ein Spektakel aus. Nach Tassiters Vorschlag über das neue Augen-Implantat, griff Azumi Johns Hände und drückte sie fest, über das ganze Gesicht freudestrahlend. Tassiter konnte darüber nur herzlich lachen. "Nicht doch, nicht doch. Nun beruhigen Sie sich erstmal, junge Dame."

Ihm machte es eine ganz eigene Freude, die restlichen Scamaton zu unterstützen. Es kam schon mal vor, dass manche von ihm einen neuen Arm, Bein, oder gar innere Organe ersetzt bekommen hatten. Da bei der türkishaarigen die Sache mit dem Auge schon lange anhielt, wurde es nun auch mal höchste Zeit, da etwas zu machen. Immerhin bekam er sie ja nicht gerade oft zu Gesicht, da konnte man schon mal die Gelegenheit beim Schopfe packen. Als sie auf die Kosten zu sprechen kam, blickte er sie noch weiterhin an. "Nun.. machen Sie sich darüber mal keine Gedanken." Weiterhin war das freundliche Lächeln auf seinem Gesicht. "Für Sie entstehen keine weiteren Kosten. Ich sehe das ganze nicht als eine Ausgabe meinerseits, eher als eine.. Investition. Wir vertreten immerhin die gleichen Interessen, auch wenn ich nicht mehr im.. aktiven Dienst bin, wie man so sagt." Ein kurzes Nicken folgte und Tassiter verschränkte die Arme hinter seinem Nacken, saß gemütlich auf der Bank des Fahrzeuges, welches doch dann nach kurzer Zeit langsamer wurde und zum stehen kam.

"Mr. Tassiter? Wir haben ein kleines Problem.", kam es vom Fahrer. "Jaa.. ich sehe schon." Sie haben weitere Patroullien aufgestellt..? Gar nicht dumm. Sie sind noch immer hinter ihr her. Die Scheiben des Wagens waren getönt, man konnte also von draußen nicht hereinsehen. Vor dem Wagen stand ein Sicherheitsandroide der Raitas, welcher jenen angehalten hatte. Ein weiterer kam aus der Seitenstraße, ebenfalls zum Wagen, auf der Seite, auf der John saß.

"... Fräulein Azumi, ich bitte Sie, im Wagen zu bleiben. Man könnte sie im schlimmsten Fall vielleich identifizieren. Und für.. Konflikte ist ihr Körper noch nicht erholt genug. Bleiben Sie einfach ruhig hier, wir werden bald weiterfahren." Mit diesen Worten stieg der wohlhabende Mann schließlich ruhig und gelassen mit seinem Spazierstock aus dem Wagen, den Zylinder noch mit einer Hand aufsetzend und richtend. Die beiden Androiden warteten bereits auf ihn und sahen zu ihm herüber. "Aahhh die schützende Hand der Regierung.. wie kann ich Ihnen helfen? Sie haben meine Spazierfahrt unterbrochen." Lächelnd trat er ihnen gegenüber und stützte sich schließlich beim Stehen leicht auf seinen Stock, den er vor sich hielt.
Nach oben Nach unten
Azumi
Admin
avatar

Beiträge : 199
Anmeldedatum : 25.08.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Mi März 22, 2017 9:29 pm

Azumi war dem Bärtigen grundauf dankbar. Dieser sprach zwar, dass für sie keine Kosten entstehen würden, doch wollte sie sich gerne irgendwann mal revanchieren. Das stellte sie für sich jetzt schon fest. Denn auch wenn dieser es so rüberkommen ließ, als wäre es eine Selbstverständlichkeit, war es aus ihrer Sicht eine große Sache. Sie würde John dafür lange dankbar sein. Auch, sollte das mit der Prothese nicht klappen. Der Versuch und der Gedanke war es, der zählte.

Doch bevor die Hauptmann darauf bestehen konnte, dass sie sich mal dafür revanchiert, trat ein kleines Problem auf. Dies war ganz und gar nicht gut. Was, wenn sie nun von den Raitas erwischt werden? Dies hieße nicht nur, sie selbst wäre ertappt, sondern dann stände auch John unter Verdacht und so könnte seine ganze Tarnung auffliegen. Dies wäre ein mehr als großer Verlust für die Scamaton. Zudem würde sie ihn mit in die Sache hineinziehen, würde sie sich dies niemals verzeihen können.

Nach draußen spähend, hörte sie den Worten den Älteren zu. Bald weiterfahren. . . hoffentlich würde dieser Recht behalten. ,,Ist gut", sprach sie nickend, während sie den Blick wieder zu ihm wand, bevor er ausstieg. Kurz blickte sie dem Mann nach, wie dieser zu den Androiden ging und begann zu reden, ehe sie sich selbst nochmals im Wagen umblickte. Was, wenn der Wagen durchsucht werden sollte? John meinte, sie solle nicht aussteigen, worauf Azumi auch hören würde. Doch dann würde sie im Auto gefunden werden. Sie dachte nach. Sie bräuchte ein Versteck, sollte es zur Durchsuchung kommen. Doch wo sollte man sich hier verstecken können? Ab und an sah sie hinaus, während sie den Innenraum genau unter die Lupe nahm. Vielleicht gab es ja irgendwo ein Geheimfach?

_________________
Nach oben Nach unten
Gast
Gast
avatar


BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Mi März 29, 2017 2:01 pm

Als John vor dem einen Androiden stand, kam der zweite ebenso zu diesem herüber. Er betrachtete die beiden, welche nicht gerade dem neuesten Modell entsprachen, aber trotzdem bestens für einen Polizei-Job gerüstet waren. Sie trugen elekrische Schlagstöcke und jeweils eine Handfeuerwaffe, die zwischen einen lähmenden und auch einem tödlichen Plasmaschuss umschalten konnte. Für den Fall der Fälle, man wusste ja nie, was für ein Verbrecher ihnen begegnete.

"Analysiere.", kam es von einem der Androiden. Ein kleiner Lichtstrahl schien kurz über Johns Gesicht zu fahren, von oben nach unten, dann wieder hoch, worauf ein kurzes piependes Geräusch von dem metallischen Humanoiden durchdrang. "Tassiter, John. Inhaber der Tassiter Corporation. Bestätigt." Auch der zweite Android sah nun den schnurrbärtigen Mann an. "Mr. Tassiter. Wir sind zurzeit in diesem Gebiet auf der Suche nach einer jungen Agentin. Sie steht stark in dem Verdacht, den Scamaton anzugehören und stahl private Unterlagen. Sie dürfte hier entlanggekommen sein. Haben Sie sie gesehen?"

Johns Blick wanderte kurz zwischen den beiden hin und her. Danach folgte nur ein kurzes Blinzeln. "Hmm.. eine Scamaton vermutlich..? Nun ja, natürlich sehe ich hier ab und an ein paar Leute. Jung, sagen Sie? Hmm.. ja.. Ja ja, da war eine recht junge Frau gewesen." Er schien kurz nachzudenken, bevor er einfach einen Schritt an den Polizei-Androiden vorbeiging, in Richtung der Gasse. "Ja, ich erinnere mich. Sie ist hier entlang! Kommen Sie, mit etwas Glück erwischen Sie sie noch!" Nun beschleunigte er seine Schritte und verschwand schließlich hinter der nächsten Ecke. "Mr. Tassiter, warten -", weiter kam der Androide nicht. Beide setzten sich jetzt in Bewegung und folgtem dem Mann in die Gassen. Vermutlich hofften sie, dass er Recht behielt und sie wirklich zu der Flüchtigen führen konnte.

Ein paar Minuten vergingen. Abseits der Straße, auf der der Wagen geparkt hatte, in einem Gassensystem, stand John und blickte sich ruhig um. Die beiden Androiden liefen noch hinter ihm her und kamen dann schließlich zum stehen. "Der Weg spaltet sich. Verfolgung erschwert sich.", kam es von einem der beiden. Sie gingen an John vorbei und blickten sich ebenso nun vor ihm um, den Rücken zu ihm gewandt, die Hand stets in der Nähe des Schlagstocks. Mit stummen Blick und emotionslosen Gesichtsausdruck betrachtete er die beiden noch von hinten, bevor sein Blick für eine Sekunde über die Gegend wanderte. Das reicht schon aus, um festzustellen, dass hier keine Kameras waren... wie er es schließlich geplant hatte. Aus seiner Schuhspitze fuhr nun langsam eine Klinge aus, still und leise. Seine linke Hand wanderte in eine Westentasche, die rechte war noch immer auf dem Griff seines Spazierstocks.

Der Rest passierte im wahnsinnig hohe Tempo. Die linke Hand schnellte hervor und warf einen kleinen Gegenstand, nicht größer als eine kleine Batterie, zwischen die Köpfe der Androiden. Ein kleiner Blitz, welcher sich an den metallischen Köpfen entlud, nicht stark genug um ernsthafte Schäden hervorzurufen, aber ausreichend, um die Kommunikationsantennen durchbrennen zu lassen. Noch während er warf, schnellte sein Fuß nach oben, die Klinge löste sich und entpuppte sich nun als ein dünnes Messer samt Griff, welches er schnell mit der nun freien Hand auffing und geschickt in den Hinterkopf des linken Androiden rammte. Der Totalausfall war somit schon eingeleitet. Der letzte Polizeiandroide drehte nun seinen leicht rauchenden Kopf herum und holte den Elektro-Stunner hervor, aktivierte ihn und schlog sofort von oben auf den Mann ein. Doch Tassiter reagierte wieder viel zu schnell. Noch bevor der blitzende Stab seinen Zylinder berührte, war das metallische Handgelenk vom Regenschirm-artigen Griff des Spazierstockes umwunden und wurde zur Seite gezerrt. Der Android, verwirrt, schlug ins Leere. Kurz führte John die linke Hand wieder zu seiner Gürtelschnalle und aktivierte sie, während er mit ihr etwas nach oben zielte. Ein Wurfhaken schoss hervor, schnellte eine Hauswand hoch und zerrte ihn an einem stabilen Drahtseil sofort hinterher.. samt den Androiden, der noch immer von dem Griff am Gelenk gefangen war.

