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 Wohnung von Ryou (und Shin)

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BeitragThema: Wohnung von Ryou (und Shin)   Mo Jul 31, 2017 12:35 am

Privater Konferrenzsaal:
 

Küche & Wohnzimmer:
 

Badezimmer:
 

Ryou's Zimmer:
 

Shin's Zimmer:
 
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Mo Jul 31, 2017 11:57 am

Cf: Labor


Dieser Fakt störte Ryou primär nicht ein­mal, obwohl ihn sonst eigentlich alles daran ärgerte wenn se­ine Arbeit nicht ang­emessen gewürdigt wu­rde. Die Conqueror-R­eihe war selten, nic­ht viele wollten oder brauchten so eine Modifizierung, deren erste Belastungstes­ts auch erst durch Shin als Erstbenutzer begonnen hatten. Vi­elleicht etwas verfr­üht, von perfekt zu sprechen, aber bedac­hte man wie neu die Baureihe war und wie wenig Scherereien es gab … doch, sie war in Anbetracht der Umstände perfekt. Da­ss Shin sie versuchte zu verbergen, ände­rte nichts daran dass Ryou genauestens wusste, dass sie da waren, wie sie aussah­en, wie sie funktion­ierten, jede einzelne Komponente war auf genau diesem Stuhl auf genau diesem ‚Mo­nitor‘ entwickelt wo­rden, von dem Ryou gerade aufgestanden war.
Ein bisschen regte es ihn ja auf, dass Shin tatsächlich einf­ach spurte statt ihm mehr Fläche für Sti­cheleien zu geben – immerhin hatte der Leader seit Stunden nicht mehr mit irgend­wem gesprochen außer sich selbst. Allerd­ings war er tatsächl­ich müde, ein wenig erledigt und tatsäch­lich leicht froh dass er einfach spurte. Hätte zur Folge da­ss es rasch zu einer Pause kommen würde, statt dass sie in eine Grundsatzdebatte über Pausenzeiten und Fragilität mensch­licher Art zu führen. Wobei es eh darauf hinauslaufen würde, dass Ryou einen Vor­trag hielt der am En­de nichts mehr mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte, noch mehr Hunger und noch schlechtere Laune hätte.

Der Konstrukteur übe­rprüfte noch mal, ob alles ordnungsgemäß heruntergefahren und verstaut war, und verließ bereits kurz nach Shin das Labo­r, erlaubte sich aber die Faulheit einfa­ch den Aufzug zu neh­men – dieser war sow­ieso privat und nicht für die Mitarbeite­r, Besucher oder son­stwen, der im Black Sun Gebäude herumlie­f, zur Verfügung ste­hend. Ryou hätte jet­zt in sein eigenes Ankleidezimmer gehen und sich etwas für den Abend heraussuchen können, bequem, was er halt wollte. Od­er im Bad angekommen sich selber Handtüc­her zurechtlegen, wie es jeder so machte normalerweise. Er tat es nicht, hatte auch keine Lust darau­f, das Wasser lief bereits als er ankam und kurz schauderte. Es war warm gewesen zwischen all den he­ißlaufenden Festplat­ten, kühl im Fahrstu­hl, und jetzt wieder warm, sodass es lei­cht an der Haut krib­belte. Shin war nicht da, aber ausziehen kriegte Ryou gerade noch allein hin.
Die Schuhe hatte er schon aus dem Fahrst­uhl kommend einfach stehen gelassen, da man im Wohnbereich der Familie Akashio nun mal nicht mit den Dreckbotten von dra­ußen oder der Arbeit herumstapfte. Also landeten nur alle üb­rigen Stoffstücke ac­htlos irgendwo auf dem beheizten Boden, und achtsam wurde die Temperatur des Was­sers inspiziert. War heiß, aber in Ordnu­ng, zumindest was Hi­tze anging war Ryou absolut unempfindlic­h, wenn es ein Bad war oder sich mit ein­em Sonnenschirm mild­ern ließ. Noch währe­nd Shin sich rückwär­ts in den Raum schob, ließ der Wissensch­aftler selbst sich ins Wasser sinken, es war zwar noch nicht fertig eingelassen, stieg aber stetig an und wärmte ordentl­ich durch. Mit skept­ischer Erwartungshal­tung musterte er den­jenigen, der seit dr­ei Monaten dazu verd­ammt war, es jemandem recht zu machen der selten klar sagte, was er überhaupt wo­llte. Als hätte er Zeit, jedes Kommando unmissverständlich auszuformulieren, dann wäre er ja morgen noch nicht im Bett.
„Meinst du nicht dass schwarzer Tee ein zeitiges Zubettgehen eher hemmt als förd­ert?“, knurrte er vo­rwurfsvoll, schnappte sich aber trotzdem die Tasse als sie in Reichweite kam. Gu­ten Tee konnte er ha­lt auch nicht stehen lassen, egal wie lo­gisch es gewesen wäre Shin einfach noch mal wegzuschicken um eine andere Sorte zu kochen – jeder Tee der hier im Haushalt auf Vorrat war, war entweder exquisit, sauteuer oder beide­s. Zitrone und Honig wurden ignoriert, auch wenn er Recht ha­tte und Honig tatsäc­hlich viel besser pa­sste als stinknormal­er Zucker. Das Table­tt an sich sagte von der Gestaltung her zu, weshalb auch dazu keine weitere Krit­ik kam. Fast alles da also, während der erste noch sehr heiße Schluck Tee genippt wurde.
„Was gibt es denn je­tzt zu Essen?“
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Di Aug 01, 2017 12:24 am

"Nein," erwiderte Shin schnell auf die Frage, ob schwarzer Tee aufgrund der Uhrzeit denn nicht unangebracht war. Auch hätte er seine Aussage, die durchaus gewagt war, wusste er doch wie Ryou darauf hätte reagieren können, begründen können. Aber schweig dazu lieber. Es mag zwar Zeit für die Bettruhe sein, aber würde er einen schläfrig wirkenden Tee servieren, müsste man um die Gesundheit des Badenden bangen... Man hatte zu oft von Tod in der Wann gehört, oder? Vielleicht machte Shin sich auch nur allzu viele Gedanken?

Die Tür zum Badezimmer war noch leicht geöffnet, als er das Tablett schließlich abstellte aber die Tasse Tee bereits in den Händen des Ingenieurs war. An seiner Hand konnte er das Metall und die maschinell betriebenen Finger nicht verbergen. Er trug keine Handschuhe und eher ein Hemd, dessen Ärmel zu kurz waren, als dass sie alles abdeckten. Selbst dann wenn es sich der Lilahaarige gewünscht hätte, musste er auf das Erscheinungsbild mehr achten, als darauf, dass er ein Cyborg war. Als er sich jedoch bemerkte, wie er die eigene Hand bestarrte, wicht er vom Tablett zurück, richtete sich wieder auf und legte die Hände vor dem Körper übereinander. Natürlich war er darauf bedachte die gesunde Hand zu zeigen als jene, die der vor ihm sich nun entspannende Mann entworfen hatte. Da das Getränk serviert war, und er davon ausging, dass der Andere durchaus allein in der Lage war das Wasser wieder abzudrehen, wollte er gerade wieder den Raum verlassen, als eine weitere Frage aufkam.

'Verdammt', dachte er im Stillen und kniff ein Auge zusammen. Der Toast war zwar gewärmt, aber noch in der Küche. Shin hatte ihn völlig vergessen hinaufzutragen. Jetzt musste er erneut losziehen, und wiederkehren. Das störte wohl nunmehr beide. Es war lästig auf und abzustürmen, nur weil der Kopf etwas vergessen hatte. Und Ryou würde es vermutlich auch deshalb stören, weil er nicht wirklich zur Ruhe kommen konnte. Schnell suchte die Hand den Weg ins Gesicht, um eine Strähne wegzuwischen. Aber der Kopf lag schräg in der eigenen Hand, als würde er sich für etwas schämen, das so banal wie unnötig war. Ryou schien bisher recht zufrieden, denn es kamen kaum anmaßende Worte. Nichts, dass hätte verbessert werden müssen... Nur das Eine nun... nur das Eine fehlte noch.

"Ich bin....", sagte er leise und langsam, "gleich zurück..." Und so nahm er die Beine in die Hand, machte eine Wende und steuerte auf die Türe zu, ohne wirklich die Antwort des Anderen abzuwarten. Er wusste, dass das was da kommen möge wohl kaum gut sein konnte. Und so war es vermutliche eine Art der Flucht, die er hier auf sich nahm... Und das eher als die belehrende Stimme. Er griff nach der Türklinke und war drauf und dran das Sandwich zu holen...
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Mi Aug 02, 2017 10:14 pm

Na toll, was brachte es Ryou denn, wenn er nicht in der Wanne ertrank und dann, noch lebend, im Bett lag und die Decke anstarrte? Viel eher wäre es Shins Aufgabe gefälligst aufzupassen, dass er nicht ertrank, und ins Bett zu bringen falls er tatsächlich einschlafen sollte. Entsprechend feuerte Ryou nur einen bösen Blick ab auf diese Frechheit, da der Tee aber schmeckte, überging er es dann doch gnädig. Er hatte sowieso gerade den Mund voll und genoss das Gefühl, innen wie außen kräftig durchgewärmt zu werden. Die Anspannung und Verkrampfungen durch die lange stagnierende Haltung wichen langsam, vielleicht sollte er sich bald mal wieder eine Massage gönnen, konnte gar nicht mehr sagen, wann die letzte gewesen war. Aber gut, solche Belanglosigkeiten blieben nie lang gespeichert in Ryous Kopf, dafür gab es Personal und Terminplaner mit automatischer Weckfunktion. Und für alles andere hatte er Shin, so deplatziert dieser auch zuweilen noch wirkte. Großvater würde sich im Grabe herumdrehen zu wissen was aus dem Spross einer einst so respektierten Familie geworden war. Zumindest war er wieder in angemessenen Wohnverhältnissen und Ryou hatte auch dem Wunsch der Einrichtung entsprochen – er selbst hatte längst den traditionellen Futon gegen ein Multifunktionsbett getauscht, Tradition und Stolz waren eine Sache, göttlicher Schlaf die andere. Und es trennten ihn nur noch ein Bad und ein Abendessen davon.

Es hätte ihn nicht einmal gestört, wäre Shin da geblieben. Weshalb auch immer, Ryou nahm ihn nicht als Anlass zu Scham und zurückhaltung, es war sein Geschöpf, seine Kreatur, wieso sollte ER sich zurücknehmen? Hauptsache er machte sich nützlich, und Ryou war sich in der Regel selbst nicht sicher ob das durch An- oder Abwesenheit besser gewährleistet war. Manchmal beides, doch jetzt wo sonst alles da war, fiel das Fehlende natürlich noch umso drastischer auf. Dass der junge Mann den Raum verlassen würde war ihm klar, da Ryou keinen Ort wüsste an dem er hier sonst noch etwas Essen verstecken könnte, weshalb kein tadelndes Wort Shin aufhielt, im Gegenteil.
"Bring meine Schlafsachen mit!", bellte Ryou ihm hinterher, leise vor sich hin grummelnd weil er halt Hunger hatte, und drehte dann das Wasser tatsächlich allein ab. Zumindest die Wanne war voll, aber da ahnte er noch nicht, was Shin ihm gedachte zu kredenzen, dachte im Moment nur daran dass er seinen Schlafanzug noch brauchte und irgendwann später dann Handtücher. Ihm doch egal wie oft Shin hin und her rennen musste ...
Die Wohnung war groß, wenngleich nicht allzu weitläufig sodass die wichtigen Bereiche schnell erreicht waren, es sollte sich also nicht allzu lange hinziehen und Ryou nachher noch verhungern oder ertrinken. Doch das, was er zur Bekämpfung der ersten Bedrohung gebracht bekam, senkte seine Laune drastisch. Es gab ganz andere und zugegeben auch schlimmere Sünden, Spaghetti auf Pizza oder Gemüse in Smoothies, aber wer war je auf die Idee gekommen, dass es doch super lecker wäre eine Ananasscheibe auf ein unschuldiges Toast zu klatschen?!
"Was ist das denn?", fragte er mit unverhohlenem Missfallen in der Stimme. Gut, nach drei Monaten von denen die Hälfte größtenteils Einlernen und Rehabilitation war, konnte er nicht erwarten dass Präferenzen schon eindeutig geklärt waren, regte sich aber trotzdem auf weil das hieß, dass er weiterhin hungern durfte. Ryou lehnte sich an den Wannenrand und presste missfallend die Lippen aufeinander, sah man bei dem Schaum zwar nicht, aber er verschränkte die Arme nach dem Abstellen der Teetasse auf dem Rand.
"Nimm das weg, was hat Obst auf einem Sandwich zu suchen!", regte er sich weiter auf, was immerhin half wacher zu werden, aber er hatte noch lange nicht genug Hunger um das auch nur zu probieren. War nicht Ryou der sich das ausgedacht hatte, und gerade im Labor wäre das als Snack vielleicht keine schlechte Idee gewesen, aber nein. Wollte er nicht, auch wenn Snacks und schnell herunterschlingbares Essen ihm nicht einmal widerstrebte, er aß durchaus Fast Food und Sachen bei denen Großvater sich gleich noch mal im Grab drehen würde in Anbetracht des Erbes asiatischer Esskultur. Aber bei Ananas auf Toast mit Käse und Remoulade auf Hot Dogs, da hörte es auf.
"Was kommt als nächstes, Meerrettich im Vanillepudding?!"
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Mi Aug 02, 2017 11:06 pm

Noch nicht einmal wirklich zurückgekehrt, kam der Blick des Gegenübers auch schon. Schnell war klar - auch ohne weitere Worte - dass es hier etwas gab, das missfiel. Selbstredend hatte sich Ryou dazu äußern müssen. Schwerwiegend... Überflüssig. Nervig. Natürlich schwieg er dazu und ertrug die Kritik und hoffte darauf, dass er sich von selbst wieder beruhigen würde.

"Eure... Erschöpfung benötigt zu dieser Zeit sicherlich kein Festmahl. Zumal es ungut für den Körper ist...." Er erwiderte ruhig und ließ das Essen stehen wo es war. Ein wenig schien er den Anderen necken zu wollen. Oder aber er meinte es tatsächlich ernst! Denn in der Tat klang er nicht wirklich untertänigst. "Solltet Ihr mit einem schweren Essen zu tun haben, werdet Ihr viel erschöpfter sein als zuvor." Nein, Ryou hatte nichts davon gesagt, dass er etwas reichhaltigeres wollte. Aber Shin schlussfolgerte es. Denn schließlich wollte er kein Obst auf Toast. Er wollte etwas essbares. Er wollte mehr, er wollte etwas füllendes. Aber das gab die Uhrzeit nicht her. Das gab die Arbeit nicht her. Aber er verlangte es. Also... was tun?

Während er darüber grübelte, legte er ein paar Handtücher bereit, die er tatsächlich mitgebracht hatte. Eines auf dem Boden ein anderes durchaus in Reichweite zur Wanne. So müsste es der Wissenschaftler erreichen können auch ohne große Anstrengungen. Und jeder wusste, dass nun größere Anstrengungen müssig sein könnten. Die bissigen Bemerkungen und zynischen Worte ließen Shin zusehends unberührt. Untypisch, wenn man betrachtete wie er bisher gespurt hatte. Aber Shin fühlte sich durchaus im Recht und meinte es gewiss nicht böse. Deshalb blieb er noch eine Weile standhaft und ließ den Badenden zappeln.

Außerdem hatte er die Nachtkleider für Ryou mitgebracht und sie waren wohl gefaltet auf einem Stuhl im Badezimmer gelegt worden. Die achtlos herum geschmissenen Sachen, hob er langsam eines nach dem anderen Stück auf und sammelte sie über seiner Schulter. "Und ein wenig Ordnung...", ließ er von sich flüsternd hören, sodass der Andere es zwar hören könnte, aber auch annehmen, dass er es nicht direkt an ihn gerichtet hätte. Aber der Satz blieb unvollständig als er näher kam und sich dem Tablett wieder zuwendete. Sein Blick blieb daraan hängen ohne den Gegenüber zu belästigen. Zumindest nicht mit seinen Augen. "Ihr solltet es probieren und Euch auf ein Frühstück freuen. Denn dies wird dazu führen, dass der neue Tag erfolgreich wird. Dies ist der Ausklang."