Beide flogen hoch, der Hauswand entlang und John bemühte sich mit aller Kraft, den schweren Androiden etwas von sich entfernt zu halten... aus gutem Grund. Ein massives Stahlrohr mit dem Durchmesser von gut einem Meter, ragte von der einen Hauswand zur anderen. Der Android sah nur noch kurz nach oben... bevor sein Kopf an dem besagten Rohr zerschellte und durch die Geschwindigkeit beim Aufprall zertrümmert wurde. Der Griff vom Spazierstock löste sich und mit einem weiteren Totalschaden gesegnet krachte der Metallkörper auf den Boden. John blickte noch kurz nach unten, bevor er, am Dach des Hauses angekommen, den Haken löste und sicher mit beiden Beinen dort aufkam. "Puh.. die werden auch immer schwerer." Kurz dehnte er seine Schulter etwas, mit der er den Androiden heraufgezerrt hatte, bevor er sich auf den Weg zur Straße machte, über die Dächer.

"Seien Sie unbesorgt, er wird bald wieder da sein.", kam es vom Fahrer des Wagens. Noch immer parkte er mit der Scamaton auf der Rückbank, auf seinen Chef wartend. Und der beeilte sich. Plötzlich schwang er sich wieder am Haken herunter auf die Straße, vor den Wagen kam er mit hohem Tempo auf und bewegte seine Beine rasch, nur um schnell genug zu entschleunigen, bevor er noch gegen den Wagen stolperte. Seinen Zylinder mit einer Hand richtend, mit der anderen wieder locker den Stock haltend, ohne ihn aufzusetzen, ging er wieder zur Tür des Vehikels, um sie zu öffnen und einzusteigen. "...Sssso. Das war es auch schon. Wir können weiter." Ohne einen Kommentar, nickte der Fahrer einfach wieder und der Wagen setzte sich in Bewegung. John sah ruhig aus dem Fenster noch einmal in die Gasse, bevor sie sein Blickfeld verließ.
Nach oben Nach unten
Azumi
Admin
avatar

Beiträge : 199
Anmeldedatum : 25.08.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   So Apr 16, 2017 11:08 pm

Immer wieder blickte die Türkishaarige aus dem getönten Fenster, in Richtung von John und den beiden Androiden, mit welchen er sich inzwischen zu unterhalten schien. Auch, wenn es wirklich so schien, als würde er diese Situation gerade biegen und nichts geschehen, war sie dennoch nervös. Es konnte schnell was aus dem Ruder laufen. Auch, wenn John überzeugend war, könnten die Raitas trotzdem alles inspizieren wollen. Gerade, als sie unter die Sitzbank fasste und einen kleine Nische mit einem Knopf vernahm, was sie sehr freute, vernahm sie im Augenwinkel etwas. Daher blickte sie schnell wieder hinaus und sah nur noch, wie der Unternehmer, gefolgt von den anderen beiden, weglief. Zunächst erschrocken darüber, war sie erst alarmiert, beruhigte sich aber schnell wieder. Sie jagen ihn nicht. Das sähe anders aus. . . er lockt sie davon.

Auch, wenn die Raitas nun aus der Sichtweite waren und Azumi nun problemlos hätte aussteigen können, um einen Fluchtweg zu suchen, ohne weiterhin John und seinen Fahrer zu gefährden, blieb sie weiterhin im Auto. Schließlich hatte der Ex-Assassine sie darum gebeten. Und sie vertraute ihm. Also blieb sie, brav, wie ihr befohlen wurde. Eine Zeit lang sah sie weiterhin aus dem Fenster, dahin, wohin die drei Gestalten verschwunden waren. Doch es tat sich nichts mehr. Es war ziemlich still - wenn man vom üblichen Down-Citybetrieb absah. Es waren inzwischen einige Minuten verstrichen. Und dies war alles andere als entspannend.

Bei den Worten nett gemeinten Worten des Fahrers hin, seufzte sie leise. Er hatte recht. Zumindest hoffte sie es. Diese Situation war echt zum Verzweifeln. ,,Ich verstecke mich besser trotzdem mal", murmelte sie, nicht wissend, ob der Fahrer sie nun gehört hatte. Sich an die Nische mit Knopf am Erinnern, tastete sie erneut unter der Sitzbank herum, bis sie ihr kleines, leicht übersehbares, Ziel gefunden hatte. Leicht lächelnd betätigte sie den Knopf, mit großer Hoffnung, die auch zum Glück in Erfüllung ging - die Sitzbank gab ein leises Klicken von sich und ging einige Zentimeter in die Höhe. ,,Yes!", gab sie leise von sich und klappte den Sitz nun vollkommen nach oben, wodurch sich nun ein Geheimfach offenbarte. Es war nicht sehr groß. Doch groß genug, dass Azumi hineinpasste. Oder sich ehr hineinquetschte. Irgendwie.

Und so tat sie es auch, sie kletterte etwas unbeholfen ins Fach und machte sich ganz klein. Irgendwie schaffte sie es dann noch, den Sitz wieder herunter zu klappen. Hoffentlich ersticke ich her drinnen nicht. . ., dachte sie noch, ehe sich das Licht verabschiedete. Nun vollkommen von der Dunkelheit und Enge umgeben, wartete die Hauptmann ab. Erneut verstrichen einige Minuten, bevor sich etwas tat. Die Autotür und eine vertraute Stimme waren zu vernehmen, gleich gefolgt vom Start des Auto's. John war wieder da! Und hatte sich offensichtlich hingesetzt, dann gleich kam ihr die 'Decke' minimal näher. Und da sie nun sicher waren, wollte sie auch raus. ,,Ehm, Mister Tassiter?" Sie würde ja klopfen - doch konnte sie im engen Raum kaum ihre Arme bewegen. ,,Mister Tassiter?! John?!", sprach sie dann etwas lauter und stieß leicht mit dem Knie gegen den Sitz. Es wunderte sie gerade schon etwas, dass dem Mann ihre Abwesenheit nicht aufgefallen war.

Doch irgendwann nach drücken und treten öffnete sich schließlich wieder das Geheimfach. Etwas perplex hob sie ihren Kopf aus dem Sitz und sah zu John, welcher auf dem Sitz ihrem gegenüber saß. ,,Ah, da sind Sie ja!", sprach die Türkishaarige mehr als erleichtert. Der Akt der darauf folgte war auch wieder etwas haarstäubend, denn schälte sie sich aus dem engen Sitz. Die letzten Zentimeter ploppte sie förmlich heraus und landete erstmal unsanft auf dem Hintern. Sich das Gesäß haltend seufzte sie erleichtert. ,,Puuh. . . ich dachte schon, ich stecke da jetzt fest." Da das Auto am Fahren war beeilte sie sich doch, klappte den Sitz wieder hinunter, wodurch das Geheimfach wieder verschwand. Schließlich setzte sie sich wieder hin und hielt sich die Schulter, welche nach der Aktion etwas schmerzte. Zugegeben, dies war keine gute Idee für ihre Wunde gewesen - aber sie schien noch geschlossen zu sein, also ging es.

Schon bald endete die Fahrt, auf Bitte von Azumi. Zwar war ihr Ziel noch ein oder zwei Straßen entfernt, doch wollte sie John und Chauffeur nicht noch weiter unnötig in Gefahr bringen. Als das Auto zu stehen kam, wand sie sich lächelnd an den Älteren und verneigte sich: ,,Ich bin Ihnen aufrichtig dankbar, Mister Tassiter! Gerne würde ich es wieder gut machen, doch sollte ich zunächst meinen Auftrag zu Ende bringen. Von daher - benachrichtigen Sie mich immer, wann Sie mich benötigen, ich tu dann mein Bbstmöglichtest!" Mit den Worten übergab sie dem Bärtigen noch ihre Kontaktdaten vom Messenger, ehe sie sich noch mit einer Neigung zum Chauffeur mit einem: ,,Auf wieder sehen~", verabschiedete. Aus dem Auto ging betrat sie einen geheimen Weg zur kleinen Basis, welche für die nötige Sicherheit sorgte.

In der Basis angekommen überreichte Azumi die Dokumente dem Empfang, damit sie richtig weitergeleitet wurden. Anschließend musste sie noch einige Dokumente ausfüllen - wovon sie eigentlich kein so großer Fan ist, es aber ertrug - bevor sie so zufrieden den Auftrag abschloss.