Ein durchaus gewagtes Spiel, das Shin nun einging. Aber der andere befand sich in einer Wanne. So fühlte er sich in einer gewissen Weise in Sicherheit. Er wusste, dass dies nicht von Dauer war. Er wusste, dass er vom anderen abhängig war. Er wusste, dass der Andere am längeren hebel saß. Aber er hatte sich aufgerichtet. Eine gekrümmte Haltung hatte er aufgegeben, um seinen Standpunkt deutlich werden zu lassen. Aber er war verletzbarer als zuvor, denn er ahnte, dass Ryou keineswegs ihn als Unterstützung ansehen würde... Nicht mehr nach diesem Satz, den er schon so langsam selbst bereute. Das zeigte nach einem Augenblick die Kehle, als er langsam schluckte, während sein Blick zusammenbrach und wieder auf das Tablett wich.
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Fr Aug 04, 2017 12:25 am

Es war tatsächlich nicht falsch davon auszugehen, dass Ryou sich  von allein wieder beruhigte, dies war nämlich in der Regel der Fall insbesondere wenn er seinen Frust und etwaige Verstimmung an jemandem auslassen konnte, zumindest das dürfte selbst nach recht kurzer Zusammengehörigkeit klar sein. Was nicht klappte, war auf Beschwichtigung zu hoffen wenn zusätzliches Öl ins Feuer zu kippen. Überhaupt war Ryou sich im ersten Moment sicher, sich verhört zu haben. Nie, nun ja, selten zuvor hatte er sich mit ernstlichen Widerworten auseinandersetzen müssen, überhaupt, wer sollte sich so eine Dreistigkeit schon erlauben? Gut, wenn dann ein Spross aus einer einst ebenbürtigen Familie, aber das war Shin gerade nicht. Shin war gerade derjenige, der Ryous knurrenden Magen nicht zu respektieren schien.
Für einen Moment wich die Wut einer Art verblüffter Entgeisterung, völlig egal ob Shin Recht hatte oder was Ryou hätte lieber essen wollen (das wusste er nämlich selber nicht, nur was er nicht wollte), aber er hatte doch gerade gesagt, was er wollte. Wieso also passierte es nicht? Sonst war ja alles da, Handtücher, Schlafsachen, selbst das Aufräumen klappte.

Dauerte nicht lange, bis trotz Erschöpfung, dröhnendem Kopf und gefährlich steigendem Blutdruck oder gerade deswegen die Irritation der Rage wich. Bevormunden lassen würde er sich garantiert nicht, selbst wenn in einem klaren Moment natürlich deutlich wäre, dass Shin nicht falsch dachte und sich sorgte. Im Augenblick aber war er der Inbegriff des Bösen, schon allein durch die Dreistigkeit, es zu wagen ihm auch nur gut gemeinte Widerworte entgegen zu werfen.
"Wie bitte?", zischte er halblaut, der Tonfall irgendwo zwischen vorwurfsvoll und gefährlich ruhig. Er hatte nur wenige Optionen, um darauf jetzt zu reagieren. Noch weniger, wenn er die wohlverdiente Wanne nicht verlassen wollte, um wahlweise stinksauer selber im Kühlschrank nach irgendwas ohne Ananas zu suchen. Oder wutschnaubend einfach hungrig ins Bett zu gehen, wobei diese Option noch nicht vom Tisch war, nur verschoben. Aber der Teller war da, Shin wirkte nicht als würde er diesen doch noch wegbringen, sodass das Ungetüm von kulinarischem Fauxpas dort jetzt stand. Ryou könnte es essen, ja, sterben würde er davon nicht. Aber er wollte nicht. Und es ging immer nach seinem Willen, wehe wenn nicht.
Mit einem Scheppern flog der Teller zu Boden und zersprang auf den Fliesen, wohl nur deshalb in eher weniger Teile, weil das Toast zuerst nach unten geklatscht war. Er würde es nicht essen, und jetzt konnte es auch niemand mehr von Ryou verlangen, nachdem er den Teller mit einem abrupten Schlag der Linken vom Tablett beseitigt hatte.

Die Lust am Baden war ihm auch halbwegs vergangen, allerdings weigerte Ryou sich auch das noch aufzugeben und blieb daher drin. Gab nur einen Grund, weshalb er nicht doch noch ausrastete und damit Shin gleich noch mitschuld machte für Kopfschmerzen, zu wenig Schlaf und schlechtes Wetter am Sonntag nach seinem 7. Geburtstag, wo sie wegen der Unwetter nicht in die Schwimmhalle gefahren waren. Ryou hatte Leute herumkommandiert, schon bevor er laufen konnte, und merkte, dass sein neuer und damit noch unerfahrener Wächter bereits wieder nachgab. Denn das beruhigte tatsächlich, nahm die Komponente der eigenen Unsicherheit weil er das auf jemand anderen schieben konnte, seine eigene Ansicht bestätigte und damit Recht behielt. Er schnaubte und sank zurück ins Wasser, lehnte sich an und schloss die Augen. Mal sehen, so gut kannte er sich mit Shin ebenfalls noch nicht aus, und würde noch ausprobieren wie weit dessen Selbstvorwürfe reichten, wenn seinetwegen nun Ryou hungrig ins Bett ging. Wenn der Black Sun-Erbe um vier Uhr nachts unbedingt eine riesige Sushirolle mit ganzem Truthahn gefüllt haben wollte, dann wollte er das. Punkt. Keine Widerworte.
"Du bist weder mein Arzt noch mein Vater."
, erwiderte er kühl, mied es auch den Jüngeren überhaupt anzusehen, wobei er diesen wohl dennoch als Amme entweder brauchte oder einfach missbrauchte und sich entsprechend aufregte, wenn das nicht klappte. Und spätestens der Unterton machte aus dieser Feststellung auch eher die Frage Was glaubst du eigentlich, wer du bist?
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Sa Aug 05, 2017 9:38 am

Das war er in der Tat nicht. Er war jener, der ihm ein Zuhause bot. Shin hatte eindeutig übertrieben. Der zerbrochene Teller am Boden, der sich nicht kreuzende Blick und der Tonfall verriet die Einstellung Ryous und es wurde Zeit dies zu beenden. Auf keinen Fall wollte Shin ihn verletzen oder das Gemüt weiter drücken. Dies war nicht seine Aufgabe... Sein Kopf sank tiefer, genau wie der Blick, der nach den Tellerscherben Ausschau hielt. Noch immer mit den Kleidern des Anderen über der Schultern, ging er auf beide Knie und begann langsam die Scherben zu sammeln un den Schmutz mit bloßen Händen aufzusammeln. Gewiss... seine Hände waren nun schmutzig und er durfte nichts anderes im Haus mehr berühren. Und für einen Augenblick verlor er kein weiteres Wort. Sein violettes Haar fiel ins Gesicht und auch dieses wurde nicht weggewischt.

Erst als er die Scherben und Rest aufgesammelt hatte und in den Handflächen vor sich trug, erhob er sich wieder. Noch immer schien er sich vor dem Anderen zu schämen für sein Benehmen und schlussendlich sagte er dann doch: "Verzeiht... Ich wollte Euch nicht verärgern." Zwar entschuldigte er sich für den Zustand, den er jetzt ausgerufen hatte, nicht aber für seine Worte. Dafür hatte er zuvor unmissverständlich klar gemacht, dass er alles so meinte, wie erwähnt. Aber der Ärger, der bei Ryou entstanden ist, fügte auch Shin Leid zu, da nach schwerer Arbeit das Bad zur Entspannung beitragen sollte, Shin aber daran Schuld trug, dass eben dies nicht geschah. So war er gezwungen das Beste daraus zu machen.

Niemand sollte gezwungen sein, hungernd schlafen zu gehen. Schon gar nicht hier, wo die Familie Akashio nicht gerade bettelarm war. Er selbst jedoch würde heute wohl nichts mehr zu sich nehmen. Hatte er sich dies nicht soeben selbst verspielt? Er machte eine Wende und verschwand schließlich aus dem Bad, sodass er den wütenden allein zurückließ. Nun aber war Eile angesagt, denn er musste etwas Neues zubereiten, und dies bevor der Hausherr aus der Wanne stieg und das Bett aufsuchen würde. Andernfalls würde der Ärger sich nicht legen...
Aber was konnte er so schnell bereiten, dass die Zeit genügte?
Die Reste weggeschmissen und die Hände gereinigt, öffnete er den Kühlschrank ohne zu wissen, dass er noch immer noch die Kleidung Ryous über Schulter trug. Sein Blick suchte schnell. Ein Baguette landete im Ofen, der sofort auf Temperatur hochfuhr. Aus der Pfanne am Herd brutzelte schnell das Öl und zwei Putensteaks, gesalzen und gepfeffert flogen hinein. Ab und zu gewendet, damit auch wirklich beide Seiten ansehnlich Braun wurden. Das Innere aber sollte zart bleiben.... Und das Beste daran. Alles ging furchtbar schnell. Er verzichtete auf Soße oder weitere Garnierungen. Ob es Ryous würdig war, wenn er das so tat? Es blieb keine Zeit für mehr... Und sicherlich gehörte Grünes auch nicht auf den Teller, wie eine Ananas auf einen Toast. Und so schnaubte er kurz, als er nach einigen Minuten des Garens das Fleisch aus der Pfanne holte und das Brot aus dem Ofen. Er Brach das etwa 30cm lange Baguette in der Mitte einmal durch und verzierte es am Rand des Tellers, in dessen Mitte auch die beiden Fleischscheiben landeten. Noch leicht brutzelte es daher, als er sich abermals auf den Weg machte es nach oben zu bringen.

In schwerer Hoffnung, dass er das Richtige tat und vor allem ach dass der Gegenüber noch immer die Wanne nicht verlassen hatte, kehrte Shin zurück.
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Sa Aug 05, 2017 4:37 pm

Das Einknicken des Mannes beschwichtigte Ryou, zumindest nach und nach. Er könnte sich andererseits auch aufregen, wie wenig an Stolz dieser einst so ehrwürdigen Familie noch übrig war. Aber gut, schon bevor Shin zu ihm gekommen war, hatte nicht mehr viel davon Bestand gehabt, es war nicht seine Aufgabe und auch nicht möglich, diese zu rehabilitieren, es blieb nur Shin. Ihm blieb nur Shin, und er würde diesem nicht alles durchgehen lassen. Was sollte er mit einem Bodyguard, der nicht einmal auf Grundbedürfnisse (und wählerische Essensgewohnheiten) achtete? Ryou sah nicht herüber, hörte aber wie die Scherben leise schabend vom Boden aufgehoben wurden. Das war alles, was eine ganze Weile zu hören war, und dann die leise Stimme.
Ryou schnaubte leise, aber er beruhigte sich tatsächlich. Auf diese Feinheit, dass er sich nicht für seine Worte sondern nur deren Wirkung entschuldigte, achtete Ryou auch nicht, solche Details entzogen sich seiner Aufmerksamkeit – was in diesem Fall half, damit der Konstrukteur sich wieder etwas abregte. War sowieso nicht gerade das Beste, müde und erschöpft von permanenten elektrischen Strömen, die seinen Kopf zermürbt hatten, auch noch maßregeln zu müssen. Gut, das war nur deshalb überhaupt nötig, weil Ryou unfähig war in sachlichem Ton mitzuteilen, dass er gegen ein überbackenes Toast ja gar nichts einzuwenden hatte, aber eben keine Ananas auf so etwas mochte, weil es seinem Gaumen zuwider war wenn Fruchtsäure und geschmolzenes Käsefett sich vereinten. Aber gut, für Erziehung war es bei Ryou selbst vermutlich viel zu spät und Shin hatte noch nicht wie sein Vorgänger den Dreh raus, wie man ihn dazu brachte alles für seine eigene tolle Idee zu halten.

Und dann verschwand Shin, nur kurz betrachtete Ryou seinen Rücken bevor sich die Tür schloss. Er brummelte leise vor sich hin und rutschte dann von seinem Sitzplatz herab um unter Wasser zu tauchen. Für einen Moment wurde es dumpf still, die Augen hielt er geschlossen wegen des Badezusatzes, aber genoss die allumfassende Wärme, die gerade seinem Kopf sehr gut tat. Ruhe... schöne Ruhe. Gut, er beruhigte sich, und tauchte irgendwann wieder auf mit klitschnassen Haaren, trug sie ja sonst anders aber glattgeleckt am Kopf klebend war gerade ganz angenehm. Zumindest deren Wäsche bekam er allein hin, angelte sich Shampoo und dachte für eine Weile an gar nichts, was auch nötig war. Ob Shin nun fortblieb oder wiederkam, er wusste es nicht, beides wäre möglich.
In der Regel blieb er im Wasser, bis sich die gröbsten Verspannungen lösten, brauchte die Auszeit auch und sah auch langsam nicht mehr ein sich aufregen zu sollen. Mittels der Fernbedienungsmöglichkeiten seiner Hand änderte er die Anzeige des Paneels – das Fenster war natürlich verschleiert, er badete privat, und die darin verborgene Technik erlaubte es das Bild zu verändern, in diesem Fall von schlicht grauem Hintergrund, vor dem Luftblasen aufstiegen zu einem nächtlichen Wald, gefiel ihm gerade besser und spendete mildes Licht eines imitierten Mondscheins. Den mittlerweile etwas abgekühlten Tee trank er ebenfalls leer, der dazugehörige Becher blieb unzerstört auf dem Wannenrand stehen und war dort auch noch, als nur halb unerwartet die Tür doch noch mal aufging. Viel Zeit konnte nicht vergangen sein, zehn Minuten, eine Viertelstunde vielleicht, und es erstaunte dann doch. Wusste Ryou gar nicht dass man so schnell Essen machen konnte, er war gewohnt dass es zu entsprechender Zeit schon fertig war und konnte deshalb nicht sagen, wie lange eine Zubereitung wirklich dauerte – und dass das frisch hergemacht sein musste, wusste er ja, sonst hätte Shin es ihm ja vorhin gleich bringen können als Alternative.

Zumindest Ryous Aufmerksamkeit hatte er zurück, und diesem war es auch herzlich egal, dass es in der Wanne schwierig wurde Fleisch zu schneiden oder ein Baguette aufzusäbeln – zwar konnte er durchaus hochmanierlich essen, aber im Privaten neigte er eher zu schnellem Herunterschlingen ungeachtet von schmierigen Fingern oder nicht mundgerecht geschnittenen Happen. Das war kein Kritikpunkt, und das was er bekam gefiel ihm weit besser. Ryou bedankte sich nicht, aber er nahm es an, und würde es auch emsig und ohne weiteren Kommentar essen, hatte ja wirklich Hunger und scherte sich nicht darum dass es noch heiß war, es schmeckte ihm und im Prinzip hatte er auch schon vergessen, wie sauer er gewesen war.
Nachdem der Teller leer war, stellte er diesen neben der leeren Tasse auf den Rand, tauchte noch mal kurz ab und stand dann in der Wanne auf, den Kopf kurz schüttelnd um die Haare von der gröbsten Nässe zu befreien.
"Du kannst für heute gehen.", sagte er ruhig und frei von der Missbilligung, die noch zuvor seine Stimme gezeichnet hatte, "Leg für morgen noch meine Uniform zurecht."
Er angelte nach einem Handtuch und rubbelte sich kurz ab, besaß aber den Anstand es sich um die Taille zu schlingen, bevor er aus der Wanne stieg.
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Sa Aug 05, 2017 9:17 pm

Man hätte wissen können, dass er direkt in der Wanne essen wollte. Und das Fleisch wurde so geschlungen, dass der Anstand dem Verlangen wich. Während der gesamten Zeit, in der die Nahrung nur Nahrung war, blieb Shin anwesend. Schweigend, starrend. Das potentielle Unheil, das Teller und Tasse am Wannenrand bescherte, musste entfernt werden. Und so sprang er förmlich, um -noch ehe der Andere etwas berühren konnte- Teller Und Tasse an sich zu nehmen.
"So gute Nacht", wünschte er dem Älteren noch, als er die Füße nebeneinander stellte und sich leicht verneigte. Es dauerte keinen weiteren Augenblick und Shin war aus der Tür. Als würde er sich auf einen Federband mehr als nur freuen. Nur leider war dies noch nicht der Fall. Er räumte die Wäsche weg, brachte das Geschirr in die Küche, und nahm Pfanne und Brett, welches er dann noch spülte. Er stellte alles in eine Maschine, die sich dann um den Rest kümmern sollte. Wenigstens musste Shin nicht richtig abwaschen. Das wäre nun zwar auch nicht mehr schlimm gewesen aber lästig. Der Andere hatte ihm heute Abend den Tag abermals neu versalzen, aber in seinem Kopf wusste er, dass er selbst an der Misere Schuld war. Und außerdem war dies doch auch kein anderer Tag wie der davor und der davor und der davor und so weiter...

Er atmete einmal tief durch, als er die Stufen hinauf sah, wo das Badezimmer und Herr Akashio versammelt waren. In der Tat könnte man meinen, dass die Beiden eins wären. Aber wer mochte es nicht sich bei einem heißen bad nach einem harten Tag zu entspannen? Ja, er selbst würde sich über eine Erfrischung freuen... Aber auch für dies war keine Zeit. Die 'Uniform' sollte noch zurecht gelegt werden und so geschah es. Er machte sich auf den Weg zu Ryous Zimmer, aber ob er es jetzt betreten sollte?

Er hielt einen Augenblick inne und schmunzelte in sich selbst hinein. Warum aber das Ganze? Eigentlich hatte er doch kaum etwas zu lachen... nicht wahr? Wenn Ryou seine Uniform verlangte, dann konnte es doch nur bedeuten, dass er am nächsten Tag nicht direkt beabsichtigen würde das Labor aufzusuchen. Ob er etwas plante? Hatte Shin einen Termin übersehen, den es zu beachten galt? Er überlegte weiter angestrengt, als er schließlich nach der weißen Uniform Ausschau hielt. Er legte sie auf einen tiefen Schrank ab. Säuberlich gefaltet, sodass es keine hässlichen Falten geben sollte. Die schwarzen Handschuhe daneben. Geschafft, oder?