Tbc: Azumi verlässt Südbezirk | Down-City Straßen

_________________


Zuletzt von Azumi am Di Mai 30, 2017 8:54 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Post erweitert, da Postpartner archiviert)
Nach oben Nach unten
Hakurai
Mitglied
avatar

Beiträge : 18
Anmeldedatum : 27.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Mi Aug 30, 2017 10:48 pm

~ First Post ~


Der Gestank der Stadt war herrlich und widerlich zugleich. Tausend verschiedene Gerüche verschiedener Waren, Gerichte, Menschen, sogar Tiere strömten auf seine Sinne ein, ebenso wie Stimmen, der Klang von Arbeitenden, Schritte, das Donnern entfernter Passagierzüge und anderer Fortbewegungsmittel. Haku hatte es nicht eilig und genoss den leisen Schwindel, dern die vielen Eindrücke hinterließen bereits wenige Minuten, nachdem er sich vom Crafty Tube aus auf den Weg in die Down City gemacht hatte. Ohne Eile, aber mit Ziel, wobei man auch hier nicht von einer Verabredung sprechen wollte. Derjenige, den er besuchen wollte, wusste nichts von dem spontanen Ausflug nach Neovine seitens des Mutanten ... wobei es diesen wenig verwundern würde, wenn doch.  
Der Seneschall der Hazardlands war auf direktem Weg hergekommen, die Haare fast noch völlig weiß und halb zurückgebunden. Die weite, bequeme Kleidung verbarg nicht nur die überreizten Ohren unter einer Stoffkapuze, sondern auch die Beine – in normalen Jeans wäre das zusätzliche Gelenk eines Zehengängers sicher aufgefallen, und in normalen Schuhen die breiten Pfoten. Kleider machten Leute, und das machte es einem verdammten halben Fuchs tatsächlich möglich, sich zu überlegen, wo und was er in der Down City zu futtern haben wollte. Er musste nur aufpassen, nicht zu sehr zu grinsen und damit seine scharfen Fangzähne zu zeigen, alles andere ließ sich ja noch halbwegs rechtfertigen oder verstecken.

Letztendlich hatte er sich für einen komischen Teigkloß mit Fleischfüllung entschieden, da es zu seltsam wäre rohes Fleisch in der Öffentlichkeit zu mampfen. Das hier schmeckte ihm zwar nicht so sehr wie jenes, aber es war in Ordnung und füllte den Magen, zumal die Papiertüte es schaffte, seine Fänge zu verhüllen beim Abbeißen. Während des Essens lief er weiter, oder schlenderte eher, und sah sich dabei um, darauf achtend ob er irgendwelche Gesprächsfetzen aufschnappte. Den nicht mit Essen belegten Arm ließ er locker an der Elle auf dem Katana an seiner Taille ruhend, hatte auch keine Scheu sein Statussymbol offen bei sich zu tragen. Zumindest hier unten war das kein Thema. Mit der Selbstverständlichkeit, als gehöre all das hier bereits ihm, schritt er voran, und ging auch davon aus dass man ihm auswich – was in der Regel auch der Fall war, zumal Haku sich am Rand bewegte, wo nicht allzu viel Betrieb war außer bei den Ständen. Jedes Mal gab es was neues zu entdecken, oder er erinnerte sich nur nicht mehr an alles, aber nur selten hielt er an. So vieles davon gab es in den Hazardlands nicht, und der Mutant überlegte jedes Mal, was er mit seinen begrenzten Kapazitäten mitnehmen sollte. Manchmal was für die Nachkommen, manchmal für sämtliche Kiheda, manchmal für sich selbst, was ihm halt gerade geniales vor die Nase kam. Die Fusselbürsten vom letzten Besuch jedenfalls hatten für großen Zuspruch gesorgt, vielleicht fand sich diesmal etwas vergleichbar gutes?

Dress-up:
 
Nach oben Nach unten
Charlotte Ives
Mitglied
avatar

Beiträge : 23
Anmeldedatum : 21.11.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Do Aug 31, 2017 8:32 pm

~ First Post ~


Der Wecker des kleinen Mädchens hatte heute Morgen schon sehr früh geklingelt. Sie hatte den ganzen Tag zwar frei, aber da sie diese freie Zeit nicht verschlafen wollte, stand sie zur gewohnten Zeit auf. Nachdem sie sich aus dem Bett gequält und angezogen hatte, ging sie hinunter ins Café und machte sich wie gewohnt einen warmen Kakao, den sie dieses Mal aber mit in ihr Zimmer nahm. Denn auch wenn sie heute nicht arbeiten musste, hatte das gemütliche Lokal geöffnet. Und da man sie dort mittlerweile schon kannte, war es nicht unwahrscheinlich, dass man auch erwartete von ihr bedient zu werden.
Während sie ihren Kakao trank, überlegte sie ununterbrochen, was sie mit dem Tag wohl anstellen würde. Doch da ihr nichts einfiel, zog sie sich einfach an und verließ kurzerhand das Haus. Vielleicht könnte sie die Scamaton mal wieder besuchen? Ihr Vater hatte es ihr zwar verboten, doch vielleicht konnten sie ihr da etwas über dessen Verbleib sagen… Mit einem leichten Kopfschütteln verdrängte sie diesen Gedanken ganz schnell wieder. Denn wie ihre Mutter so schön sagte: „Den Mistkerl interessiert doch nichts außer seine Arbeit.“ Natürlich glaubte sie ihr das anfangs nicht. Aber da Lottie nicht verstehen konnte, warum niemand etwas über ihn wusste, oder es einfach nur nicht verriet, war das die einzig logische Erklärung. Auch wenn sie wehtat.

Kaum hatte sie das Haus verlassen, kniff sie die Augen kurz zusammen, bis sie sich an das helle Sonnenlicht gewöhnt hatten. Der strahlend blaue Himmel zauberte Charlotte sofort ein Lächeln auf die Lippen und die düsteren Gedanken waren wie fortgeweht. Langsam setzte sich das Mädchen in Bewegung. Ein besonderes Ziel hatte sie nicht, also lief sie einfach durch die Straßen der Down-City und beobachtete die Menschen. Genauso, wie sie es sonst vom Fenster der Scamatonbasis getan hatte.

Nach einer ganzen Weile, die Sonne stand mittlerweile hoch am Himmel, sah das Mädchen auf ihre kleine Armbanduhr. Und diese bestätigte sie in dem Gedanken, dass es wohl langsam Zeit fürs Mittagessen wurde. Doch was sollte sie essen? Die braunen Augen wanderten über die vielen Angebote an den Ständen und konnten sich einfach nicht entscheiden. Alles davon sah lecker aus.

In Gedanken vertieft, bekam sie die große Gestalt, die auf sie zukam erst im letzten Moment mit und wich zur Seite. Sofort fiel ihr der Teigkloß in dessen Hand auf. „Wie schmeckt das?“, fragte sie, den Blick nach oben gerichtet. „Ich kann mich einfach nicht entscheiden, was ich essen soll…“ Ein leises grummeln war aus ihrem Magen zu hören und das Mädchen hielt sich schnell die Hand auf diesen, als würde es die Geräusche unterdrücken.
Nach oben Nach unten
Hakurai
Mitglied
avatar

Beiträge : 18
Anmeldedatum : 27.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Do Aug 31, 2017 11:18 pm

Ein bisschen ärgerte es Haku, nicht doch ab und an einen weiteren Mutanten oder normalen Kiheda aus den Hazardlands mit hierher zu nehmen, oder insbesondere jetzt gerade, dass er niemanden mitgenommen hatte. Seine Zweitälteste war aus dem Alter schon raus, aber vielleicht wurde es langsam Zeit, seinem Zweitjüngsten die Gepflogenheiten der Menschen zu zeigen, so wie seine eigenen Eltern es ihm beigebracht hatten. Nur ob Neovine dafür der richtige Ort war? Die Zeiten hatten sich geändert, doch trotz allem war es für Mutanten in den Wastelands oder Greenlands … oder eigentlich überall sicherer als hier. Vielleicht für spätere Lehrstunden, und dann konnte man mit zwei Leuten auch mehr wieder nach Hause schleppen. Im Crafty Tube fand sich immer ein wenig Kapital dafür, und im Zweifelsfall war Haku nicht gerade abgeneigt, sich von unfreiwilligen Spendern Geld zu beschaffen. War in diesem Fall nicht nötig, für Essen reichte es, aber alles weitere hing davon ab was er sonst noch entdeckte als potentielles Mitbringsel. Der Preis spielte keine Rolle – teurer als ein paar wertlose Leben konnte es nicht werden.

In Gedanken etwas versunkener als gedacht bemerkte auch er das gerade noch ausweichende Hindernis relativ spät, und hätte es vermutlich auch glatt ignoriert. Schließlich war nichts passiert und er selbst musste nicht einmal verlangsamen, da das Hindernis von allein verschwand, aber als es anfing zu sprechen, guckte er dann doch mal hin und verbot seinen Ohren, sich unter der Kapuze aufzurichten. Angewohnheit.
Konnte noch nicht besonders alt sein, das nach Mensch riechende Kind – Haku war nicht sonderlich gut darin, Alter einzuschätzen, Mutanten wurden nicht so schnell groß wie Nichtmutanten, doch immerhin war er sich bei dem „sehr jung“ recht sicher. Zierliches Ding, wirkte als könne man sie in der Mitte durchbrechen, und mit dieser interessanten Haarfarbe, die ein wenig an Sonne erinnerte. Das Meiste an Kleidung war für ihn eh seltsam, daher maß Haku dem keine Beachtung bei, schnupperte aber unauffällig und fand, dass sie ein bisschen roch wie diese Häuser, vor und in denen man sitzen und etwas essen und trinken konnte. Vielleicht hatte sie aber auch nur dort gefrühstückt, keine Ahnung. Was wollte sie noch gleich?
Der Seneschall kaute erst einmal weiter, war aber immerhin stehen geblieben und neigte leicht den Kopf zur Seite, dann hielt er ihr einfach die Papiertüte mit dem halb aufgegessenen Ding (dessen Namen er sich nicht gemerkt hatte) hin. War er schmerzfrei, selbst wenn die Kleine todkrank wäre – immerhin waren Mutanten weit zäher als Menschen. Was auch immer diese für Seuchen hatten.
„Nach nichts Besonderem. Nimm.“, antwortete er nur, nachdem der Bissen heruntergeschluckt war. Es war Teig, ähnlich wie bei einem Hefeteig, der nach nichts schmeckte, und darin eine Art Hack aus Schinken mit irgendeiner Soße, dass es wohl nicht zu trocken wurde. Nicht zu stark gewürzt, sodass er es auch runterbekam, aber so toll war es nun auch nicht, weshalb er ohne Scheu teilte. Es wäre nämlich zum Scheitern verurteilt, zu versuchen irgendwie Geschmack zu beschreiben … immerhin mochte jeder andere Sachen, oder? Haku unterdrückte den Reflex, sich zu putzen, und wischte sich stattdessen nur mit dem Handrücken über den Mund. Ihm relativ egal ob er die Reste von dem Ding wiederbekam oder nicht, eigentlich wollte er nicht, der gröbste Hunger war gestillt und er gönnte sich später lieber was Ordentliches. Also nahm er seinen schlendernden Gang wieder auf und setzte seinen Weg in Ruhe fort, würde sich ja zeigen ob der Kleinen das schmeckte oder nicht.
Nach oben Nach unten
Charlotte Ives
Mitglied
avatar