Shin war froh, dass sich der Gegenüber wieder beruhigt hatte. Es bedeutete auch, dass dieser verzeihen und vergessen konnte. Dies war wichtig für Shin. Denn er selbst wusste doch nur allzu gut, dass er seine Fehler hatte... Besonders seit diesem Überfall... Nun betrat er endlich sein eigenes Zimmer. Und es dauerte nicht lange und er entledigte sich seines Hemdes. ERs wurde säuberlich über die Lehne eines Stuhls gelegt und er trat in die Mitte des Raumes, wo er Platz hatte. Oberkörperfrei griff er über seine Arme um den Zopf zu öffnen und die Haare fielen lang über den Schulterblätter. Er nieste kurz. Würde er krank? Wohl kaum.... Nun war es noch an der Zeit für einige Liegestütze und ein wenig weiteres Training für Arme und Bauch. Er musste doch in Form bleiben, wollte er seine Aufgabe für Herrn Akashio erfüllen. Und so hatte er endlich etwas Zeit für sich... Schon bald würde er zu Bett gehen, um sich dem nächsten Tag ergeben zu können.
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   So Aug 06, 2017 1:40 am

Man sollte es Ryou zwar nicht sagen, aber sonderlich unberechenbar war er eigentlich nicht. Die Frage war eigentlich nur wann er mal einen Ausraster hatte, und selbst das war reichlich vorhersehbar zumindest nach einer Weile der Praxis. Er sollte vielleicht ... nein, er konnte Shin derlei nicht durchgehen lassen, insbesondere in dieser Anfangsphase, wie bei einem neuen Werkstück waren die ersten Teile die Wichtigsten, wenn die Grundlage verpfuscht war, konnte daraus nichts werden. Und diesmal zeigte es Wirkung, die ihm gefiel, es brauchte nicht viel Tamtam damit er etwas aß. Die Balance zwischen schnell etwas futtern am Arbeiten und groß ausgelegten Geschäftsessen mit Fünfgängemenüs war halbwegs vorhanden und deshalb war es okay, er war halt Leader, aber entsprechend auch ein Mensch mit Zusätzen, und zwischen beiden Seiten sprang er genauso mühelos hin und her wie zwischen Rage und Ruhe. Momentan, im warmen Wasser mit Fleisch und Brot versorgt war aber alles wieder in Ordnung, Shin schien etwas übereifrig, was das Entfernen des schmutzigen Geschirrs anging, aber gut, war bestimmt das schlechte Gewissen. Aber war wirklich herrlich, was Gutes im Magen zu haben, weshalb er dazu nichts sagte und sich nur noch die Hände im Badewasser wusch, ehe es auch schon Zeit fürs Aussteigen wurde.
Auch die Verabschiedung war in Ordnung, weshalb Ryou dem anderen Mann kurz leicht zunickte und auch nichts weiter dazu sagte, wenigstens Manieren hatte er von Anfang an im Mindestmaß gehabt. Hatte ewig gedauert dessen Vorgänger beizubiegen, wann man sich wie verbeugte und wie man dabei nicht wie ein komplettes Trampel aussah. Konnte Shin schon, also alles gut, Ryou war imstande ins Bett zu gehen, um den letzten Rest an Erschöpfung und Kopfschmerz zu kurieren.

Ryou ließ sich Zeit beim Abtrocknen, hatte auch keine Lust seine Haare noch zu fönen und ließ einfach beim Zähneputzen das Handtuch drüber liegen. Seine Schlafkleidung war frisch, was ihm nicht auffiel, aber sicherlich wäre es das wenn das anders gewesen wäre, gähnte herzhaft und schlurfte irgendwann dann einfach barfuß in sein Schlafzimmer, das Bad ohne weitere Wartung zurücklassend. Im Prinzip war es ihm auch völlig schnuppe, was Shin tat, wenn er diesen nicht brauchte, ob er duschte, badete, alle Sachen benutzte die ja zur normalen Einrichtung gehörten, hatte sein Vorgänger auch gemacht. Durfte nur Ryous eigenen Tagesablauf nicht stören, aber würde sicherlich noch dauern, bis der Neue das wusste, würde vielleicht sogar einfach fragen.
Was war nur mit Shin heute los? Nur kurz dachte Ryou darüber nach, während er die zurechtgelegte Uniform inspizierte, aber nicht anrührte. Gut, er hatte sich auch schon mal aufgeregt, dass Shin nicht so dermaßen kuschen musste, dass es vollkommen ehrlos war, aber der Auftritt vorhin war nahezu bedrohlich gewesen. Nicht weil der junge Mann irgendwie aggressiv, sonderlich streng oder dergleichen gewesen wäre ... es war nur seine Haltung, der offene Blick, die unverhohlene Ehrlichkeit, so vollkommen untypisch für das, was sich bisher gezeigt hatte. Vielleicht war es die kurze Sorge gewesen, eventuell gar Erkenntnis, dass Ryou einen anderen gleich hoher Geburt, der sich auch dementsprechend benahm, nicht würde kontrollieren können, nicht einfach so. Er hatte also gar keine Wahl als so zu reagieren, um besagte Kontrolle nicht zu verlieren.
Diese Gedanken in einem Seufzen zusammenfassend ließ Ryou sich einfach frontal auf sein Bett fallen, machte sich nicht mal die Mühe den Morgenmantel abzulegen, den er über den Schlafsachen trug, deckte sich nicht zu, sondern drehte sich nur halb auf die Seite, um nicht im Kissen zu ersticken. Mit einer Handbewegung wurde es fast volkommen finster, nur ein weiterer virtueller Mond erhellte schwach den Raum, Ryou konnte völlige Schwärze nicht gut leiden. Nur wenige Gedankenfetzen schossen ihm noch durch den Kopf, blieben aber ungreifbar und letztlich schlief er binnen weniger Atemzüge einfach ein.

Da er sich keinen Wecker gestellt hatte und auch tatsächlich keinerlei relevante Termine heute anstanden außer einem Telefonat am Abend, schlief Ryou so lange tief und fest, bis er wieder Hunger kriegte. Was in Anbetracht seiner vorherigen Erschöpfung sicherlich zehn, elf Stunden brauchte, ehe er leise murrte und dann auf den Rücken rollte. Kalt war ihm auch ohne Decke nicht gewesen, nur etwas ungewohnt, und nach einem Gähnen rieb er sich über die Augen. Der Tag begann wie jeden Morgen, oder Mittag, er wollte nicht nachsehen gerade.
"SHIN!"
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   So Aug 06, 2017 10:22 am

Nach einer Weile der Anstrengung und des Trainings fiel auch Shin in sein Bett und behielt lediglich eine lange Stoffhose als Schlafanzug an. Wirklich essen konnte er nun nichts mehr und echten Hunger verspürte er auch nicht, als er an die Decke starrte, während das Licht herunter dimmte. Heute hatte er zum ersten Mal seit langem übertrieben. Zwar wollte er seine Meinung kundtun, aber er hätte nicht widersprechen sollten. Das war falsch und anmaßend gewesen gegenüber jenem, der ihn aufgenommen und versorgt hatte in einer Zeit, in der er selbst das nicht konnte. Und heute war er abhängig von dem geworden, das geboten war. Mit seinem gebrochenen Geiste konnte er nicht ins Militär zurück und wenn er genau darüber grübelte, hatte er hier alles, das man sich wünschen könnte.

Gedanken waren am Abend kurz vor dem Schlafen immer unangenehm. Denn sie störten ihn und erinnerten ihn daran, was im Leben falsch laufen konnte und zeigten ihn auch zu was er denn verkommen war. Schließlich wusste er genau - auch ohne den Blick Ryous, der ihm oft  das selbe verriet - dass er heute nicht mehr war als ein Rekrut, ein Bediensteter. Aber es gab da auch die guten Dinge im Leben, denn allmählich entdecke er an Herrn Akashio eine gute Seite. Zwar erwiderte dieser nicht mit einem 'Danke', aber es wurde sehr deutlich wenn er zufrieden war. Denn dann sagte er nichts und schwieg eine Weile. Manches fiel ihm nicht auf, wenn etwas in Ordnung war, aber Shin bemerkte die kleinen Reaktion des Anderen, die ihm schließlich halfen mit dem Mund stets über Wasser zu bleiben, wie tief auch immer er bereits gesunken war.

Die Augen geschlossen und deaktiviert, wurde alles schwarz um ihn herum und sein Verstand schaltete allmähliche in den Ruhezustand. Er schlief. Sicherlich kaum lange genug, um tatsächlich alles neuzustarten, sämtliche Gedanken zu verarbeiten oder auch nur den Morgen zu verpassen. Nach wenigen Stunden stand er auf, verließ das Zimmer mit einem Handtuch aus dem Schrank und begab sich zum Badezimmer, wo er dran war sich zu pflegen. Er duschte die Haare, seifte den Körper und achtete darauf, dass die mechanischen, elektronischen Teile nicht zerstört würden.Aber sicherlich hatte man bei der Herstellungen auf Details wie Wasserfestigkeit und ähnliches geachtet. Schon fiel der Blick wieder auf den ersetzten Arm und er öffnete die Handfläche, sodass das Shampoo ins Wasser der Wanne fiel. Schnell fing er sich wieder un beendete das Waschen, stieg aus der Wanne und rieb sich selbst ab. Das Handtuch um den Unterleib und die Haare getrocknet sowie gerichtet, band er sie wieder zu seinem gewohnten Zopf zusammen. Da er nicht genau wusste wann Ryou aufwachen würde, ging er doch davon aus, dass er heute hinaus wollte anstatt in das Labor, beeilte er sich nunmehr und verließ das Badezimmer in Richtung des eigenen. Dort angelangt bekleidete er sich mit Unterwäsche, einer schwarzen Stoffhose, einem weißen Gürtel und - ungewöhnlicher Weise - mit einem schwarzen Shirt. Man konnte so seinen kräftigen, menschlichen Arm erkennen, aber leider auch den mechanischen... Doch er war hier zu Hause. Er war nicht dort, wo es viele andere außer der Wissenschaftler hätten sehen können. Und mit Besuch rechnete Shin nun gar nicht.

Einen Augenblick später bereitete er das Frühstück zu. Ein Brötchen aber, würde er selbst essen.... Vielleicht auch zwei, hatte er am Vortrag doch die Lust am Essen verloren. Nun aber hatte er Hunger. Und das nicht zu knapp. Schon im Bad hatte der Bauch gemurrt und Anstalten gemacht, dass es Zeit für etwas wäre. Und bei dem Röstaroma und -duft konnte er auch nicht widerstehen. Marmelade, Heidelbeere und etwas Butter nutzte er um das Brötchen zu verfeinern. Er setzte sich an den Tisch und genoss die Mahlzeit, während sogar drei weitere Brötchen - lieber zu viele als zu wenige -  in einem Körbchen lagen. Auf einem Tablett lag Messer, Butter, Marmelade, Schinken und Käse bereit. Selbst etwas Honig war dabei, obwohl Shin noch nicht wusste, ob das eine gute Idee war, denn schließlich hatte Ryou im Tee keinen gewollt. Vielleicht war dieser von dem zähflüssigem Zucker nicht so angetan, wie er selbst? Nun ein weiteres Problem. Kaffee oder Tee... Da der aber gestern schon schwarzen Tee gab, sollte es das zur Abwechslung nicht heute zusätzlich serviert werden. Also kochte der violetthaarige Kaffee, servierte Milch und Zucker in Reinform auf dem Tisch. Er wollte das alles nicht in das Zimmer Ryous schleppen, und dieser sollte das auch gar nicht im eigenen Zimmer essen, denn er wusste wie viel Arbeit die Ordnung danach wieder machen würde. In der Küche konnte er schneller wischen und aufräumen. Es war nicht die Faulheit Shins, die da sprach, sondern der Gedanke daran, dass Ryou zu faul werden würde, wenn es nicht um seine Erfindungen und sein Labor ginge. Wohlgesprochen dass dieser es dort auch gerne übertreibe und alles andere um sich vergaß.

Eine ganze Weile war das nun her und Shin informierte sich um das Zeitgeschehen mittels einen Tablets in der Hand. Die Nachrichten zeigten einige ungewöhnliche Aktionen in Neovine, man schob es auf rebellische Truppen, aber da es noch nichts konkretes gab, ignorierte er dies auch weiterhin. Und schließlich ertörte der Ruf... Der Beginn eines neuen Tages lag nicht länger in der Hand der Tageszeit, sondern des Rufs aus einem Schlafzimmer. Shin sprang auf, legte das Tablet zur Seite, und wollte etwas Kaffee direkt mitbringen, doch dieser war inzwischen kalt... Verdammt. Er musste neuen machen. Aber dafür war nun keine Zeit mehr. Er musste also dafür sorgen, dass Ryou herunterkam. Bis dahin sollte neuer fertig sein. So begab er sich ohne Tablett, ohne Nahrung, ohne Getränk hinauf. Noch immer mit seinem kurzärmligen T-Shirt bekleidet und - erfreulicherweise - auch nichts bekleckert, stiefelte er hianuf und öffnete die Tür zu Ryous Zimmer. "Guten Morgen", ertönte seine tiefere Stimme und war da etwa ein leichtes Lächeln auf den Lippen des Anderen? Nun lag es an Akashio wie schnell dieses vergehen würde. Denn eigentlich ahnte Shin schon böses...
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   So Aug 06, 2017 3:20 pm

Ryou träumte nicht, oder nur noch sehr selten und das auch nur wenn er es gerade mal nicht so übertrieben hatte. Wer wusste schon, was für wenig relevante Nebeneffekte es hatte, Chips und Kontakte im Kopf zu haben, wenn das der einzige war ging es ja noch. Und dennoch, gerade unangenehme Gedanken ließen sich am Besten damit vermeiden, so ausgelaugt zu sein dass nichts weiter passierte außer fast instant einzuschlafen. Bisher war Ryou immer gut damit gefahren, würde aber durchaus verstehen wenn es bei anderen nicht so war, Shin zum Beispiel. Ryou war sich vollkommen im Klaren, dass es Dinge gab die er mit Prothesen nicht reparieren konnte, aber auch niemand anderem anvertrauen würde um möglicherweise etwas zu stabilisieren und zu fördern, was der Leader nicht gefördert sehen wollte. Das im Bad hatte ihm völlig gereicht, vielleicht sprach er mal selbst mit jemandem was da zu tun war. Denn vollständig zerstören, das wollte er auch nicht, zu kostbar selbst diese Form der Imperfektion. Was aber nichts an dessen Rolle im Gefüge änderte.
Natürlich war Shins Modifikation wasserdicht, was sie von der Jahre zurückliegenden Crow-Serie unterschied, bei der die Komponente dauerhafter Wasserfestigkeit massive Einschnitte in der Bewegung bedeutet hätte. Sie war aber auch nicht zu Schutzzwecken entwickelt worden, Shins Bauteile schon, und es wäre reichlich ungut, wenn ein Bodyguard nicht schwimmen könnte. Oder ohne Kurzschluss baden. Nicht dass Shin sich schlecht anstellte, für die ersten Monate eigentlich sogar sehr gut, aber mit Lob war man besser sparsam, sowohl bei Kindern als auch Bediensteten, das hatte Ryou recht früh gelernt.

Jetzt war er aber erst einmal wach, zumindest so halbwegs, schlief selbst meist so lange es möglich war und kriegte selten bis nie mit, was in der Zwischenzeit geschah, und Besuch hätte er Shin durchaus angekündigt und terminieren lassen. Erstens, um es selber nicht zu vergessen im privaten Bereich was ordentliches anzuziehen, und zweitens weil Shin die Genehmigung und Erlaubnis hatte, auch nur im Verdachtsfall zur Waffe zu greifen, insbesondere wenn jemand Unbekanntes, Unbefugtes im oder am Gebäude war. Ryou selbst kriegte ja nun wirklich nichts mit, wenn er erst mal eingeschlafen war.
Jetzt aber war er wach, hatte Hunger und eigentlich auch keinen rechten Anlass, jeden Tag erst mal nach Shin zu rufen, außer um zu gucken, ob dieser noch da war. Denn Essen im Bett ging gar nicht, außer er war krank, es gab nichts fürchterlicheres als Krümel im Bett oder Flecken im Laken. Es blieb auch kaum genug Zeit sich zu strecken und das Fensterpaneel zu morgendlicher Wiese zu ändern und damit Licht hereinzubringen, bevor Shin auch schon eintrat.
"Morgen.", brummte Ryou, "Wie spät ist es?"
Er setzte sich auf und fuhr sich mit der Hand durch das dank schlampiger Trocknung recht wirre Haar, schmatzte unziemlich und stand dann auf. Es fiel ihm am Rande durchaus auf, dass Shin heute was anderes trug als üblich, konnte er aber zuhause genauso machen wie Ryou selbst, zumal er es mochte sein Werk in Aktion zu sehen. Deshalb schnappte er sich im Vorbeigehen auch dessen Arm und drehte und wendete ihn ein paar mal inspizierend, mit prüfendem Blick. Sah gut aus, noch keine Schrammen oder Kratzer, aber es brachte Ryou darauf demnächst trotzdem einen Wartungscheck laufen zu lassen, nur aus Routine.