Beiträge : 23
Anmeldedatum : 21.11.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Fr Sep 01, 2017 4:05 pm

Langsam begann der Himmel, sich etwas zuzuziehen. Die Sonne versteckte sich nach für nach immer mehr hinter den dunkler werdenden Wolken und ein kühler Wind setzte ein. Sie sah den Größeren unsicher an, während sie die Arme leicht um ihren Oberkörper schlang, um sich etwas vor dem Wind zu schützen. Offensichtlich hatte ihr Gegenüber ein Ziel gehabt, zumindest hatte es auf Anhieb nicht den Anschein gemacht, dass er vorhatte, stehen zu bleiben. Doch zu ihrer Überraschung blieb er nach einem weiteren Schritt wirklich stehen und neigte den Kopf leicht zur Seite, während er sie musterte. Charlotte war das ganz etwas unangenehm und als sie das Katana an seiner Taille bemerkte, trat sie lieber einen Schritt zurück. „Es tut mir leid, ich wollte Sie nicht aufhalten…“
Erst jetzt musterte sie ihn etwas genauer. Irgendwie war diese Kleidung doch relativ… ungewöhnlich. Zumindest gab es nicht besonders viele Menschen, die Charlotte je ähnlich gekleidet gesehen hatte. Und wenn, dann hatte sie diese nur in der Nähe des Hauptbezirks gesehen. Doch vielleicht kam er ja auch aus dem Hauptbezirk und war grade auf dem Rückweg. Nachfragen wollte das Mädchen lieber nicht, denn das ginge sie ja sowieso nichts an.

Charlotte musterte den Teigkloß kurz, bevor sie ihn etwas zögerlich in die Hand nahm. „Das ist wirklich sehr freundlich, aber ich habe selbst Geld dabei.“ Außerdem soll ich von Fremden kein Essen annehmen…, fügte sie noch in Gedanken hinzu und wollte die Papiertüte zurückgeben, doch der ungewöhnlich gekleidete Mann setzte sich schon wieder in Bewegung.
Nicht so recht wissend, was sie jetzt tun sollte, folgte sie ihm. Allerdings ging sie auf der Seite, wo er nicht die Waffe trug. Nur aus Sicherheit, auch wenn es sehr unwahrscheinlich war, dass sie jemand auf offener Straße angreifen würde. Doch man konnte ja nie wissen, was im Kopf der Menschen so vor sich geht. Falls dieser Mann überhaupt ein Mensch war. Von ihrem Vater hatte sie schon oft gehört, dass man manche Androiden oder auch Cyborgs mittlerweile gar nicht mehr als diese erkennt. Also ging das Mädchen lieber etwas vorsichtiger vor, um sich nicht unnötigen Gefahren auszusetzen. Nicht zu allerletzt, weil es niemanden mehr gab, dem ihr Verschwinden überhaupt auffallen würde.

„Ich möchte Ihnen das Essen wirklich nicht wegnehmen, das war nicht meine Absicht.“ Sie hielt dem Größeren den in eine Papiertüte eingewickelten Teigkloß wieder vor die Brust und hoffte, dass er es jetzt noch zurücknehmen würde. Denn sie selbst wollte es lieber nicht essen, aber um es wegzuwerfen, war es auch zu schade.
Die Wolken am Himmel sind mittlerweile so grau geworden, wie die Straße auf der sie stehen. Die ersten Tropfen fielen aus den Wolken und einige der Passanten liefen eilig weiter, während die Standbesitzer schnell damit begannen, ihre Ware zu verstauen.
Nach oben Nach unten
Hakurai
Mitglied
avatar

Beiträge : 18
Anmeldedatum : 27.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Fr Sep 01, 2017 11:14 pm

Wirklich süß, diese sogenannten Wetterwechsel innerhalb einer größtenteils überdachten Stadt, die nicht ständig von Erdbeben, Tornados, Hitzewellen oder Sandstürmen heimgesucht wurde. Haku war jetzt zwar kein Fan von Regen, aber da er ja eh eine Kapuze trug und selbst der plüschige Schweif wenig elegant gebunden und ebenfalls unter Kleidung verborgen war, dürfte diesmal kein Fell ekelig nass werden. Auch wenn es dann toll nach Fuchs roch. Er musste nur aufpassen, dass der Luftzug ihm nicht die Deckung wegpustete, aber frieren tat er davon anders als die Kleine wohl nicht. Manieren hatte sie ja, so nannte man das zumindest wenn man sich ständig für jeden Mist entschuldigte. Seltsam gesiezt zu werden, am Anfang auf seinen Streifzügen der Jugend war Haku bei sowas immer stinksauer geworden, weil er dachte man hielte ihn für eine Frau und rede dann auch noch in der dritten Person über ihn. Mittlerweile wusste er es zum Glück besser.
Der Mutant reagierte gar nicht auf die Aussage, sie wolle ihn nicht aufhalten – er hätte gar nicht erst angehalten, wenn es danach ginge, aber die Zeit war zu erübrigen und ein bisschen Kontakt mit Menschen üben war sicher nicht verkehrt. Auch wenn er recht schnell das Interesse am Essen verlor und sich tatsächlich nicht allzu lange aufhalten ließ, zumindest physisch. Sobald sie das Ding in der Hand hatte, schrieb er es ab, in Gedanken bei einem saftigen Stück Fleisch, das er sich irgendwann später gönnen würde ... und das noch nach richtiger Nahrung schmeckte.

Sie lief ihm nach, wollte wohl nichts davon probieren, so wie Haku weder die Fähigkeit noch die Lust hatte, ihr zu beschreiben, wie es schmeckte, wenn man doch selber reinbeißen konnte. Keiner des Clans würde ein Geschenk aus Mampf hinterfragen oder abweisen ... wohl auch weil man jegliche Giftanschläge riechen würde. Das blonde Ding hatte die Seite gewechselt, was seine zwar abgeklappten, aber trotzdem noch funktionierenden Ohren auch ohne Hinsehen attestierten.  Dann hatte sie das Geld halt, na und? Er war sich fast sicher, dass das auch aus Menschensicht ein Kind war. Und ein Mensch war sie zu 100%, kein Metall, kein tierischer Geruch an ihr. Von kleiner Patschehand gehalten schwebte das wenig attraktive Mahl to go wieder vor seiner Brust herumschwebte, so hoch so ein kleines Persönchen halt kam. Wenn er nicht langsam liefe, würde sie mit den dünnen Beinen vermutlich nicht einmal Schritt halten können.  
"Also mir schmeckts nicht.", gab er zu verstehen, es tatsächlich nicht aufessen zu wollen, so hungrig war er nicht und so überfreundlich, wie die Kleine anscheinend war, musste er es dann nicht mal selber wegwerfen. Trotzdem sah er ihr aus dem Augenwinkel noch mal entgegen. Als könnte sie ihm etwas absichtlich und gegen seinen Willen wegnehmen. Er hielt an, unbeeindruckt von den ersten fallenden Tropfen, drehte sich halb um und hob den Knirps dann unter den Armen einfach auf Augenhöhe hoch.
"Iss es oder schmeiß es weg. Ist ja nicht viel an dir dran.", stellte er klar, hätte die Augenhöhe nicht gebraucht, seine Augen waren gut genug, aber damit ließ sich gut verifizieren dass das Mädchen sich gewichtstechnisch irgendwo zwischen Pusteblume und Federkissen einordnen ließ. Sie sollte das definitiv essen, denn sonst würde der aufziehende Wind sie vermutlich wegpusten, wenn er losließ. Haku merkte auch nicht, wie sich völlig aus Gewohnheit seine Ohren leicht aufrichteten, ihr zuwandten. Nicht zu sehr, sonst wäre es ihm wohl aufgefallen, aber er fand es gerade spannender dass so was kleines tatsächlich lebensfähig war, ohne Mutant zu sein. Vielleicht sollte er sich mehr mit der Überlebensfähigkeit von Menschenwelpen befassen?
Nach oben Nach unten
Charlotte Ives
Mitglied
avatar

Beiträge : 23
Anmeldedatum : 21.11.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Fr Sep 22, 2017 3:14 pm

Charlotte war etwas verunsichert. Offensichtlich wollte der Mann das Essen wirklich nicht, aber warum man jemand Fremden einfach so sein Mittagessen in die Hand drückt, konnte das Mädchen auch nicht verstehen. Die meisten Menschen der Stadt waren nicht so, sie kümmerten sich nur um sich selbst oder wenn es denn nicht anders ging, auch noch um ihre Familien. Die meisten Menschen waren selbstsüchtig, das hatte sie bereits von ihrer Mutter gelernt, die es sich nun im Hauptbezirk gutgehen lässt.

Etwas überrascht von dem plötzlichen Anhalten des Größeren kam sie zwei Schritte später ebenfalls zum Stehen und sah ihn fragend an. Doch ehe sie ihre Frage auch wirklich stellen konnte, fand sie sich schon in der Luft wieder und hatte für kurze Zeit Mühe, das essen nicht ausversehen fallen zu lassen. „H-Hey!“, gab sie ziemlich überrumpelt von sich. Es gab schon lange niemanden mehr, der sie hochgehoben hatte und schon gar nicht ohne große Vorwarnung. Aber so konnte sie das erste Mal in die Augen des Mannes sehen. Es war eine ziemlich ungewöhnliche Farbe, zumindest für das kleine Mädchen. Noch nie hatte sie jemanden gesehen, dessen Augen in einem strahlenden rot gefärbt waren, dazu kam dann auch noch die seltsame Form der Pupille. Aber vielleicht waren es auch einfach nur Kontaktlinsen oder gar keine menschlichen Augen, sondern die eines Cyborgs. Aber damit kannte sich Lottie nicht weiter aus, also versteifte sie sich nicht weiterhin darauf. Auch wenn sie ihr gegenüber liebend gern nach dessen Augen fragen würde.

Sie lächelte etwas unsicher, denn ganz offensichtlich wollte er wirklich, dass sie den Teigkloß isst. Und da ihr Bauch mittlerweile anfing, leise zu knurren, gab sie auch keine weiteren Wiederworte, sondern nickte nur kurz. „Das ist wirklich lieb, aber…“, ihr Blick wanderte kurz auf den Boden. „Dürfte ich jetzt bitte wieder runter? Es wird langsam etwas kühl hier draußen.“ So langsam fühlte sie sich etwas unwohl, immer noch in der Luft zu schweben. Und da sie mittlerweile schon gewachsen ist, war es für andere bestimmt auch anstrengender, sie hochzuheben, im Vergleich zu früher.
Außerdem ging der leichte Nieselregen langsam in immer größer werdende Tropfen über und auch der Himmel verfärbte sich dunkler, so als ob jede Sekunde ein strahlender Blitz aus den Wolken fahren könnte und mit einem lauten Knall auf die Erde treffen würde.
Nach oben Nach unten
Hakurai
Mitglied
avatar

Beiträge : 18
Anmeldedatum : 27.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Sa Sep 23, 2017 11:55 am

Putzig wie sie reagierte, wirklich genau wie ein verunsicherter Welpe, der nicht wusste ob er jetzt zuschnappen oder lieber weglaufen sollte, doch vielleicht war es auch nur diese typische Eltern-Regel, dass man kein Essen von Fremden annehmen sollte. Generell ja richtig und sehr sinnvoll bei Lebewesen, die quasi geruchsblind waren, aber sinnlos wenn sie gerade selbst gesehen hatte, dass er was davon mampfte und noch nicht tot umfiel. Konnte ja keiner wissen, dass Haku kein gewöhnlicher Mensch war und keinen normalen Metabolismus hatte, auf den man da Rücksicht nehmen musste. Jedoch keine wertlose Erkenntnis zum Egoismus jedes Einzelnen, die dem Küken da mitgegeben worden war, eine gute Lektion des Lebens. Und sie hatte Glück, dass es in Neovine genug Futter gab, auch rohes, sodass er nicht auf magere Halbwüchsige angewiesen war. Hielt den Seneschall aber nicht davon ab, eine Inspektion vorzunehmen.

Der Knirps wog wirklich nichts, zappelte und quäkte auch nicht, was den eher überfreundlichen und erzogenen Eindruck bestätigten. Definitiv blutjung, Haku konnte immer nicht abschätzen wann Menschen reif genug waren, um allein rumzulaufen. Es schien aber keinen Erziehungsberechtigten zu stören, oder generell keinen Passanten, was er hier machte – und selbst wenn hätte er nicht davon abgesehen, so eine Musterung durchzuführen. Das Mädchen erwiderte seinen Blick offen, Haku schätzte Kinder für ihre naive Offenheit und die Fähigkeit zu lernen, störte sich auch nicht daran, dass sie offensichtlich starrte. Seltsame Augen waren noch am leichtesten zu erklären, auch wenn er das nicht tun würde selbst bei Nachfrage. War zu vermuten dass Neovines Kinder noch nie oder nur in seltensten Fällen einen Mutanten gesehen hatten.
Die Kleine wehrte sich nicht, sah ein wenig ulkig aus wie sie da hing, das Essen in der Hand, ein hübsches Ding wenn man es mal mit den anderen Nachwuchskatastrophen verglich die Haku die letzten Besuche schon über den Weg gestolpert waren. Trotzdem schien sie wieder runter zu wollen, was ihm ein breites Lächeln abrang, ohne dass sich die markanten Fangzähne offenbarten.
„Lieb, soso … ist es das?“, sagte er und legte leicht den Kopf schief, „Es regnet immerhin schon. Du kennst sicher einen Platz um den Regen abzuwarten.“
Denn der gefiel Haku auch nicht, zumal es nicht besonders gut wäre wenn die Kapuze durchweichte und seine Ohren sich deutlicher abzeichneten, also gab er der Kleinen, die vermutlich Ortskundige war, den Auftrag sich darum zu kümmern. Sah nämlich so aus als würde es sich einregnen und dann hätte er gern einen Unterstand, war noch nicht gewillt zum Crafty Tube zurückzukehren und zu faul sich selber einen Unterstand zu suchen, der dann vielleicht zu auffällig wurde. Von den menschlichen Gepflogenheiten bei Regen wusste er nicht viel, eigentlich gar nichts, und übertrug diesen Job einfach dem blonden Mädchen.
„Wie heißt du?“
Nach oben Nach unten
Retsu
Mitglied
avatar

Beiträge : 10
Anmeldedatum : 31.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Sa Sep 23, 2017 3:28 pm

~First Post~

Für den Informanten war diese Uhrzeit nichts. Es war Mitten am Tag und und er sollte eigentlich schlafen. Aber ein gewisser anderer Mutant müsste sich ja dafür entscheiden, ihn um diese unmögliche Uhrzeit aufzusuchen. Und das ohne sich anzukündigen, was er extremst hasste. Aber natürlich wusste er trotzdem davon. Schließlich wurde er seinem Namen gerne gerecht. Noch dazu sah es so aus, als würde es bald anfangen zu regnen. Er mochte Regen nicht sonderlich, außer natürlich es war Hochsommer, aber in dieser Zeit des Jahres schob so was seine Temperatur nur noch mehr runter. Deshalb schlang er sich seine Arme ein wenig mehr um seinen dünnen Oberkörper, um sich etwas mehr zu wärmen, auch wenn das wohl nicht wirklich viel brachte. Auch zog er seine Kapuze etwas mehr in sein Gesicht, als er von der Seitenstraße in die Hauptstraße einbog, auf der sich sein Kunde befinden sollte. Er trug eine schwarze Hose gepaart mit einer schwarzen Kapuzenjacke. Die Bewohner Neovines mochten Mutanten, wie er einer war, nicht sonderlich, weshalb er sich so 'maskierte'. Er war ein Schlangenmutant und versteckte eben alles, was ihn als solchen enttarnte, unter Klamotten. Auch, wenn er schon so bekannt war, dass er das so gut wie nicht mehr brauchte. Aber es gab immer noch Leute, die ihn nicht kannten. Normale Zivilisten und so weiter, deshalb maskierte er sich lieber. Auch seine Klapperorgane, die ihm aus der Achillessehne wuchsen, hätte er in Stiefel gesteckt. Es war unangenehm, aber es tat nicht weh. Er hatte das schon seit Ewigkeit getan, also war er mittlerweile auch daran gewöhnt.