Dann ließ er den metallenen Arm einfach wieder los und ging noch immer Barfuß und in Schlafsachen nach unten, normalerweise zog er sich vorher an, wollte aber gewiss nicht riskieren gleich früh morgens seine Uniform zu versauen. Also lief er einfach so nach unten, wo es bereits nach lecker Frühstück roch, und ließ sich auf einen der Küchenstühle fallen. Als hätte es seit drei Tagen nichts gegeben zog er Brötchen und Belag zu sich heran, schnitt eines davon auf und bastelte sich erst ein Schinken-Käse-Brötchen, dann eins mit Marmelade noch bevor das erste überhaupt aufgegessen war.
"Zieh dir was anderes an, es geht nachher noch in die Stadt.", mahnte Ryou dann mit vollem Mund an, sobald ihm das wieder einfiel und er Shin sah.
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Di Aug 08, 2017 9:23 pm

"Bereits kurz vor zwölf," erwiderte er und nickte. Wer lange arbeitete, durfte sich lange ausruhen. So viel stand einmal fest. Aber er selbst würde kaum so lange schlafen können, wenn der Tag vorbeizog. Zu viel gab es zu erledigen am Tag, so viel zu erleben. Und wenn man schlief, träumte man nur. Nicht, dass dies nicht gut für den Angestellten war... Gerade in dieser Zeit.
Der Arme wurde gepackt und ruckig bewegt. Aber Shin ließ es geschehen, denn das Werk hier war das des Gegenübers und nicht das eigene. Und jeder wusste, dass er selbst nicht in der Lage die Wartung durchzuführen. Dafür fehlte es an Know How. Als der Arm fallen gelassen wurden, dämpfte Shin zwar etwas ab, aber ließ auch das geschehen. Es gab nichts, das er hätte heben oder nutzen müssen in diesem Augenblick. Und so folgte er dem Hausherren in einiger Entfernung und wurde schließlich dadurch belohnt, dass der Andere das bereitete Frühstück durchaus zu genießen schien. Es ward kein Lächeln, das seine Lippen aufsuchte, aber seine Gedanken freuten sich. An seinem blick wohl zu leicht zu erkennen, als er Ryou betrachtete und dabei stumm blieb. Eigentlich hätte er die Zeit besser nutzen können und aufräumen, oder weiteres... Aber er blieb einfach stehen und genoss den Moment des Friedens. Aber schließlich gab es schon die nächste Anweisung und Shin nickte eilig. "Gewiss..."

Dabei war so gar nichts gewiss. Was würde er vorhaben in der Stadt? gab es einen Anlass oder war es einfach nur ein Besuch, ein Zeitvertreib? Er blinzelte und machte ein Kehrtwende, als er sein Zimmer aufsuchen wollte. Noch während er einen Fuß vor den anderen setzte und sein Blick gen Boden ging, grübelte er... Sichtbar. Was sollte er tragen? Wenn der Andere seine uniform zurechtlegen ließ, dann sollte auch er sich entsprechendes suchen. Und so sollte es geschehen.
Er begab sich auf sein Zimmer und suchte seinen langen Mantel, ein langärmliges Shirt in langweiligem Schwarz, und eine dunkle Stoffhose. Selbst die Schuhe sollte später entsprechend gewählt werden. Nur der dünne Schal um den Hals war weiß und bewies einen Funken Eleganz, der noch blieb. Bedachte man nur was er einst war, so sah er heute gebrochener aus als je zuvor. Aber vielleicht konnte sich das eines guten Tages ändern. Und wer weiß. Vielleicht konnte er sogar von Akashio Ryou Hilfe erwarten.
Aber das lag in weiter Ferne, denn als er fertig war, begab er sich schnell wieder hinab, in Erwartung, dass der Andere noch immer aß. Den Mantel trug er über die Schulter, denn er wusste noch nicht so recht, wie kalt oder warm es heute werden würde. Dafür hatte er sich auch gar nicht interessiert, als er die Neuigkeiten des Tages gelesen hatte.

"Was habt ihr denn vor?" Die Frage kam spät und vielleicht auch unerwartet. Jetzt da die Kleider gewählt waren, sollte es eigentlich egal sein. Aber kam jetzt eine Antwort wie zum Beispiel, sie gingen zum Sport, so sollte er alles wechseln müssen... Wie unwahrscheinlich es auch immer war.
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Mi Aug 09, 2017 11:33 am

Diese Gleichung ging nur dann auf, wenn keine Termine dazwischen kamen oder etwas anderweitiges geplant war – zumindest etwas, das einen strengeren Zeitplan hatte als das, was in diesem Fall relevant war. Träumte man denn schlecht nach so einem Erlebnis? Ryou wusste es nicht, klang zwar nachvollziehbar, aber gab doch sicher schlimmeres als aus einem Traum zu erwachen mit nagelneuen Prototypen von Prothesen, oder? Danach gefragt hatte er aber nie, und würde es vermutlich auch nicht, wenn es keinen Anlass dazu gab.
Bis auf die wohl mal wieder notwendige Routinewartung fand Ryou aber nichts an dem Arm auszusetzen, nicht akut jedenfalls, allerdings hatten diese sich auch noch nicht wirklich auf Leben und Tod bewähren müssen. Zumindest nicht außerhalb von Testsimulationen, die ja bei jeder Reihe gemacht wurden, aber bislang hatte Shin sich noch nicht zwischen Ryou und einem Attentäter gesehen. Ein paar mal unterwegs aufpassen müssen, dass ihm niemand zu nahe kam, ja, aber das war höchstens nervtötend gewesen und keine Bedrohung

Am Wichtigsten aber jetzt erst einmal der Grund, wieso Ryou überhaupt aufgewacht war: er hatte Hunger und durchaus nichts dagegen, einen fertig gedeckten Tisch vorzufinden, bei dem ihm erst später auffiel, dass jegliches Getränk fehlte. Erst einmal musste jedoch der Energiepegel ein wenig angehoben werden, wozu zwei Brötchen geschmiert wurden – sogar eigenständig, weil es ihm im Moment noch egal war, was sich aber durchaus zur üblichen Untätigkeit im Verlauf des Tages noch ändern würde. Egal ob er viel unter Menschen oder völlig allein stundenlang im Labor gewesen war, mit fortschreitender Zeit sank die Selbstständigkeit, was Shin dann ausgleichen durfte.
Dass dieser sich im Stillen freute, fiel ihm nicht auf, und obwohl Ryou nichts gegen den derzeitigen Aufzug des Cyborgs hatte, würde er sich dennoch etwas anders herrichten müssen, wenn sie nachher aufbrachen. Wohin wusste Ryou zwar, hatte aber verpennt dass Shin es eben nicht wusste, dieser gehorchte aber und verschwand für eine Weile. Zeit in der Ryou feststellte, dass der Kaffee kalt war, er verzog das Gesicht und schob die Tasse weg. Fing ja gut an, er bekämpfte die Missbilligung mit dem Marmeladenbrötchen, dem Studium der Nachrichten auf dem liegen gebliebenen Tablet und hörte Shin bald schon zurück kommen. Nichts des Geschriebenen war wirklich von Interesse, und da er sich mittlerweile dran gewöhnt hatte, dass der Cyborg sich in der Regel kleidete als gingen sie zu einer Beerdigung, verwunderte dessen Aufmachung ihn nicht. Es war ja auch durchaus sehr praktisch, denn auf Schwarz sah man nicht sofort jeden Fleck, konnte besser Waffen verbergen, wirkte vor allem unauffälliger. Alles wirkte unauffällig neben einem in weiß mit Pelz dekorierten Konstruktionsmechaniker, der aber gerade noch mit vollem Mund und krümeligem Schlafanzug am Tisch hockte. Er guckte Shin einen Moment an als wäre dieser bescheuert, bis ihm auffiel dass er ja tatsächlich nicht gesagt hatte, wo es hingehen sollte. Ryou schluckte den Bissen herunter.
"Zur Arena.", erwiderte er, "Und wenn du schon dabei bist, bestell den Helikopter für in 20 Minuten, ich hab keinen Nerv zu fahren."
Natürlich fuhr Ryou nicht selbst, für so etwas gab es Chauffeure, aber die konnten nichts gegen Staus und nervtötendes Fußvolk auf der Straße ausrichten. Nichts legales zumindest. Also nahmen sie den Helikopter, gab nicht umsonst einen Landeplatz und Überdachung für die familieneigene Maschine auf dem Dach, aber der Pilot musste ja auch erstmal parat stehen. Ryou war nicht sonderlich oft in der Arena, die Idee das mal wieder zu machen war ihm gestern spontan gekommen. Wenn er mit einem Projekt nicht weiterkam, half es zuweilen wie sich Menschen und Maschinen in einem Kampf auf Leben und Tod begegneten, man konnte Bewegungen, Belastungen, eigentlich alles davon studieren. Vielleicht kam ihm eine Idee, bevor es langweilig wurde dem Kunstwerk aus Urinstinkten und brachialer Gewalt zuzusehen.
Ryou aß schnell auf und huschte dann ins Badezimmer, den Küchentisch unbeachtet so stehen lassend wie er eben war, und danach ins eigene Zimmer um sich anzuziehen. Dauerte bei der vollen Uniform immer etwas, aber innerhalb einer Viertelstunde war er inklusive Katana am Waffengurt bereit zum Aufbruch, es war nichts mehr zu sehen von etwas zerzaustem Morgenmuffel. Was auch gut so war, immerhin würden sie den privaten Bereich bald verlassen. Ihm egal ob der Helikopter schon bemannt war, er gab Shin zu verstehen, dass sie jetzt aufbrachen und nahm den Fahrstuhl aufs Dach. Aus nachvollziehbaren Gründen war der Flugeimer bei nicht Benutzung geschützt, auch konnte man innerhalb dieser Schutzvorrichtung, die sich wie ein Schildkrötenpanzer über dem Heli schloss, aus dem Fahrstuhl heraus einsteigen. Man wusste ja nie, wo die nächste Scamatonratte auf dem Dach lauerte, nicht wahr?
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Fr Aug 11, 2017 10:45 pm