Unter der Kapuze trug er ein paar Kopfhörer und hörte auf einer angenehmen Lautstärke Rock-lieder. Wenn er schon durch den halben Südbezirk eiern musste, um zu dem anderen Mutanten zu kommen, konnte er wenigstens Musik hören. Und da war der Weißhaarige auch schon. Fast hätte Retsu lachen müssen, denn diese Situation war wirklich zu urkomisch. Wie Hakurai ein kleines Mädchen hochhob. Haku war der Seneschall der Kiheda in den Hazardlands. Ein Fuchsmutant und einer seiner besten Kunden. Retail wusste zwar, dass Haku auch Kinder hatte - mehr oder weniger - , aber ihn wirklich ein kleines Kind hochheben zu sehen, war wirklich schon ein Bild für sich. Wenn ihn nicht alles täuscht, war das kleine Mädchen Charlotte Ives, arbeitet in einem Cafe. Sonst recht uninteressant.
Retail entschied sich aber, Abstand zu halten. Früher oder später würde der Größere ihn schon bemerken. Schon alleine, weil er ihn roch. Also beobachtete er beide von der anderen Seite der Straße ein wenig und grinste etwas vor sich hin. Mal sehen, was der Größere so von ihm wollte. Und er entschloss sich lieber schnell dazu, bevor es das Regnen anfing und Retsu noch kälter würde, als ihm eh schon war.
Nach oben Nach unten
Charlotte Ives
Mitglied
avatar

Beiträge : 23
Anmeldedatum : 21.11.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Di Sep 26, 2017 7:06 pm

Charlotte wusste nicht so recht, wie sie auf das breite Lächeln ihrem Gegenüber reagieren sollte. Wahrscheinlich machte er sich über sie lustig und fand es amüsant, dass sich das kleine Mädchen nicht weiter wehrte. Aber selbst wenn sie es versucht hätte, sie hätte gewiss nichts erreichen können. Dafür wirkte der Mann viel zu groß und kräftig. Und wirkliche Manieren hatte er wohl auch nicht, wie ihr Vater wohl schimpfen würde. Doch das war dem Mädchen innerhalb der letzten Monate immer unwichtiger geworden. Sie war ja schon froh, wenn sie von den Älteren nicht geärgert oder aufgezogen wurde.
Sobald ihre Füße wieder festen Boden unter den Füßen hatten, nickte das Mädchen kräftig. „Ja, ich kenne einen guten Ort. Der ist allerdings etwas weiter weg, bis dahin sind wir bestimmt schon vollkommen durchnässt…“ Die Blondhaarige ging in Gedanken alle ihr bekannten Orte durch, an denen man sich unterstellen konnte. Allerdings ließ sie die aus, von denen sie wusste, dass dort öfter mal unangenehme Gestalten herumwandeln. Und dadurch konnte sie schon eine Vielzahl an Orten ausschließen, auch wenn sie bei den meisten wahrscheinlich etwas übervorsichtig war. Jedoch war ihr bewusst, dass sie sich nicht alleine gegen Größere wehren könnte, mal ganz abgesehen von der Pistole, die ihr Vater der Kleinen überlassen hat. Davon abgesehen, dass die Pistole eh zuhause war, hatte Lottie sowieso nicht vor, sie auch wirklich zu benutzen. Das hatte sie noch nie und bis jetzt war ihr dieser Moment auch immer erspart geblieben.

Ein kurzer Augenblick war vergangen und der Blick des Mädchens wanderte wieder nach oben. Alleine würde sie besagte Orte nie betreten, so viel stand fest. Doch in Begleitung, wäre es eine Überlegung wert. „Ganz in der Nähe gibt es eine große Unterführung, da dürfte es eigentlich nicht regnen.“ Und bevor sie eine Antwort erhalten konnte, marschierte sie auch schon los, musterte den Teigkloß in ihren Händen noch einmal kurz, ehe sie ein großes Stück davon abbiss und es zerkaute. „Das schmeckt ja wirklich gut! Ich bin übrigens Charlotte. Und wie heißt du?“, gab sie mit halbvollem Mund von sich, doch durch die kleine Entfernung, die mittlerweile zwischen den beiden lag und dem heulenden Wind, war es bestimmt sehr unverständlich.
Nach oben Nach unten
Hakurai
Mitglied
avatar

Beiträge : 18
Anmeldedatum : 27.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Do Sep 28, 2017 4:23 pm

Putziges Ding, das da so offensichtlich keinen Plan hatte wie mit der selbst provozierten Situation umzugehen. Wobei es nicht im negativen Sinn provoziert bedeutete, Haku hatte nur selber Kinder, und die hätten alles getan außer sich von wem Fremdes hochheben lassen. Dagegen war die blonde Kleine zahm, wenngleich pure Glückseligkeit ein bisschen anders aussah. Und ja, natürlich ließ er sie auch wieder runter, schließlich hatte der Mutant nicht vor sie zu behalten, und außerdem konnte sie so nur schlecht vorangehen und irgendwas zeigen. Denn dass sie das könnte, bestätigte sie eifrig, Haku hatte nämlich überhaupt keine Lust auf eine ihm am Kopf klebende, felldurchweichende Kapuze, mit nassen Pfoten konnte er auskommen, aber Wasser in den Ohren?
„Na ob das dann wirklich sinnvoll ist.“, erwiderte auf die relativierende Aussage, klang ja fast als hätte sie gleich über dauerhafte Bleibemöglichkeiten nachgedacht, die Haku aber gar nicht brauchte. Nur den schlimmsten Guss abwarten und dann weiter, immerhin hatte er eine unangemeldete Verabredung.

Der Mutant widerstand dem Drang, sich wegen des Regenprasselns zu schütteln, und während die Kleine nach oben guckte, schnupperte er. Heh, na so was, wundern wollte es ihn nicht wenn ein gewisser Jemand nicht zufällig hier wäre. Ein kurzes Grinsen huschte über seine Züge, doch er sah sich nicht um, um herauszufinden woher der Geruch genau kam, wo die Quelle sich gerade befand. Wenn Retsu schon so ungeduldig war nicht einfach auf seinen Gast zu warten, musste er sich nun eben gedulden, bis er mit dem Menschenkind fertig war. Vielleicht lernte der Informant ja sogar noch was zum Umgang mit Minderjährigen.
„Klingt hervorragend.“, meinte er dann, als hätte die Ablenkung gar nicht stattgefunden, und folgte ihrem strammen Schritt. War nur eben so dass er für zweieinhalb ihrer Schritte nur einen machen musste und dementsprechend etwas entspannter wirkte beim Laufen. Unterführung reichte völlig, derer gab es in diesem Viertel viele.
Der kleinen Dame schmeckte dieses Teigdings also, dessen Namen Haku sich nicht gemerkt hatte, na dann war es immerhin nicht verschwendet, auch wenn es den Geschmack des Mutanten nicht so gut getroffen hatte. Konnte sie sich ja selbst kaufen, wenn sie das nächste Mal auf der Suche nach was zu Essen war.
„Hakurai. Haku reicht aber.“, antwortete er, sie dank guter Sinne sehr gut verstehend was sie bei Wind und Mampfen von sich gab. Dem Geruch nach entfernten sie sich etwas von der Quelle von Schlangenodeur, und es schien auch recht gut besucht unter der Unterführung, sie hatten wohl nicht als einzige diese Idee gehabt sich dirthin zu verkrümeln. Wirkte interessant, und Retsu wäre sicher frohihnen aus der Nasskälte hierhin folgen zu können … mal sehen wann es ihm reichte und er zu ihnen kam, sonst müsste Haku wohl nett sein und ihn nicht auch noch lange zappeln lassen. Dann musste er innerlich grinsen und beugte sich etwas zu Charlotte.
"Benimm dich als wäre alles normal, aber ich fürdte, da verfolgt uns jemand~", murmelte er ihr zu, gerade laut genug die Naturgewalten zu übertönen, und ohne zu erwähnen dass er den vermummten Kapuzenträger dort bereits kannte ... aber spaßig die Kleine mitspielen zu lassen wäre es allemal.
Nach oben Nach unten
Retsu
Mitglied
avatar

Beiträge : 10
Anmeldedatum : 31.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   So Okt 08, 2017 4:37 pm

Retsu sah beiden mit Skepsis dabei zu, wie Haku die Kleine erst herunterließ und sich beide dann von ihm entfernten. Er war sich sicher, dass der Größere von beiden ihn sicher schon bemerkt hatte, dennoch folgte er lieber dem kleinen Menschenmädchen. Wahrscheinlich zu einem Ort, wo beide vor dem aufkommenden Regen geschützt waren.
Retsu wurde ja gerade schon etwas wütend. Erst tauchte der Fuchs hier auf, ohne vorher Bescheid zu geben, und dann tat er so, als wäre der Informant nicht einmal anwesend. Dennoch verfolgte der Schlangenmutant beide noch ein Stück, bis sich beide unter einer Unterführung unterstellten und der Seneschall dem Mädchen grinsend etwas zuflüsterte. Nun fiel es Retsu wie Schuppen von den Augen und er fing an, breit zu grinsen. Da hatte es sich sein Kunde doch wirklich erlaubt, mit ihm zu spielen. Versuchte er etwa, die Spezialität des Schwarzhaarigen gegen ihn selbst auszuspielen?
Nun, egal, was er vorhatte, Retsu wäre nicht er, wenn er nicht passend reagieren würde. Haku wollte schließlich etwas von ihm und nicht anders herum. Warum also sollte der Mutant sich nach dem Weißhaarigen richten?

Er grinste noch etwas breiter, drehte sich leichtfüßig um und ging den Weg wieder zurück. Sollte er doch zu ihm kommen, wenn er ihn sehen wollte. Er musste eh noch etwas einkaufen und heute gab es Kaninchenfleisch in einem Shop um der nächsten Ecke im Angebot. Er hüpfte also die mittlerweile sehr leere Straße entlang und bog dann wenig später in einen kleinen Shop ab. In diesem nahm er dann sowohl seine Kapuze als auch seine Kopfhörer ab.
Auch im Shop waren nicht mehr viele Leute, somit hatte Retsu auch kein Problem damit, sich nicht mehr zu maskieren. Mal davon abgesehen, dass der Laden einer alten Dame gehörte, die eh nicht mehr ganz auf der Höhe war. So ging er direkt zum Tresen und lächelte die kleine Frau an. "Hallo, Hana-chan, ich hätte gerne 4kg Hasenfleisch bitte~", säuselte er und das Gesicht der alten Frau hellte sich auf. Es war nicht so, dass er die Frau gut kannte, aber er wusste, wer sie war und ebenfalls hatte er auch schon ein paar Mal hier eingekauft.
"Aber natürlich! Ich hatte schon die Befürchtung, niemand möchte so etwas kaufen, weißt du? Ist ja nicht so, dass Hase so oft und gerne gegessen wird. Deshalb freut mich das sehr~", meinte sie, während sie in den Hinterraum ging und Retsu das Fleisch zurecht machte. Sie bewahrte das Fleisch immer hinten auf, weil sie es sich nicht leisten konnte, große Kühlboxen zu kaufen. Retsu grinste. Er liebte seinen Job wirklich sehr, weil er es liebte, alles zu wissen.

Wenig später stand er wieder vor dem Shop, mit einer Tüte voller Hasenfleisch, und setzte sich seine Kapuze wieder auf. Er fragte sich ja, was der andere Mutant in der Zwischenzeit gemacht hatte, nachdem er herausgefunden hatte, dass Retsu sich nicht für ihn interessierte und einfach gegangen war.
Mit einer neuen Idee im Kopf, bog er in eine überdachte Gasse ab und klopfte ein paar Mal gegen die Wand. Wenig später tauchte seine grau schwarz gefleckte Schlange River auf und legte sich um die Schultern Retsus. Sie schnüffelte wohl den Hasen, was den Informanten zum Grinsen brachte. "Du bekommst später etwas, davor musst du aber etwas für mich erledigen~" Nach diesen Worten, holte er einen Zettel und einen Stift heraus und schrieb eine Nachricht darauf, die River an seinen tollen Kunden überbringen sollte: 'Wenn du etwas von mir willst, dann komm zu mir, sondern bin ich schneller weg, als du gucken kannst, Haku-chan~'
Egal, wo Haku sich jetzt befand, die Schlange würde sich unter dessen Hosenbeine nach oben schlängeln, bis sie aus seinem Ärmel wieder herauskommt und ihm die Nachricht übergibt. Haku würde seiner Schlange auch nichts antun, weil er es riechen sollte, dass River nicht gefährlich ist, sondern einfach eines der Tiere von Retsu.

Nachdem der Schwarzhaarige River mit der Nachricht losgeschickt hatte, fing er an zu grinsen und ging die Gasse weiter, während er etwas vor sich hin summte. Es dürfte für den Fuchsmutanten kein Problem sein, den Informanten aufzuspüren. Jedenfalls wenn er sich beeilte.
Nach oben Nach unten
Charlotte Ives
Mitglied
avatar

Beiträge : 23
Anmeldedatum : 21.11.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Sa Nov 18, 2017 1:27 pm

„Haku?“, wiederholte sie den Namen des deutlich Größeren und sah dabei kurz zu ihm hinauf, während sie den letzten Bissen ihres Mittagessens herunterschluckte und das Verpackungspapier zusammenknüllte. „Was wolltest du eigentlich in der Stadt, suchst du jemanden?“ Denn bis jetzt hatte sie diesen Mann noch nie in Neovine gesehen. Aber vielleicht kam er auch einfach nur aus einer anderen Gegend, dann war es nicht besonders verwunderlich, schließlich ging sie alleine nie wirklich weit von Zuhause weg. Doch wenigstens in dieser Gegend kannte sie sich aus und der bekannte kleine Laden zu ihrer Rechten sagte ihr, dass es nicht mehr besonders weit zu der Unterführung sein konnte. Und sie sollte richtig liegen, denn wenige Sekunden später befanden sich die beiden im trockenen und Charlotte zog ihre Kapuze vom Kopf, strich sich eine nasse Haarsträhne aus dem Gesicht und steckte den kleinen zusammengeknüllten Papierball in ihre Jackentasche.

Als der Riese sich zu ihr herunterbeugte, wollte das Mädchen erst etwas zur Seite weichen. Doch da dieser anfing zu sprechen, beließ sie es bei der Nähe. „Verfolgt?“, fragte sie ihn mit großen Augen und sah sich aus Reflex schnell um, wofür sie sich im nächsten Moment am liebsten in den Hintern beißen wollte. Normal sagte er. Das war alles andere als normal, aber verübeln konnte man es Lottie hoffentlich nicht. Etwas kleinlaut trat sie einen Schritt näher zu ihrem Begleiter und wandte ihren Blick von der Richtung ab, aus der sie eben gekommen sind. Gegen den Willen des blonden Mädchens machte sich Unruhe in ihr breit und sie trat nervös von einem Bein auf das andere, was sie auch nach mehrmaligen Versuchen irgendwie nicht unterlassen konnte. Vielleicht war es auch die Kälte, die mit dem Regen aufgekommen war, zumindest redete sie sich das ein. „Was machen wir jetzt...?“, fragte sie leise, in der Hoffnung, Haku hätte eine beruhigende Antwort darauf. Hier waren ziemlich viele Menschen um die beiden herum versammelt, so gut wie jeder könnte ihr Verfolger sein.
Ihr Vater würde nur mit dem Kopf schütteln, wenn er wüsste, wo Charlotte mal wieder herein geraten war. Doch zum Glück war sie nicht alleine, und in ihrer – wenn  auch etwas naiven – Hoffnung würde der Weißhaarige bestimmt auf sie aufpassen. Zumindest wirkte er so, als könnte er es. Und da er ihr schon sein Essen abgegeben hatte, würde er sie jetzt bestimmt nicht einfach alleine hier stehen lassen, wenn der besagte Verfolger sie vielleicht verletzen will. So waren die Erwachsenen doch, zumindest die der Scamaton, an die sie sich noch erinnerte. Und mit anderen hatte sie bis dahin noch nicht viel zu tun gehabt.
Nach oben Nach unten
Hakurai
Mitglied
avatar

Beiträge : 18
Anmeldedatum : 27.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Sa Nov 18, 2017 6:21 pm

Es bereitete dem Fuchs, nun ja, diebische Freude ein bisschen mit dem Informanten herumzuflachsen. Natürlich witterte er diesen, selbst bei Regenwetter, aber wie hatte dieser schon gesagt? Haku war ja gar nicht angekündigt, wieso wartete der Informant also nicht einfach irgendwo, wo Haku ihn sowieso suchte, statt ihm wie eine läufige Hündin selber hinterherzuschleichen? Es war letzten Endes bloß ein kleiner Spaß, und wenn Retsu schon nicht brav zuhause wartete und sich ärgerte, unangemeldet Besuch zu kriegen, sondern auch noch rausging, was sollte das schon sein wenn keine Spielaufforderung?
Nur dass Haku sein kleines Begleiterchen ja schlecht allein lassen konnte unter all den fremden Leuten (zu denen er ja selber auch zählte), und nachdem er sich der Kleinen zugewandt hatte, verschwand der Schlangenmutant auch aus seinem direkten Wahrnehmungsfeld. So ist recht, schnell weg, zumal Haku ihn sowieso jederzeit aufspüren könnte mit einer so frischen Fährte. Erst einmal beantwortete er aber ihre Frage mit einem leichten Nicken, sicher suchte er jemanden, nur dass es gleichzeitig ihr verschwundener Verfolger war, das sagte er natürlich nicht, um ihr den Spaß nicht zu verderben.
Er hätte fast gegrinst, zuzusehen wie die kleine Blonde herumwirbelte und nervös wurde, einem Küken ohne Mutter gleich, nicht verwunderlich also dass sie sich ihm etwas zuwandte. Letzteres war eine kluge Entscheidung, sich einem offenkundig stärkeren Geschöpf in der Hoffnung auf Sicherheit zuzuwenden, und es verriet ihm auch dass so nah kein anderer Safespot für Charlotte sein konnte, wenn sie nicht lieber dorthin ging.
"Geduld ... ", erwiderte er leise und richtete sich wieder auf, "Der traut sich nicht her."
Was nicht bedeutete, dass das alles war, mit einer sachten Handgeste schob Haku das Mädchen etwas weiter weg vom Rand des Daches, sodass sie nicht nass werden würde, und witterte unauffällig. Retsu versteckte sich nicht, er war wirklich auf Distanz gegangen, was auch immer das bedeutete. Haku verbiss sich das Gähnen und sah zu dem Mädchen.
"Iss erstmal auf.", ermutigte er sie, "Entweder er kommt wieder oder der Regen hört auf."
Auf beides müssten sie erstmal warten. Er stützte den Ellenbogen locker auf das Katana, größtenteils von Kleidung verborgen, und warf auch einigen anderen Schutzsuchenden vorm Regen einen warnenden Blick zu, als diese ihm etwas zu nahe kamen, nichts da mit Pnguinkuscheln hier. Donnergrollen rollte über die Stadt, und doch dauerte es keine zehn Minuten des Wartens im Regen, um wieder Besuch zu bekommen. Angenehm war es nicht, das nasse Reptil an seinem Bein hochkaxeln zu spüren, aber es war immerhin ein Hinweis. Och, hatte da jemand keine Lust persönlich vorbeizukommen?
"Na sieh an ...", meinte Haku nach längerer Stille und hob den Arm, als sich aus dem geräumigen Ärmelaufschlag der züngelnde Kopf einer Schlange wand und sich auf seiner Hand breitmachte. Post. Haku konnte nicht besonders gut lesen, es brauchte einige Momente, bis er aus den etwas regenfeuchten Buchstaben etwas entziffert hatte, dann lachte er leise hinter geschlossenen Lippen.
"Sieht so aus als müssten wir uns beeilen, Kleines~", meinte er und steckte den Zettel ein, dann lief er ohne Vorwarnung los. Ihm im Prinzip egal, ob die Kleine hinterherkam oder nicht, er lief nicht unauffällig schnell, weil er sich das ebenso wie eine Enttarnung nicht leisten konnte, und folgte seiner Nase durch den Regen. Ungewohnt, zu laufen ohne die Balance seines Schweifs zu nutzen, aber weit konnte das Kaltblut nicht gekommen sein. Anhand der Fährte konnte er ausmachen, wo der andere Mutant hinging, und nahm einen anderen Weg, um noch vor diesem an einer Weggabelung anzukommen und dort zu warten.
"Du hättest im Trockenen auf mich warten können.", kündigte er sich der Schlange an, armes Ding, er fror sicher furchtbar (anders als die dunkel gemusterte Schlange, die es sich um Hakus Nacken bequem gemacht hatte und schön wärmen ließ), "Ich finde dich schließlich überall~"
Nur eben mit anderen Mitteln als der Informant sie nutzte, um jemanden aufzuspüren, und vorausschauender als ein Jäger, der sich auf die Fährte setzte.
Nach oben Nach unten
Retsu
Mitglied
avatar