Die Arena? Oh nein... Gewalt und sinnlose Zerstörungswut. Der Inbegriff der bösen menschlichen Natur. Warum sollten sich dies Leute mit Genuss ansehen? gut... Der Wissenschaftler hier wollte sicherlich dies nicht nur zum eigenen Zeitvertreib solch eine Entscheidung treffen... Auch das Studium gehörte dazu, nicht wahr? Die Augenbrauen des Cyborgs aber sanken tiefer. Er war nicht einverstanden und wollte wohl eher einen Park vorschlagen, damit man sich vor den langen Nächten im Labor die Beine vertreten könnte. Aber seine Idee würde nicht fruchten, denn es kam bereits die Order des Helis. Und so tat er es auch. Er trat zum Telefon und bestellte den Helikopter auf das Dach des Anwesens. "20 Minuten," betonte der Lilahaarige abermals, als ob der Andere an der Leitung auf mehr Zeit pochte. In der Tat musste ein Fluggerät erst bereitgestellt und ein Pilot gefunden werden. Aber da das Anwesen der Akashios durchaus ein Begriff schein, war kaum noch weitere Überredungskunst notwendig.

In der Zeit, in welcher sich der Hausherr umkleidete, räumte Shin die Küche auf und brachte sie wieder auf Vordermann. Das Geschirr sortiert und sämtliche Nahrung wieder säuberlich verstaut. Es sollte nicht verderben und das Geschirr sollte schon bald von selbst gereinigt sein, da die Küche gute autonome Funktionen besaß. Ein Traum einer jeden Hausfrau hätte man meinen können...
Nach einem weiteren Augenblick war Ryou auch schon auf dem Weg zum Aufzug und Shin folgte ohne jedes weitere Wort. Im Fahrstuhl selbst sollte wenig geschehen und oben auf dem Dach auch, da das Anwesen gute Schutzmechanismen besaß. Aber dennoch... Als sich die Aufzugstüren wieder öffneten, trat Shin zuerst hinaus, um die Lage zu erkunden und die Sicherheit zu gewährleisten. Und er wartete auf seinen Schützling, der den Hubschrauber bestellen ließ. Dieser stand bereit, die Rotorblätter drehten sich bereits und ein Luftzug verriet, dass er jederzeit abheben könnte.
Shin atmete einmal tief, da er noch immer damit haderte die Arena wirklich aufzuruhen. "Es werden viele Menschen anwesend sein...", kam schließlich über seine Lippen. Gerade laut genug, dass man ihn trotz der Umgebung hören sollte. "Und es wird laut sein... Unübersichtlich." Was Shin damit sagen wollte, lag wohl auf der Hand. Die Aufmerksamkeit des Bodyguards sollte sich wohl kaum der Kämpfe widmen, als mehr der Umgebung. Verdächtiges sollte eliminiert und Gefahren ausgemerzt werden. Aber ob das immer gelang? Auf der anderen Seite.... Niemand wusste, dass Ryou Akashio sich auf den Weg zur Aren machte... Außer vielleicht der Pilot... Oder?

Er trat vor Ryou an den Heli und öffnete die Seitentür und trat etwas zur Seite und machte dadurch Platz. Mit dem Metallarm deutete er einladen ins Innere. Schon bald sollten sie abheben... Und es war laut. Das mochte der Beschützer eigentlich auch nicht sonderlich gut... Also... Nun flink.
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BeitragThema: Re: Wohnung von Ryou (und Shin)   Sa Aug 12, 2017 7:21 pm

Ryou mochte die Arena, auch das damit verfolgte Prinzip war ... nun, effektiv. Wer dort landete hatte sowieso sein Leben verwirkt, egal ob alte und nutzlos gewordene Modelle oder Verbrecher, die man dort gegeneinander antreten ließ. Es gab nur zwei Optionen: entweder man starb, und dann sparte man sich einen teuren und riskanten Transport zu abgelegenen Schrotthalden beziehungsweise langwierige und teure Gefangenschaft bis zur Vollstreckung der Todesstrafe, oder aber man bewies sich. Gute Kämpfer oder so sture KI, dass man diese einfach nicht totkriegte, bekamen eine zweite Chance, wurden in die Outlands geschickt Kiheda und Scamaton töten, statt dass man gute Einheiten dafür verschleuderte. Die Arena war wie ein Sieb, unter welchem ein großer Schredder auf jene wartete, die zu schwach waren um ihre erbärmliche Existenz zu kämpfen. Die einzigen, die keine Chance auf Begnadigung hatten, waren besagte Widerständler und Terroristen, war immer ein riesiges Event, wenn einer von diesem Dreckspack in die Arena ging und genau wusste, dass es keinen Weg wieder hinaus gab außer eben in einem Leichensack. Und was ein Verstand, echt oder künstlich, zu leisten imstande war wenn es keinen anderen Ausweg mehr gab, lieferte viel für einen Konstrukteur an Inspiration.
Das Organisatorische gab er an Shin ab, was auch durchgeführt wurde, während er selbst sich gesellschaftsfähig machte. Wenigstens das kriegte Ryou in der Regel alleine hin und machte auch keinen Aufstand daraus, lediglich bei traditioneller Kleidung für familiäre Anlässe brauchte es kompliziertere Praktiken und damit auch unterstützung. Davon waren aber sowohl er als auch Shin bislang verschont geblieben, und der Ausflug heute allein sein Wille, keine Verpflichtung, diente aber natürlich mal wieder der Arbeit, was auch sonst.

Darauf wie die Küche aussah, achtete Ryou nicht, in Gedanken schon wieder völlig woanders und ehe man sich versah auch bereits im Fahrstuhl. Im Haus an sich mochte er sich frei bewegen, aber es war in den drei Monaten seit Shin dazu in der Lage war nicht ein mal vorgekommen, dass Ryou allein das Gebäude der Black Sun Lab. verlassen hatte. Der Fahrstuhl schnellte nach oben in Richtung Dach, und dort angekommen verließ Shin ihn zuerst, dieses Prozedere lief schon immer so und war für Ryou normal, dass er erst dann selbst den schützenden, winzigen Raum verließ, als Shin ihm dies als gute Idee signalisierte. Es war relativ frisch, was womöglich auch daran lag, dass der Hubschrauber bereits ziemlichen Wind machte, und ohne Umwege steuerte er das Transportmittel auch an.
"Zu vermuten.", stimmte er Shin zu, "Ich werde eine Loge bestellen lassen."
Das dürfte es für den Bodyguard deutlich einfacher machen, den Überblick zu bewahren, denn die Logen waren erstens separiert von anderen und nur Führungspersönlichkeiten der Raitas vorbehalten, als auch aus genau diesen Gründen vollverglast. Es war schon ein paar Mal passiert dassirgendwelche hirnrissigen Widerständler irgendwen hatten befreien wollen, der zu ihnen gehörte (Kiheda interessierte das seltsamerweise seltener), zwar vergeblich, aber mit dieser Gefahr auch durch Querschläger wollte man zumindest die Obrigkeit nicht behelligen.
"Warst du schon einmal dort?", fragte er Shin, während er an diesem vorbei in den Helikopter stieg und sich einen Platz aussuchte. Eine isolierte Transportmöglichkeit, und da man deshalb den Krach der Rotorblätter nicht so laut wahrnahm, brauchte er sich die Frisur auch nicht mit Kopfhörern ruinieren. Lediglich zum Piloten lehnte er sich kurz vor und wies ihn an, neben der Landeerlaubnis auch eine Reservierung für eine Loge einzuholen, dann konnte es losgehen.

Tbc: http://neovine-animerpg.forumieren.com/t250-kolloseum-rubin-arena + Shin
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