Beiträge : 10
Anmeldedatum : 31.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Sa Nov 18, 2017 7:43 pm

Nachdem der Informant River losgeschickt hatte, hatte er direkt eine falsche Fährte gelegt. So etwas sollte man als Informant schon können, sonst war man doch vor Spürhunden aufgeschmissen. Nachdem er das also getan hatte, kletterte er auf das Dach und ließ sich dann auf einen kleinen Balkon fallen. Wenn Haku hier vorbei kam, würde er ihn bestimmt überraschen und dann würde er seine Spielchen mit ihm treiben, so wie dieser es vorhin erst versucht hatte.

Lange musste er durchaus nicht mehr warten, bevor der Größere in der von Retsu ausgewählten Gasse entlanglief. Auch wusste Hakurai wohl schon, dass Retsu da war, abeer das war von diesem auch so gewollt gewesen, denn er fing direkt schon an, mit ihm zu reden. Der Schlangenmutant musste breit grinsen. Er hatte ja sogesehen im Trockenen gewartet. Die Terasse war überdacht. Und dass er ihn überall fand... forderte er ihn etwa heraus? "Ach, Haku-chan~ Ich könnte mich jederzeit vor dir verstecken, wenn ich das wollen würde~ Aber das wäre ja nicht fair, schließlich willst du ja was von mir. Wenn du was von mir willst, solltest du auch mir hinterherlaufen und nicht ich dir." Mit diesen Worten stand er auf und zog sich wieder auf das Dach hoch. "Folg mir also lieber mal~ Aber du weißt ja auch, dass ich normalerweise meine Informationen nicht auf zwei teile~ Zwei Personen, zweimal der Preis. Ich bin Geschäftsmann." Retsu grinste. Haku würde ihm wohl bis in seine Wohnung folgen, wenn er jetzt losrannte. Vielleicht war das auch gar nicht so schlecht. River schlängelte in der Zwischenzeit wieder von dannen - wahrscheinlich auch nach Hause.

Retsu lief also schon einmal los, die Beutel Hasenfleisch noch in der Hand und sprintete über die Dächer hinweg. Wenn Haku ihm über die Dächer folgte, würde er ihn schon vorher erreichen. Vielleicht ging er auch direkt zu der Wohnung des Informanten, falls der denn schon wusste, wo der Mutant wohnte. Aber es machte ihm Spaß, dass Haku endlich mal nach seiner Pfeiffe tanzen würde, wenn er was von ihm wollte.
Nach oben Nach unten
Charlotte Ives
Mitglied
avatar

Beiträge : 23
Anmeldedatum : 21.11.16

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   Sa Nov 18, 2017 9:06 pm

Lottie nickte kurz, nachdem sie aufmerksam Hakuris Worten gelauscht hatte. „Hoffentlich kommt er nicht wieder..“, gab sie leise von sich und zog sich die Kapuze wieder über den Kopf, denn sie begann wieder zu frösteln. Kaltes Wetter war einfach nichts für das Mädchen, mochte sie noch nie. Sie zuckte erschrocken zusammen, als sie auf einmal eine Schlange auf der Hand ihres Begleiters entdeckte und wich panisch zurück. „P-Pass auf!!“, gab sie noch von sich, bevor sie begriff, wie lächerlich das ganze aussehen muss. Allein schon die Tatsache, dass Haku ziemlich gelassen reagierte und die Schlange offenbar irgendwie wieder erkannte sollte sie beruhigen.

Als der große Mann dann auf einmal zielstrebig losging, folgte sie ihm schnell. „Beeilen, warum das denn?“ Sie hatte noch nicht so ganz begriffen, worum es hier ging, doch je länger sie ihm folgte, desto unwohler fühlte sie sich. Und das Hakuri auf einmal begann zu sprechen, obwohl niemand in der Nähe war, beruhigte nicht grade.
Doch sie waren nicht alleine, denn es dauerte nicht lange, bis sie eine Antwort vernahm. Und diese kam von oben. Etwas verwirrt sah sich das Mädchen um, bis sie schließlich einen weiteren Mann entdeckte und dieser saß auf einem Dach. Sie musste dem Gespräch der beiden nicht lange lauschen, um zu bemerken, dass sie hier offensichtlich unerwünscht war. Also hob das Mädchen nur kurz die Hand in Hakuris Richtung und lächelte leicht, bevor sie in eine andere Richtung weiter ging.

Tbc: Nordbezirk - High-City, Vergnügungspark


Zuletzt von Charlotte Ives am Do Dez 07, 2017 8:29 pm bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Nachträglicher Ortswechsel)
Nach oben Nach unten
Hakurai
Mitglied
avatar

Beiträge : 18
Anmeldedatum : 27.08.17

BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   So Nov 19, 2017 1:43 pm

Als guter Informant sollte es gar nicht nötig sein, vor Spürhunden zu laufen, allerdings war Haku viel zu faul um zu versuchen, das verquere Rumgedenke eines Mutanten zu verstehen, der für seinen Geschmack zu wenig Strahlung abbekam. Schade aber, er hätte die kleine Charlotte gern behalten, so ein putziges Ding und lebhaft wie seine eigenen Nachkommen – wenngleich mit weniger Instinkten. Er zischte nur beruhigend, aber völlig normal auf potentiell tödliche Besucher wie die Schlange so zu reagieren, doch auch in dieser Hinsicht konnte er sie wohl beschwichtigen. Wirklich bedauerlich, sie dann schließlich unnötig mitzuschleifen und ziehen zu lassen, weil die kleine Diva da oben wortwörtlich auf zu hohem Thron saß. Als würde ein Kind das begreifen, nun wie dem auch sei.
„Wiedersehen~“, verabschiedete er die Kleine, sah noch kurz in welche Richtung sie ging und hob dann den Blick nach oben. Jaja, im Trockenen, und die feuchte Jacke bildete Haku sich ein?

Dieser gab ein amüsiertes Lachen von sich, jaja, verkriechen und verstecken konnte Beute sich immer, und wenn sie Glück hatte, wurde sie nicht gefunden. Pech nur, dass Haku kein Informant, sondern Jäger war, und davon verstanden Stadtbewohner nichts.
„Ich kann auch wieder gehen, findet sich bestimmt wer anders der gern Papierscheine für ein paar Antworten hätte~“, wies Haku den Mutanten darauf hin, dass er keineswegs so entbehrlich war, wie er dachte – nun, zumindest für den Seneschall. Dieser war nicht blöde, natürlich wusste er, dass dieser zu den Besten seines Fachs zählte, nur brauchte er meist gar nicht den Besten, um an das Wissen zu kommen das er brauchte. Wie gesagt, Retsu hätte sich keinen Millimeter rausbewegen müssen, damit Haku zu ihm kam, aber wenn er lieber im Regen ein paar Wortduelle ausfocht, seinetwegen. Hatte andere Gründe, weshalb er bevorzugt dem Kerl hier auf die Nerven ging.
Haku prüfte noch mal via Geruch und Gehör, ob sie auch allein waren, und hopste dann mit unmenschlichem Sprung auf den Balkon, dann das Dach – er musste nicht klettern bei solch niedlichen Distanzen und hätte auch blind dem durchdringenden Fleischgeruch folgen können. Die Schlange um seinen Nacken schien auch lieber wieder im Regen rumzurudern, sie war nämlich weg, noch ehe der Seneschall problemlos aufschloss.
„Wäre doch aber nicht nötig gewesen, dass du gleich Mittagessen für mich besorgst~“
, meinte er belustigt, damit auf das nach Hase riechende, rohe Fleisch anspielend. Oh ja, Retsu konnte so stolz auf sich ein, einen Jäger dazu zu bringen, ihm zu folgen, das Problem würde eher sein, ihn wieder loszuwerden.
Nach oben Nach unten
Gesponserte Inhalte




BeitragThema: Re: Südbezirk | Down-City Straßen   

Nach oben Nach unten
 
Südbezirk | Down-City Straßen
Vorheriges Thema anzeigen Nächstes Thema anzeigen Nach oben 
Seite 1 von 2Gehe zu Seite : 1, 2  Weiter
 Ähnliche Themen
-
» Osaka City Actors [Tykiari Kasane & Kuna Matoi]
» Nero Corleone
» Wizard101
» Auf nach Alabastia
» Die Straßen von Water Seven

Befugnisse in diesem ForumSie können in diesem Forum nicht antworten
 :: Das große Inplay :: Neovine :: Südbezirk :: S-Down-City-
Gehe zu: