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 Nordbezirk | Down-City

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Zayan

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Sa Aug 12, 2017 12:41 am

Das ganze Chaos ergab eine asynchrone, verzerrte Melodie, die Zayan auch nach den ganzen Jahren bei den Kiheda nicht durchschauen konnte, er hörte sie zu selten und konnte, wenn sie denn erklang, in der Regel nicht darauf achten. Es war nun einmal nicht seine Aufgabe, zu zerstören, jedenfalls nicht primär, und wenn es dann mal geschah dass er absolut niemanden versorgen musste, weil alles Feinde waren ... außer einem, dem Zay jetzt nicht zu nahe kommen sollte und wollte. Was nicht hieß, dass er den Seneschall nicht warnte, ihm konnte in dieser Verfassung nur der Überblick fehlen – schon bei normalem Verstand wäre das schwer mit einer solchen Übermacht an Feinden, zumindest zahlentechnisch lagen sie massiv hinten und Zay zählte ja nicht mal als Kampfhilfe. Während der Blonde sich um die Dezimierung der Feinde kümmerte, erwehrte Zayan sich lediglich seiner künstlichen Nicht-Haut. Zwar mit so viel brachialer Gewalt, wie es einem modifizierten Heilungs-Androiden eben möglich war, aber hey. Ausnahmen bestätigten die Regel.
Der Seneschall hatte ausweichen können und das eine Helikoptergeschütz rauchte vor sich hin, schien zumindest nicht mehr feuerbereit, was die Lage nur marginal verbesserte. Doch gut, jetzt da der Blonde wieder auf Kurs war, kümmerte Zayan sich weiter ums Überleben. Er blieb in Bewegung, um wenigstens nicht völlig durchlöchert zu enden, und musste bald schon die Waffe wechseln, da die Munition seiner ausgeborgten Minikanone bald alle war. Er hatte es sich zur Aufgabe gemacht, hinter dem Seneschall aufzuräumen und alle Androiden und Cyborgs auszuschalten, die noch lebten oder potentiell noch etwas tun könnten, zu töten. So konnte er auch immer mal wieder eine neue Waffe greifen, damit klappte es ganz gut, sich zumindest die Nahkämpfer vom Hals zu halten und halbwegs Ruhe zu haben, sofern das hier möglich war.

Eine komische Schusswaffe hatte er gerade auch wieder weg gelegt, die so einen Heftigen Rückstoß hatte dass es ihn bei jedem Schuss erst mal drei Schritte nach hinten stolpern ließ. Aber sie war lustig, man traf nur nichts, weshalb er sich wieder ein handlicheres Modell besorgt hatte. Die letzten Wogen, die sich ohnehin auf den weit gefährlicheren Teilnehmer auf Kihedaseiten fokussierten, hatte er sich so weit möglich versteckt, einen zerfetzten Androidenkörper als eine Art Decke benutzt und von da aus gefeuert, bis der größte Trubel vorbei war. Erst dann schob er den schweren Metallkörper wieder von sich herunter, klopfte den Dreck von sich und guckte. Es war niemand mehr zu sehen, fast unheimlich still (wenn ein Androide so was wie Grusel hätte empfinden können) bis auf die entfernten Kamfgeräusche. Im Helikopter schien noch einiges zu tun zu sein, denn es blieb noch genug Zeit dass er zu seiner Jacke ging, sie ebenfalls abklopfte und wieder anzog. Noch immer hatte er eine vollautomatische Plasmawaffe in Besitz, nahm sie nach dem Anziehen der Jacke auch in die Hand und sah zum Helikopter zurück.
Erst jetzt tauchte der Seneschall wieder auf, allein, verletzt, aber noch ungebremst, was ihn durchaus zur Gefahr für Zay machen könnte. Der Griff um die Waffe festigte sich, er hob auch den Arm und zielte, um im Notfall die Schulterschienen zu zerstören, doch so weit kam es nicht. Die unlängst wieder graublauen Augen bemerkten den raschen Umschwung im System des Mannes fast so rasch wie dieser selbst, und mit dessen Sinkflug wich auch die Kälte wieder aus den Schaltkreisen Zayans. Keine Gefahr mehr, alles gut, er blinzelte und legte dann mit sich senkender Kanone den Kopf schief.
"Reines Epinephrin.", antwortete er direkt, völlig ignorierend dass der Mann jetzt höchstwahrscheinlich nichts davon kapierte. Er warf die Waffe zur Seite weg und hockte sich hin, den am Boden liegenden Körper inspizierend. Naja, das hätte schlimmer enden können. Er kramte eine weiteren Spritze aus seiner Bauchtasche, befüllte sie an einem kleinen Schlauch und setzte sie dem Seneschall am Oberarm, wiederum kommentarlos. Es war nur etwas zur Stabilisierung des Kreislaufs, den auslaugenden Wirkungen des Tiefs nach dem Hoch entgegenwirkend.
"So, komm.", sagte er dann und zog den Cyborg mit einiger Mühe hoch, duckte sich unter ihn und schaffte es irgendwie, die Arme über seine Schultern zu kriegen. Huckepack schaffte er nicht, aber so schleiften immerhin nur die Beine über den Boden, während Zayan sich mit ihm zurück zum Helikopter begab. Es war anstrengend, aber er schaffte es, ihn ins Cockpit zu bringen, wo der Pilotensessel sicher bequemer war als der Boden.
"Bin gleich da, nicht wegfliegen.", sagte er und schob dem Entkräfteten einen Schokoriegel in den Mund, bevor er noch mal nach draußen rannte und seinen Rucksack holte. Erst dann kehrte er zurück zu seinem Patienten, der erfolgreich überlebt hatte und diesmal auch nicht besonders ramponiert war, das ließ sich korrigieren.

Zurück im Cockpit schloss er hinter sich die entsprechende Tür und stellte die Tasche auf dem zweiten Sitz ab. Was würde er alles brauchen? Kompressen, Wundhaken, kleinere Verbände, Schmerzmittel. Eine Sedierung wäre in diesem Fall nicht nötig, aber er hielt dem Cyborg zwei längliche Tabletten hin.
"Schmerzmittel.", erklärte er, hielt es aber wegen des Charakterprofils besser eine Begründung zu liefern, "Damit die Wunden nicht so stören."
wäre ja ungünstig nicht mehr kämpfen zu können. Zayan fragte auch diesmal nicht lange, schob seine Ärmel zurück und tupfte erstmal das Blut von dessen Kopf, wo die Platzwunde vor sich hin suppte. War aber nicht tief, er warnte kurz wie befohlen vor, dass er sie jetzt desinfizierte, packte zwei Klammerpflaster drüber und dann ein großes Pflaster, damit kein Blut ihm ins Gesicht mehr lief und störte. Dank des Röntgenblicks konnte er auch ganz gut einschätzen, wie er die Versorgung priorisieren musste, der Mann war ja halbwegs noch fit wenngleich sicher erschöpft. Zay hockte sich also im Schneidersitz schräg vor dem Pilotensessel unter das Schaltpult und machte sich mit Magnetzange und Nadel an die Entfernung der Kugel im Kniebereich, damit er wieder allein laufen konnte, dann würden rein logisch die Schulter und dann die Flanken folgen. Unglaublich wie ein Mann allein seine Reserven an Flächenpflastern so dezimieren konnte.
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Nile the Blaze

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   So Aug 13, 2017 10:27 pm

,,Epiewas?", brummte Nile, den Kopf etwas zur Seite drehend, damit er hinauf zum Kleineren blicken konnte. Mit solchen medizinischen Fachgedöns konnte er nun echt nichts anfangen. Sah dabei zu, wie dieser sich zu ihm runterhockte und inspizierte. Ließ er ihn mal machen, war schließlich der Job des Kleinen. Wobei er sich inzwischen war, dass es sich um den Knirps um einen Schutzbefohlenen handelte. Wer sonst von der Kiheda könnte wen zusammenflicken? Entweder das oder Dinge kaputt machen. Beides können gab es nicht. Zudem wirkte dieser auf den Ashblonden nicht wie einen, der normal an der Front kämpfte. Aber da es ihn relativ wenig juckte, was andere anging, dachte er nicht weiter drüber nach. Stattdessen sah er mit an, wie ihm schon wieder eine Spritze reingerammt wurde. Fand er nicht ganz so prickelnd. ,,He! Was ist das?!" Er mochte es gar nicht, wenn etwas geschah oder ihm injiziert wurde, wovon er nicht wusste, was es ist. Doch da er direkt die Wirkung vernahm, einen stabilen Kreislauf, meckerte er nicht weiter.

War lustig mit anzusehen, wie der deutlich Schwächere versuchte, den relativ schweren Körper anzuheben. Musste sehr kräftezerrend sein. Würde ja selbst gehen, doch durch die Kugel im Knie konnte er sein Bein nicht knicken. Schöne scheiße. Aber das hochhieven war ja schonmal geschafft, dass tragen ging auch ohne weitere Turbulenzen von statten. Doch fiel ihm jetzt etwas auf. Der Körper seines Trägers war ziemlich hart. Mein Fall vor dem Kampf auf ihn, war ihm das gar nicht so aufgefallen. Und nicht hart, im Sinne von dürr oder muskelbepackt. Sondern hart, als läge er auf einem Brett. Oder auf Metall. ,,Eh, Knirps", setzte er somit an, blickte über dessen Schulter zu ihm. ,,Biste' ein Android?" Würde zumindest erklären, weshalb jemand so junges solche Arztkenntnisse besaß. Und würde auch so einiges erklären. . . wie, dass dieser null an Sarkasmus und Sprichwörtern schnallte.

Es war schon faszinierend zu sehen, wie viele Raitas und wie der Seneschall zur Strecke gebracht hatte. Vor allem, weil er sich echt nur schwammig bis gar nicht dran erinnern konnte. Auch, wenn seitdem nur wenige Minuten vergangen waren. Könnte er, würde er sich selbst auf die Schulter klopfen. Hatte er ganz toll gemacht. Zu schade, dass er sich nicht an die schmerzverzerrten Gesichter erinnern konnte, während sie verbrannt wurden. Wäre eine tolle Erinnerung gewesen. Doch fragte er sich so umso mehr, was genau ihm da gespritzt wurde. Dieser Zustand, denn er gehabt hatte. . . erinnerte ihn an etwas. Berserker, schoss es ihm nur durch den Kopf. Es erinnerte ihn an den Berserkermodus, von dem er schon gehört hatte. Unter anderem, weil sein wohl größter Rivale Yoru dies besaß. Könnte er kotzen. . . doch zeigte dies, dass der Kleine eine wirklich sehr nützliche Person war. Zumindest empfand Nile, dass dieser Zustand von zuvor an den berüchtigten Berserkermodus heranreichte. Vielleicht konnte er sich dies noch zu eigen machen.

Zugegeben, etwas froh war er, wo er sich auf dem recht bequemen Pilotensitz wiederfand. In diesem lehnte er sich auch erstes einmal zurück und entspannte sich. Bei den Worten des Schwarzschopfes wollte er noch etwas erwidern, wurde jedoch davon unterbrochen, nun Schokolade im Mund gestopft bekommen zu haben. Irritiert blinzelte er und schielte zu der braunen Süßigkeit, an welcher er dann auch knabberte. Auch, wenn er diese ziemlich süß fand, akzeptierte er es mal und aß sie. Wenn er schon gratis Futter bekam. Auch die Tatsache ignorierend, dass man normal als kleines Kind beigebracht bekommen hat, keine Süßigkeiten von Fremden anzunehmen. Dezent drauf geschissen. Nun ja, und er erhoffte sich, so schnell aufladen zu können. ,,Dass ich schon leer bin", brummte er, während er eine Hand anhob und versuchte, damit eine kleine Flamme zu produzieren. Bis auf ein kurzen aufflimmern geschah nichts. Ok, während seines blinden Kampfrauschen hat er schlecht kalkulieren können, wie viel Energie ihm noch verleibt. Davon abgesehen, da er eh nie dran dachte, wenn er gerade in Kampflust ist. Aber es war selten, dass er wirklich ausgeschöpft war. Hieß, es würde dauern, bis er wieder kampfbereit wäre. Ätzend. . .

Wo er wieder auf der Frontkamera den Kleinen herumlaufen sah, vielen ihm die Worte ein, die er beim Gehen an Nile gewendet hatte. Nicht wegfliegen. Mit dem Blick über die ganzen Bedien- und Kontrollelemente des Schaltpults gleitend, bildete sich ein diabolisches Grinsen auf seinen Lippen. ,,Hell, yes." Besser hätte es echt nicht laufen können. Dass seine Energie jetzt leer war, wirklich passend. Beziehungsweise kein großes Drama. Denn konnte er auch so das Schlachtfeld unsicher machen. Er saß auf dem Pilotenplatz eines verdammtes Kampfhelikopters! Ausgestattet mit scharfer Muntition und dem Gewicht, um locker eine Einheit platt zu quetschen. Genial! So müsste er nicht ruhen, sondern könnte einfach mit diesem tollen Teil weiterhin Raitas, Scamaton - vielleicht ausversehen Mal ein paar vor's Visier laufende Seneschalle - und Zivilsten hochjagen. Oh, war dies ein wundervoller Tag. Eins war klar. Er würde diese Maschine behalten. Konnte Timber dann dran basteln und ein noch genialeres Geschütz draus machen. Flammen- und Raketenwerfer wären genial. Und eine neue Lackierung. Bevorzugt schwarz mit roten Flammen drauf. Ach, die Möglichkeiten waren so groß.

Vollkommen begeistert von der Idee, legte er seinen Kopf in den Nacken und blickte grinsend zur Tür, wo sein lieber Stalker wieder zurück kam. ,,Eh, Kleiner!" Den Blick nicht von ihm wendend, sah er zu, wie dieser sich zu ihm begab. Gerade wollte er von seinem geplanten Vorhaben berichten, stoppte aber, wo ihm die Tabletten hingehalten wurden. Diese nahm er und betrachtete den Kleinen kurz. Dabei einen sarkastischen Kommentar verkneifend, dass er echt nicht gedacht hätte, die Schmerztabletten würden bei den Wunden helfen, griff er einfach wieder in die Kapuze und fischte sich eine Coladose raus - zwei Limos waren echt genug für einen Tag -, um damit die Tabletten runterzukriegen. Wo diesen runtergespült waren und sich um die Platzwunde gekümmert wurde, verkündete er grinsend seinen Plan: ,,Wir krall'n uns diese Maschine und jagen damit Sachen hoch! Werden die scheiß Regierungsfutzis blöd aus der Wäsche schauen, wenn eines ihrer eigenen Geschütze ihre eigenen Männer hochjagt!" Für ihn stand schonmal der Plan fest.

Weiterhin der Behandlung zusehend, inzwischen war sein Knie dran. Ihm war keineswegs entgangen, wie bei dem Röntgen die Augenfarbe des Kleinen wechselte. Dies betrachtete er skeptisch, sagte aber nichts dazu. War nur eine krasse Änderung, dieses blasse blau, im Gegensatz zum sonst so intensiven rot. Zudem fragte er sich, was dies bezweckte. Die dahinter steckende Fähigkeit. Denn war ein Farbwechsel ohne Sinn ja schon irgendwie - sinnfrei. Erstaunlicher Weise plötzlich ruhig, sah er erst kurz der Behandlung zu, beobachtete aber dann den Knirps. Er schwieg, bis ihm etwas in den Sinn kam. Nur grob, doch musste es stimmen. ,,Zayan, richtig?" Dies müsste er Name von ihm sein. Nile hatte sich damals in der Schlucht nach diesen erkundigt, doch durch die Sedierung schnell wieder vergessen. Doch jetzt meinte er, sich wieder an diesen erinnern zu können.

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Zayan

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Mo Aug 14, 2017 10:22 pm

Stimmt, wie unnötig etwas zu sagen, was der andere (Nicht-Arzt) vermutlich noch nie gehört hatte? Nun, aber er hatte gefragt was das eben gewesen war und hatte eine Antwort bekommen – Zayan wiederholte seine Erwiderung einfach noch mal, Epinephrin, vielleicht wäre es besser das aufzuschreiben? Gut, nicht die Aufgabe eines Ordensritters, wobei ein bisschen kaputtmachen jeder schaffte, sogar kleine Kinder machten Teller und Spielsachen zu Schrott und er könnte dem Seneschall ja erzählen was man alles mit einer Stoßstange machen konnte! Aber irgendwie interessierte ihn Medizin mehr – er fragte gleich noch mal was er da bekommen hatte, und bekam natürlich auch diesmal eine Antwort.
"Ein Antiarrhythmikum.", antwortete er daher ebenso schlicht, da es eine eigens für diese Extremsituation hergestellte Mischung handelte, nannte er nicht mal die Wirkungsklasse. Irgendwie hatte Zayan das Gefühl, der Seneschall verstand ihn sowieso nicht.... zumindest nicht in der Hinsicht. Wichtig war nur, dass diese geradezu tödliche Überdosis eines Stresshormons nicht dazu führte, dass sein Herz ins Stolpern geriet, sondern im Takt blieb, was dann natürlich auch den Kreislauf schön fit hielt.

Tragen musste er den Cyborg trotzdem selber und dieser war nun mal deutlich kräftiger als ein Android in Leichtbauweise. Und diesmal war er auch anscheinend beisammen genug, die richtige Erkenntnis aus der zwar nach Haut aussehenden, aber doch deutlich robusteren Oberfläche unter dünnem Stoff zu schlussfolgern, und Zayan nickte ohne den Kopf zu drehen, da er sich auf die Trümmer konzentrieren musste. Gar nicht so leicht wenn nur ein Auge per Definition sehen konnte.
"Ja.", fiel die wiederum sehr schlichte Antwort aus, ohne den schwerfälligen Schritt zu unterbrechen, sie sollten nicht hier auf offenem Feld stehen, so lange sein Patient nicht versorgt war. Der Helikopter bot genug Platz und auch einen bequemen Sitz, der dem Seneschall zuzusagen schien, und dort blieb er auch während Zayan einen Ausflug machte alle benötigten Sachen wieder einzusammeln. Waffen nahm er keine extra noch mit. Sein Patient war auch noch an Ort und Stelle, genau da wo er ihn zurück gelassen hatte, und schien sogar regelrecht fröhlich, so wie er den Kopf überstreckte und grinste. Hatte ihm wohl wirklich großen Spaß gemacht, aber die Versorgung ging vor.

Welche glorreichen Erkenntnisse und Pläne in seiner Abwesenheit zustande gekommen waren, hatte Zayan nicht mitbekommen und sich selbst lediglich einen groben Strukturplan im Kopf sowie eine Einkaufsliste erstellt, während er draußen herumstromerte und sein Bestes gab, nicht über Steine zu stolpern. Klappte auch, und mit seiner Rückkehr ins Cockpit machte er auch die Tür zu, musste ja nicht unnötig Dreck reinkommen, oder? Viel trinken, ja das war auch wichtig, weshalb er still hielt beim Angeln nach einer weiteren Getränkedose. Er fügte Nachschub auf der Einkaufsliste hinzu und legte dann leicht den Kopf schief, als der Seneschall enthusiastisch seinen Plan vortrug. Das klang gut, dabei würde er sich nicht so anstrengen und sie konnten den Gegner eine Weile täuschen, also nickte er eifrig.
"Das klingt sinnvoll. Können wir an einer Apotheke anhalten? Meine Pflaster sind bald alle.", fragte er in dem Zusammenhang gleich mal, danach konnte man die ja kaputt machen und die Versorgung mit Wichtigem stören, aber er wollte Pflaster. Für das Knie nicht, da reichte sowas nicht mehr aus, und mit Rucksack bewaffnet hockte Zay sich auch auf dem harten Metallboden hin, um diese Hinderlichkeit zuerst zu beheben. Erst einmal die Kugel raus, das beschädigte Fleisch und andere Material reinigen und dann so gut es ging keimfrei verschließen, besser er gab dem Seneschall nachher noch ein Antipyretikum, denn wenn sich das entzündete, könnte es böse ausgehen ... aber dafür war er ja da. Auch wenn spätestens die Desinfizierung ziepen würde.

Umso verwunderter sah der Android dann auf, zwar nicht irritiert davon, seinen Namen zu hören (denn sie waren ja alleine und der Name passte zu ihm, dem einzigen außer dem anderen Anwesenden), sondern von wem er ihn hörte. Er hatte ihn zwar gesagt, ja, der Seneschall war aber in nicht allzu prickelndem Zustand gewesen. Es wäre nicht verwunderlich gewesen, hätte er ihn vergessen. Hatte er aber nicht, und jemandes Namen zu kennen und ihn zu benutzen, war etwas gutes – also freute Zayan sich und nickte, kurz bei der Sauerei eines Einschuss-Nähens innehaltend. Nun ja, er hielt erst inne nachdem er sich beim halben Aufrichten vor Aufmerksamkeit mit Schmackes den Kopf unter dem Kontrollpult gestoßen hatte, was ihm aber nicht wehtat.
"Ja!", antwortete er, "Ich bin Zayan. So hat man mich zumindest genannt. Und du bist Nile >the Blaze<, Seneschall der Rocklands."
Diesmal hatte er nicht vergessen, den Scan zu benutzen, und wusste das deshalb jetzt. Mit einer winzigen Klinge aus seinem Daumen kappte Zay die Fäden und legte einen Wundverband um, gerade so viel wie nötig damit der Cyborg das Bein noch so gut möglich bewegen konnte. Zay krabbelte wieder unter dem Schaltpult vor, stand auf und zog sich die Maske vom Gesicht – diesmal notwendig, weil er über das Mikroskop im linken Auge genau herausfinden musste, welche Schäden die Kugel n der Schulter angerichtet hatte. Da es nichts wirklich Bedenkliches war und er weder Gelenkflüssigkeit noch Sonstiges analysieren konnte, erlosch das blaugraue Schimmern wieder und er machte sich wieder an die Arbeit. Kugel entfernen, Wunde säubern, zumachen.
"Kannst du so ein Ding fliegen?"
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Nile the Blaze

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Di Aug 15, 2017 8:49 pm

Auch mit dem nächsten medizinischen Begriff konnte der Seneschall nichtsmal annährend was anfangen. Wollte und brauchte er auch nicht, solange der Kleine wusste, was er da tat. Und für diesen war es auch besser so, ihn richtig zu behandeln, da Nile durchaus noch imstande war, den Knirps mit seinen Armschienen den Schädel einzurammen. Auch wenn dieser, wie soeben bestätigt wurde, ein Android war. Schädelknacken war eben seine Leidenschaft.
,,Ein Heilandroid, was?", setzte er die nächste Frage an, auch wenn sie sich eigentlich von selbst beantwortete. Erstens konnte er verarzten, zweitens war er nie im Leben ein Kampfandroid, so wie er damit kämpfte, den Größeren durch die Gegend zu tragen. Sonst wäre dies echt erbärmlich. Den Trottel, der dafür verantowrtlich gewesen wäre, sollte man dann echt irgendwo runterwerfen.

Zufrieden darüber, dass sein Vorhaben an Gehör und Bestätigung bekam, dachte er über die Frage nach, ob sie noch an einer Apotheke halten würden. ,,Können wir machen. . . wenn ich eine als solche erkenne, bevor ich sie hochjage", wurde gegrinst. Doch fand er es zugegeben gut, der Kleine schien mitzudenken. ,,Pack aber alles ein, was nützlich sein kann. Der Tag wird sich noch was ziehen. Ich will es in vollen Zügen auskosten, diese Idioten hier alle plattzumachen. Und da ich gründlich bin, wird es wohl was dauern." Gründlich im Sinne von 'einmal draufschießen und es gibt Flächenschaden, wuhu'. Breit grinsend lachte er in sich hinein, aus Vorfreude, diesen Kampfhelikopter durch die Straßen der Bezirke zu fliegen. Wobei sie ja im Nord- und Südbezirk bleiben sollen. . . ätzend. Aber gut, würde er diese zumindest ordentlich aufheizen. ,,Können ja den Frachtraum ausnutzen." Wäre schon amüsant, wie der ganze hintere Teil voller Verbände und so ist. Aber besser zu viel als zu wenig.

Der Kleine, welcher sich nun als Zayan bestätigte, schien schon ein Tollpatsch zu sein, so wie er sich den Schädel am Schaltpult anschlug. Sah witzig aus. Es wirkte so, als ob dieser sich freute, dass Nile ihn bei seinem Namen nannte, beziehungsweise sich an diesen erinnerte. Aber gebrauchen würde er diesen wohl nicht so oft. Er sprach Leute seltenst mit ihrem richtigen Namen an, sondern gab ihnen Spitznamen. Und bei Zayan würde es wohl in der Richtung 'Knirps', 'Kleiner' bleiben. Je nachdem, wie es sich ergab. Aber hey - der Zwerg wusste endlich, wen er vor sich hatte! ,,Korrekt. Hast aber lange gebraucht, um drauf zu kommen", wurde geknurrt. ,,Eigentlich sollte ich Dir dafür den Kopf abreißen. . ." Idee wurde aber verworfen, da er froh darüber war, die blöde Kugel aus seiner Kniekehle zu haben. Skeptisch fixierte er seinen Gegenüber. ,,Knirps, welchem Seneschall bist Du untergeordnet?" Egal wie die Antwort ausfallen würde, der Kleine hätte bei ihm verkackt. Außer, er gehörte zu den Rocklands. Doch wirkte und klang es nicht so. Da die Auswahl sonst noch auf Hastings, Kurosawa und Rakshan fiel. . . war es nicht so prickelnd.

Genau beobachtend, wie Zayan seine Maske abstriff und wieder die Augenfarbe wechselte, erkannte nun auch optisch, dass es sich hierbei um einen Androiden handelte. Wenn auch nur schwach, sah er die Rillen der einzelnen Metallplatten. Zugegeben, Nile war an den Fähigkeiten von diesem interessiert. Mal jemand, den man gebrauchen konnte - natürlich von seinen Komthuren abgesehen. . . von denen er mal stark hoffte, dass sie die High-City ordentlich aufmischten! Dies würde er ja dann wohl auch bei ihrem Rundflug sehen.
Froh darüber, auch nun wieder seinen Arm bewegen zu können, ohne auf die Gefahr hin, die Kugel weiter in sein Gelenk zu schieben, hob er bei der Frage leicht die Augenbraue. ,,Natürlich kann ICH sowas fliegen! Ich bin doch nicht dumm." Neben dem Talent auf alle Knöpfe zu drücken, bis etwas ging, hatte er tatsächlich schonmal Helikopter geflogen. Auch, wenn nicht unbedingt dieses Modell. Und auch nicht besonders lang. Meistens hat er sich so ein Ding gemoppst, kurz gestartet, was damit hochgejagt und es dann absichtlich abstürzen lassen. Doch natürlich ist er vorher mit einem Fallschirm rausgesprungen. ,,Ich kann es kaum abwarten, dieses Ding zu starten", grinst er breit, während er mit einer Hand über das Steuer glitt. ,,Was so ein dämlicher Raitas kann, kann ich schon lange!"

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Zayan

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Do Aug 17, 2017 9:42 am

Zayan hatte sich schon oft gefragt, wie all diese Leute so lange überlebten, ohne einen Funken Ahnung zu haben, was überhaupt in ihrem Körper passierte wenn sie kämpften, rannten, sich verletzten. Und da er nie eine Antwort fand oder bekam, blieb es ein Rätsel und er stellte sich die Frage dann einfach immer wieder. Im Stillen. Auch die Existenz als Heiler bestätigte er diesem in ebenso knapper Antwort, nicht dass Zayan atmen müsste und außer Puste wäre, aber Konzentrieren musste er sich dennoch.
Alles weitere würde ihm deutlich leichter fallen, da ihm die Heilerei ja nun wortwörtlich in den Schaltkreisen lag und so fest verankert wurde, dass selbst seine Ausmusterung und Verschrottung das nicht aus ihm herausbekommen hatte.
"Eine Apotheke erkennt man an diesem Kreuz oder dem Asklepiosstab am Gebäude.", erklärte er dann dem Seneschall, da dieser nicht wusste, woran man Apotheken erkannte, und nickte dann, "Ja gut, dann alles was nützlich ist. Wenn das noch lange dauern soll, wäre vielleicht auch ein anständiges Essen nicht schlecht?"
Er dachte dabei vor allem an seinen Patienten, Zucker hatten sie ja genug, aber das reichte ja nur um kurzfristig Reserven zu füllen, aber wenn das noch länger dauern sollte, wäre ein Steak mit Bratkartoffeln und Brokkoli vielleicht die bessere Wahl. Ob der Helikopter vielleicht in einen Drive-In passte? Dann müssten sie nicht aussteigen, das wäre wieder so eine Sauerei. Aber einen ganzen Frachtraum voll Medikamente und Verbände, das wäre toll! Das würde Zay auf jeden Fall versuchen und nickte wiederum eifrig.

Es war schon toll genug, dass der Seneschall in seinem damaligen Zustand überhaupt irgendwas gemerkt hatte, geschweige denn jemandes Namen, der in der Regel seine Visage mit einer Gasmaske verdeckte. Die Nähte hatten ihn verraten, oder? Ganz bestimmt die Nähte, aber dass der Blonde nicht davon ausging, den Namen überhaupt wieder zu benutzen, war nicht schlimm. Zayan hörte sowieso nicht, oder verpeilte einfach dass er gemeint war, oder hörte wenn jemand rief der gar nicht erst zum Verbündetenkreis gehörte ... alles schon passiert. Auch wenn seine andere, etwas unharmonischere KI längst gelernt hatte, dass er zwar Schutzbefohlener genannt wurde, aber öfter mit dem Tod aus eigenen Reihen bedroht als beschützt wurde. Kiheda eben, und seine gewöhnliche KI dachte darüber nicht nach, weil es deprimierend war. Und vielleicht ein klein bisschen einsam, aber das lag nur daran dass Samson nicht durch den Tunnel gepasst hatte. Und jetzt hatte er ja den Seneschall und durfte sich um diesen kümmern, was fast genauso prima war.
Dessen Knie war schnell versorgt und auch der Rest war nicht so dramatisch wie beim letzten Mal, Zayan bemühte sich das alles so zu deichseln, dass der Seneschall möglichst nicht behindert wurde, denn der Tag war noch nicht vorbei. Er reagierte nicht auf die halblaute Aussage des Kopf abreißens, es wäre unhöflich und weniger hilfreich, außerdem war das besser wenn nicht erneut sein Selbstschutz triggerte und er sich genötigt sah, dem Blonden eine Kanüle mit Nervengift ins Bein zu rammen. Stattdessen versorgte er dessen Schulter und nutzte ein großes Pflaster, da ein Verband ihn zu sehr gestört hätte.
"Seneschall Hastings der Borderlands.", antwortete er schlicht, hielt dann aber inne und dachte nach, "Aber wo der ist weiß ich nicht. In den Greenlands habe ich ihn zuletzt gesehen..."
Jetzt wo er drüber nachdachte, sehr seltsam. Aber der kam schon zurecht und Zayan auch, von daher strich er die Sorge wieder und machte sich an das Abdecken der ganzen Streifschüsse und Schrammen.

Aus medizinischer Sicht gab es keinen Grund, den Abflug heraus zu zögern, das was jetzt noch fehlte konnte er auch unterwegs machen - immerhin konnte der Seneschall das Teil fliegen, so sehr sollte es also nicht wackeln. Zayan konnte zwar Rettungshubschrauber fliegen, aber das hier war was anderes und vor allem moderneres als die Sachen vor zehn Jahren. Also nickte er.
"Dann los.", meinte der Android und setzte die Atemmaske wieder auf, sicherte seinen Stand und schnitt weiter in aller Ruhe passende Pflaster zurecht.
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Nile the Blaze

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   So Aug 20, 2017 12:30 am

Müsste Nile öfters mal machen. Sich bei einem anspruchsvollen Kampf einen Schutzbefohlenen anlachen, der sich stetig um die Wunden kümmerte. Doch dürften diese nicht so viel labern und nerven. Vor allem keine blöden Fragen stellen. Der Schwarzkopf war da echt noch grenzwertig. Wobei der Seneschall bestimmt schon jeden anderen hochgejagt hätte. Die Frage war wohl, warum er dies nicht längst getan hatte. Wahrscheinlich, weil er diesem durch die Rettung im Gebirge irgendwie dankbar war. . . zumindest könnte dies der Grund sein, weshalb sein Unterbewusstsein es schaffte, ihn davor zu zügeln, dem Knirps beide Augen wegzuflämmen. Säh bestimmt cool aus, wie die intensiv roten Augen von Flammen umgeben sind.
Dass Zayan mehr als offensichtlich keine Ironie verstand, würde den Blonden echt noch fertig machen. Und die feinsäuberlichen Erklärungen dazu. Seufzend wisch er sich genervt über das Gesicht. ,,NATÜRLICH WEIß ICH, WIE EINE APOTHEKE AUSSIEHT!" Einen Moment brauchte er noch, ehe er genervt stöhnte: ,,Das war Sarkasmus, man!" Wobei er bei dem Wort 'Asklepiosstab' erst gestutzt hatte, da er es nicht kannte. Doch konnte er durchaus kombinieren und wusste so, dass damit das Symbol gemeint war, welches er mehr als 'Schlange kriecht Vogelbecken hoch und will trinkende Vögelchen fressen'. Aber auch gut, wieder was gelernt. Vorausgesetzt, er behielt es. Zum Thema essen wollte er auch was sarkastischen raushauen, verkniff es aber. Es würde sowieso nicht verstanden werden. Daher murrte er ganz normal: ,,Für Essen bleibt keine Zeit. Außer, Du zauberst hier und jetzt irgendwo ein fünf Gänge Menü hervor. Wenn ich wieder aufgeladen bin, werde ich garantiert nicht erst essen gehen, wenn ich wieder Raitas vermöbeln kann. Ich esse wenn wir gewonnen haben, fertig."

,,Hastings!", wurde zornig geknurrt. Hatte er also von vornerein richtig gedacht. Nile hatte bereits vermutet, dass Zayan zum Pseudocowboy gehörte, wo er diesen bei anderen Borderlandskiheda gesehen hatte. Aber die Bestätigung dazu begeisterte ihn noch weniger. Doch so sehr der Kleine ihm gerade unsympatischer geworden war, so besänftigten ihn die nächsten Worte direkt wieder. ,,Verschwunden, hm? PHA! Soll der Kerl doch von einer Draimar Herde gekillt worden sein!", grinste er mit einem abwertenden Schnaufen. ,,Ich würde dann direkt 'ne Party geben!" Die Trottel der Green- und Wasteland noch dazu und der Ashblonde wäre wunschlos glücklich - ok, für fünf Minuten.

Wo der Kleinere ihm zusagte, sie können nun los, nickte Nile einmal. Stand aber plötzlich auf. ,,Zuvor", setzte er an und blickte sich um, auf der Suche nach etwas. Dies war auch bald gefunden. ,,Ah!" Mit festen Schritten, so, als besäß er nicht mal einen Kratzer, ging er zu einigen geschlossenen Fächern in der Wand. Das Fach, auf dem ein Fallschirm abgebildet war, öffnete er auch gleich. Zwei Falschirme entnehmend, klatschte er die Tür wieder liebevoll zu und ging zurück zu den Pilotenplätzen. ,,Sitz", kommentierte er, indem er Zayan auf den Sitz des Co-Piloten schubste und mit einem: ,,Anziehen", einen Fallschirm in die Hand drückte. Ignorierte dabei jegliche Aktion, die der Schutzbefohlene gerade vollzog. Seinen eigenen anziehend, ließ er sich wieder auf seinem Platz wieder. ,,Dann wollen wir die Kiste mal in die Luft bringen", wurde gegrinst. Aufgrund der hohen und ausgefeilten Technologie, brauchte es nicht viele Handgriffe, bis der Motor startete und die Maschine zum Abheben ansetzte. ,,Festhalten!", war die letzte Warnung, bevor er den Kampfhelikopter mit einem Ruck rasant in die Höhe zog. Bestimmt schneller, als es im Sinne des Erfinders vorgegeben war. Aber dafür war die Erschütterung so gut wie nichts. Doch war es wahrscheinlich besser so gewesen, Zayan hingesetzt zu haben, sonst würde womöglich nun irgendwo herumliegen.

Mit einem breiten Grinsen wand er seinen Blick zu seinem nunernannten Co-Piloten. ,,Ziel, nächste Apotheke, hm?"

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Zayan

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Mo Aug 21, 2017 4:11 pm

Warum auch nicht, immerhin waren Schutzbefohlene genau dazu da, um Verletzungen zu beheben und Kampfbereitschaft wieder herzustellen, und im Gegenzug passte jemand auf sie auf. So zumindest die Theorie, und Zayan machte es auch gern, egal ob Kiheda oder nicht. Es hätte genau so gut ein verletzter Raitas sein können, oder ein Scamaton, den er mit Samson in Sicherheit brachte. Es spielte keine Rolle, nicht für seine KI.
Der Seneschall wusste also doch, wie eine Apotheke aussah, sehr erfreulich, aber wieso wurde er denn laut? Zayan legte fragend den Kopf schief und versuchte zu verstehen, wieso Nile dann fürchtete versehentlich eine kaputt zu machen, da erklärte dieser das auch.
"Ach so.", sagte der Android, speicherte das ab um es später in Ruhe auf Anzeichen von Sarkasmus zu analysieren, und beließ es dabei. Hauptsache, der Blonde wusste wonach sie suchen mussten, aber dass er nicht essen wollte, konnte Zayan nicht gutheißen.
"Der Zeitverlust durch eine Mahlzeit ist durch den damit verbundenen langfristigen Energiegewinn gut auszugleichen und bedingt weniger Erschöpfungserscheinungen im Nachgang.", erklärte er ihm deshalb schlicht, "Der Verzicht darauf ist aus medizinischer Sicht nicht zu empfehlen - ein Fünf-Gänge-Menü ist nicht erforderlich und auch zu reichhaltig."
Es war wohl am Leichtesten, zu schauen ob er neben einer Apotheke was passendes fand, das aussah wie ein Fünf-Gänge-Menü, wenn Nile das haben wollte, auch wenn das Zayans Meinung nach zu viel war. Doch der Verbrauch des Seneschalls war anscheinend sehr hoch, da kam das vielleicht hin?

Und so wie es klang, mochte dieser Seneschall den anderen Seneschall nicht, was wiederum paradox für eine Vereinigung war, nicht untereinander kooperieren zu wollen - aber gut, sie passten ja auch nicht auf ihre Schutzbefohlenen auf, die meisten von ihnen nicht. Aber Zayan hatte bereits gespeichert, dass Nile verhindert hatte dass ihn ein Helikoptergeschütz zerfetzte, das zählte sehr wohl zum Beschützen. Egal ob das jetzt sein Seneschall oder ein anderer war. Das mit den Draimar und der Party begriff er auch nicht so recht, doch immerhin schien Nile nicht mehr böse oder schlecht gelaunt zu sein, also alles in Ordnung. Eher unwahrscheinlich, in einer Bar oder was das Gebäude dargestellt hatte eine Horde Mutanten anzutreffen. Samson passte in der Regel auf, niemanden zu treten, aber das galt vielleicht nicht für alle.
Dann stand der Blondschopf einfach auf, wobei, natürlich tat er das, die Funktion seines Beins war wiederhergestellt und er physisch in der Lage dazu, wieso also nicht? Aber was machte er denn da? Mitten im Cockpit stehend guckte er zu, wie der Mann irgendwas suchte und dann eine Klappe aufrupfte, um dort irgendwas herauszuholen. Na seltsam. Er kam zurück und ohne darüber nachzudenken oder Widerstand zu leisten ließ der Android sich auf den zweiten Sessel schubsen, blieb dort sitzen und nahm das komische Ding in Empfang. Da er nicht wusste, wie man das anziehen sollte, guckte Zay dem Seneschall zu, wie er das machte, und machte es ihm dann einfach nach, was gar nicht so schwer war. Sah ulkig aus und war ihm zu groß, hatte aber sicher seinen Grund - auf der Klappe war ein Fallschirm gewesen, hatte bestimmt was damit zu tun. Und so blieb er sitzen mit dem seltsamen Rucksack und sah zu, was der Blonde da machte. Seiner Aussage nach wollten sie losfliegen, also nickte der Android und hielt sich ein bisschen fest. Ruckte zwar kurz, aber die kraftvollen Rotoren brachten sie zügig weg vom Erdboden. Oder dem, was davon noch übrig war.
"Ja!", bestätigte er die Rückfrage und lehnte sich dann vor zum Kontrollpult, zu dem ja auch der eigentliche Copilot Zugriff hatte. Nach einigen Augenblicken fand Zayan, was er brauchte, und mittels des Anschlusses zum Auslesen von technischen Daten an seiner linken Hand klinkte er sich ins Intranet des Hubschraubers ein. Einen Moment passierte gar nichts, dann flackerte ein kleiner Monitor zwischen ihnen auf. Es sah aus wie ihre aktuelle Position in dem einstigen Straßennetz, bevor die Verwüstung hereingebrochen war, an der Seite liefen kurze Informationen in einer Laufleiste durch, vielleicht ja allgemeine Befehle für die Raitas in diesem Areal? Zayan guckte konzentriert und versuchte herauszufinden, auf welchen Knopf man drücken konnte, um vielleicht auch Sprachfrequenzen abzuhören...
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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Sa Aug 26, 2017 1:33 am

Nile verdrehte seine Augen, wo der Schwarzschopf weiterhin dazu drängte, er solle eine vernünftige Mahlzeit zu sich nehmen. Zugegeben, seine Argumente waren durchaus plausibel und nachvollziehbar. Es war schon beinahe verlockend, dass er dadurch mehr und länger Energie hätte. Und dieser würde wahrscheinlich so lange nachhaken, bis Nile zustimmte oder dem Kleinen den Kopf abriss. Dieser nahm seine Funktion als Schutzbefohlener wohl sehr ernst. Na ja, oder zumindest die darauf programmierte KI. Daher gab er für's erste knurrend nach: ,,MEINE FRESSE! Ist ja gut! Wenn Du direkt bei der Apotheke was essbares findest, nehme ich das eben. Da wird es bestimmt Vitaminriegel oder so 'n Driss geben. ABER!" Böse anfunkend hielt er seinen Zeigefinger direkt vor das Gesicht seines Gegenübers. ,,WEHE, es geht nicht schnell und es bringt nichts. VERSTANDEN?!" Wäre ja natürlich total praktisch, wäre direkt neben einer Apotheke ein Schnellimbiss, so man reinrennt, sich ein paar Sachen schnappt und wieder rausgeht. Doch das dies wirklich so sein würde. . . verdammt unwahrscheinlich.

Zumindest war Zayan soweit dressiert, dass dieser nicht widersprach und Folge leistete, wenn der Seneschall ihm etwas befahl. Machte die ganze Sache hier zumindest etwas einfacher. Schien sich sogar am Cybog zu orientieren, denn keineswegs war diesem entgangen, wie beobachtet wurde, wie man den Fallschirm anzog. Wo der Kleine diesen ebenfalls anhatte, musterte Nile diesen nur mit gehobener Augenbraue. ,,Schnall das Ding enger, so sieht das dermaßen beschissen aus. Und bringt Dir nichts, wenn Du im Freifall rausflutschst." Wobei ihn dieser Anblick köstlichst amüsieren würde. Er fragte sich, auf wie viele Stundenkilometer der Kleine beschleunigen könnte und wie der Androidenkörper nach diesem Sturz aussehen würde. So eine Art Härtetest.

Die Steuerung dieser Technologie war echt simpel, sodass es keine Probleme gab, die Maschine in der Luft zu halten und zu steuern. So konnte er auch halb drauf achten, was sein Co-Pilot so trieb. Aus dem Augenwinkel betrachtete er die Suche etwas, sah aber dann verwundert komplett zur Seite, als sich etwas ganz neues in das Sichtfeld bannte. Doch war schnell klar, um was es sich handelte, weshalb er sich direkt wieder abwandete. ,,Auf der Karte wird nicht zufällig 'ne Apotheke angezeigt?", murmelte er nebenbei, zwischen einige noch halbwegs stehenden Hochhäusern herumfliegend.

,,Halt mal das Steuer", sagte er direkt und nahm nur einen Augenblick später beide Hände vom Steuer. Grund dafür war, dass seine Armschienen beim Bewegen oft gegen das Kontrollpult stießen und dies nervte. Wollte ja nicht  ausversehen irgendwelche Köpfe drücken. Sehr schnell und flüssig senkte er die Arme und betätigte je im Inneren der Armschienen einen Schalter, woraufhin ein Klicken erklang und beide sich öffneten. Diese sakten wenige Zentimeter nach unten, zu Boden, wo er diese mit den Füßen vor sich unter den Kontrollpult schob, damit sie nicht während des Fluges durch's Cockpit flogen. Kurz richtete er seine Handschuhe, nahm aber dann wieder das Steuer an sich. Zumindest mit einer Hand. Mit der anderen betätigte er ein kleines Headset an seinem Ohr und gab, mit einer recht lauten und - absichtlich? - schlecht gelaunten Stimme, damit ihn auch ja jeder verstand, von sich: ,,Falls einer von Euch Flachpfeifen auf die Idee kommen sollte, auf Kampfhelikopter zu schießen. Dann macht es. Aber nicht auf das, was teils zerdellt und angeschnörkelt ist, mit zerbrochenen Fenstern und gearschtem Geschütz. DA SITZ ICH NÄMLICH DRIN! Also wenn Ihr es seht - BEWEGT EUREN SCHEIß ARSCH AUS MEINEM BLICKFELD, ODER ICH BALLER EUCH AB! Sagt das auch den anderen Pissnelken von Wüsten-, Pflanzen- und Erdkiheda, falls ihr welche seht. " Die wohl gut gemeinte Warnung des Ordensritter an seine Untergebene fand direkt anklang, da er teils schockierte, aber auch teils belustigte, Bestätigungen erhielt. Wissend, dass dies das netteste war, was Ihr Boss seit Tagen an sie gerichtet hatte. Anschließend nahm er wieder seine Hand vom Headset und konzentrierte sich darauf, den Heli abzuknallen, der gut hundert Meter weiter in ihr Sichtfeld gekommen war. Dieser stürzte auch nach wenigen Geschossen ab und knallte ins nächste Wohnhaus.

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Sa Aug 26, 2017 11:37 pm

Irgendwie gewöhnte Zayan sich langsam daran, dass scheinbar ohne Grund immer mal wieder Lärm aufkam, beziehungsweise der Seneschall laut wurde. Ein System dahinter hatte er noch nicht entdeckt, vermutete aber, dass es der Bekräftigung dienen sollte. Egal ob Positiv oder Negativ, in diesem Fall unterstrich es wohl seine Zustimmung, sehr schön! Wenn es also kein allzu großer Umweg war, wollte er was zu Essen haben, das war ein guter Kompromiss, da sie es ja auch eilig zu haben schienen. Wobei Vitaminriegel auch nicht das war, was der Mann bräuchte, war doch scheißegal, eine Banane würde ihm vielleicht helfen, keinen Skorbut zu kriegen, aber es brauchte Eiweiß, Kohlehydrate, am Besten Fleisch im Brot, das wäre ideal und schnell gegessen. Nur ob er so etwas fand..? Erst mal eine Apotheke finden, dann wusste er mehr.
"Verstanden!", erwiderte der Android, der durchaus merkte dass dem Seneschall etwas nicht ganz gefiel, schob es aber auf eben jene Eile. Das bekamen sie schon hin, aber erst mal musste er wohl etwas anderes anziehen, drüberziehen, enger ziehen. Zayan guckte kurz fragend, und schaute dann nach. Enger ziehen tat man sicher nicht an der Reißleine, also nahm er die losen Schnallen an der Seite und zog die Bänder fest. War zwar immernoch zu groß, aber beim dran zupfen wirkte es nicht so als würde er da gleich wieder rausrutschen. Wirklich ausprobieren, ob ein Sturz aus ihrer Flughöhe zu überleben war, oder überhaupt reichte um den Schirm zu spannen, wollte Zayan nicht testen, jetzt zumindest nicht.

Immerhin waren sie gerade erst abgehoben und nach einigen Momenten auch mit einer Umgebungskarte versehen, da wäre es doch doof gleich wieder abzustürzen. Etwas gegen diese Anzeige schien der Seneschall nicht zu haben, auch wenn man da bestimmt andere Programme oder Nachrichten laden könnte. Dass der Suche nach einer Apotheke aber so viel Priorität eingeräumt wurde, fand er toll, konzentrierte sich kurz, aber da war nichts einfach angezeigt. Also suchte Zayan kurz danach und scheiterte zwar, ein Navi anzuschalten, aber wenn er das richtig interpretierte würden jetzt solche Zielorte als roter Punkt aufblinken. Hoffentlich. Konnte auch sein dass er gerade alle Apothelen zum Ziel für Angriffe der Raitas gemacht hatte, aber who cares, sie brauchten ja bloß eine.
"Huh?", machte er dann, schnell das Verbindungskabel lösend und dann nach dem Steuer greifend, hatte ja sein eigenes und musste nicht hinüber hechten, um den Vogel in der Luft zu halten. Interessiert sah er dennoch zu (hatte ihm ja keiner gesagt dass er selber lenken sollte, nur das Steuer festhalten), dass man diese Armschienen abmachen konnte. Das hatte er nicht gewusst, wäre sicherlich besser für die Behandlung gewesen. Er speicherte sich diese Info ab und ließ dann wieder los, nachdem der Seneschall das Steuer wieder in den Händen hatte – diesmal mit weniger Ballast daran.

Im ersten Moment merkte Zayan nicht, dass der Blonde nicht bekloppt war und plötzlich mit sich selber redete, sondern wohl Funk benutzte. Toll, so was hätte er auch gern, um mit anderen Kiheda zu reden und so was, mal zu fragen wie es denen so ging, aber vielleicht hatten nur Seneschalle das. Wie dann Untergebene das hören sollten, war eine andere Geschichte, so weit dachte er nicht nach, sondern hörte zu und kicherte leise. Er hatte zwar nicht alles verstanden (gab es denn gelbe Nelken, dass man die Pissnelken nennen konnte, und wenn ja, durften Blumen bei der Kiheda mitmischen?), aber die Verbildlichung von Erdkiheda in seiner Vorstellung war lustig. Zumindest war seine auf Kinder zugeschnittene KI imstande, zu erkennen wenn etwas nicht zusammen passte, und entschied nach bestimmten Kriterien ob das lustig, bedrohlich oder Unfug war. In diesem Moment war es ulkig, also lachte der Android, es war zwar wieder ziemlich laut und mürrisch, aber vom Inhalt her warnte der Seneschall gerade die anderen, dass sie vor einem zerdellten Heli Achtgeben sollten und auf andere schießen. So wie der Blonde das jetzt selber auch machte, ein anderes Flugobjekt mit traumwandlerischer Sicherheit beschoss und damit aus dem Weg schnipste, gut so, da hinten blinkte unaufdringlich etwas Rotes auf der Map.
"Wir sind bald da.", teilte er diese Erkenntnis auch Nile mit und nutzte die Zeit, ein wenig was vom Süßkram seiner Taschen in den Hasenrucksack zu verfrachten, weil nach der Behandlung der Wunden dort etwas mehr Platz drin war. Was aber auch hieß, dass er kaum noch Verbandsreserven hatte ...
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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Mo Aug 28, 2017 1:29 am

Froh darüber, das Thema Essen nun geregelt zu haben, ging der Ashblonde auch nicht weiter drauf ein. Schließlich hatte er Zustimmung erhalten, da wollte und sollte er wohl vorerst nicht mehr meckern. Bevor ihm doch noch die Birne platzte. Zudem. . . wenn der Kleine ihm weiterhin mit Limo und dem Süßkram, welcher er mehr als offensichtlich bei sich trug, vollstopfen sollte, würde er wohl irgendwann im Laufe des Kampfes einen bunten Regenbogen auf's Feld kotzen. Oder an Überzuckerung krepieren. War schon eine große Umstellung, für den sich sonst fast nur mit Fleisch und Alkohol ernährenden Seneschall. Der wegen dem ganzen Geschwafel inzwischen nun wirklich Hunger verspürte. . .
Konnte dies aber damit retuschieren, indem er sich auf etwas konzentrierte. Und zwar darauf, dass der Fallschirm den Knirpses immer noch zu groß war. Diese waren wohl nicht auf so kleine Körper ausgerichtet. Konnte man ja auch irgendwo nachvollziehen. Denn würde die Raitas wohl nie im Leben - 155 cm? 160 cm? - große Cyborg einstellen und Androiden produzieren. Wären doch ein Witz im frontalen Kampf. Ja ok, vielleicht sollte er da gedanklich nicht so das Maul aufreißen. Zwar war er mit seinen 174 cm nicht klein, doch für seinen Rang, Autorität - geschweige denn Gleichaltrigen und Älteren - recht klein. Was seine beiden Komthure ihm auch regelmäßig unter die Nase hielten. Waren doch auch nicht viel größer. Unbewusst knurrte er leise, fing sich aber wieder.

Leicht fragend schielte er zu Zayan, wo er dessen Blick bemerkte. War es so faszinierend, einen stinknormalen Funkspruch rauszugeben? Wusste ja nicht, dass der Kleine kein Headset besaß, um gegebenenfalls Befehle zu erhalten oder selbst etwas zu übermitteln. Sogar der Rocklands Seneschall dachte dran, seinen Untergebenen solche Mittel vor einem Angriff mitzugeben. Ok, zugegeben, durch seine beiden Gedankenstützen, die das übernehmen würden, sollte er nicht dran denken. Würde ihm spätestens wieder dann einfallen, würde das kleine elektronische Gerät gewaltsam in sein Ohr gedrückt werden. Aber dies war wohl eine andere Geschichte. Während des sprechens war ihm keineswegs entgangen, wie der Schwarzschopf sich über die gesprochenen Worte amüsierte. Erst kichern und dann lachen. Also entweder rallte der Andorid kein bisschen, von dem, was der Orangeäugige da sprach oder er teilte seinen Humor. Wäre zumindest mal eine nette Abwechslung. Würde zumindest damit zusammen passen, als der Kleine begeistert applaudiert hatte, wo seine Komthure die Raitas plattgemacht hatten. Das Gesicht leicht zum Sitznachbarn wendend, betrachtete er diesen prüfend und genervt. ,,Was gibt's da zu lachen, man?"

Die Anmerkung, sie würden bald bei ihrem Ziel ankommen, kommentierte er nur mit einem zustimmenden Brummen. Abwechselnd nach vorne und zur Karte blickend, flog er geradewegs in Richtung des Punktes. Und desto näher sie diesem kamen, desto heiler und unbeschädigter war die Gegend. . . was konnten die anderen eigentlich? Musste der Ordensritter echt alles selbst machen. Das machte ihn unglaublich wütend. Veranlasste ihn auch dazu, als er einige Meter vor ihnen am Boden einen Trupp ausmachte, der definitiv Kiheda sein musste - dreckige Halbstarke, mit Monsterwummen - ansteuerte, sich das Pilotenheadset krallte und geradewegs hineinbrüllte: ,,WAS IST DARAN SO SCHWER, WAS KAPUTT ZU MACHEN?! RICHTET ENDLICH CHAOS AN, IHR INKOMPETENTEN ARSCHBEBURTEN!" Nile the Blaze. Liebreizende Spitznamen von ihm, jederzeit erhältlich. Trotz das der Trupp gut fünfzig Meter unter ihnen war, hatten sie es wohl volle Lautstärke gehört. Machten dann nämlich ihren Job und benutzten die schöne Bazooka mal richtig, als sich nur drauf abzustützen.

Schnaufend warf er das Headset in den Schoß seines Co's und flog weiter. Nur knapp hundert Meter weiter, da waren sie vor dem Zielgebäude angekommen. Wow, tatsächlich war in der Häuserkette eine Apotheke vertreten. Direkt vor blieb er in der Luft stehen und ging gerade hinunter, bis die Maschine stabil vor dem Eingang landete. Anscheinend hatte die Apotheke geschlossen. Die Gitter waren unten und die Lichter ausgeschaltet. Zu schade aber auch. Drückte er eben auf zwei Knöpfe. Ersterer änderte die Munition des Geschosses, zweiter lies diese losschießen. War nur ein kurzer Beschuss mit kleiner Munition, zeigte aber genug Wirkung. Das Schaufenster war komplett zersprungen, die Schutzgitter waren nun mehr durchlöchert, als heile. ,,Sind da", brummte er, nochmals auf den Kontrollpult herumtippend, um Frachtraum und die Tür vom Cockpit nach Außen zu öffnen. Aufstehend, sah er zum Kleinen, wand sich aber dann mit einem: ,,Beeilung", zum Ausgang und sprang direkt hinaus. Einen Meter weiter unten landete er auf den Beinen und bekam draußen direkt den entfernten Kampflärm und die Zerstörungsklänge mit. Herrlich. Nicht drauf achtenD, ob der Schutzbefohlene vielleicht Hilfe beim Aussteigen brauchte, stampfte er geradewegs zum kaputten Schaufenster. Dort griff er nach einem Stück Gitter und schob es was zur Seite, damit man durchgehen kann. Ein neuer Durchgang wurde geschaffen. Normal hätte er diese Stelle einfach weggesprengt - doch musste er ja noch aufladen.

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Mo Aug 28, 2017 5:09 pm

Auf Nicht-Androiden musste man wirklich aufpassen, nicht dass sie auch noch vergaßen zu essen und dann verhungerten oder krank wurden. Generell wich das Essverhalten der Leute immer sehr voneinander ab, abgesehen von der einen zuverlässigen Konstante,  dass niemand Krankenhausessen mochte. Aber sonst? Die einen aßen Fleisch, die anderen gar keine tierischen Sachen, wieder andere fast nur Süßes, dann gab es Leute die Süßes hassten, ganz merkwürdig. Sie hatten doch alle eine Zunge, wie es da so viele Unterschiede geben konnte war interessant und unergründlich. Niemand schien die Ernährungspyramide ernst zu nehmen, umso besser dass der Seneschall eingelenkt hatte. Jetzt musste Zay nur noch etwas für diesen finden, was ihm gefiel, schnell zu futtern war und vor allem langfristig Energie bereitstellte – zuerst aber Vorräte aufstocken. Im Notfall konnte er dem Blonden alles mit Nährstofflösung geben, aber das war eben nicht der natürliche Weg und auch eher für Notfälle gedacht, weniger für Faulheit oder Hektik. Für den Android waren das nun mal die wichtigsten Themen, für ihn galt die Priorität nicht, zu zerstören, das war nicht seine Aufgabe als Schutzbefohlener. Und für die gab es wohl bei Raitas keine Fallschirme, wenn mal was abstürzte, so ein unverantwortlicher Haufen. Es fühlte sich komisch an, aber lustig, fast wie eine Schwimmweste so groß wie es war.

Eine wirklich gute Geste mit den Headsets, Zay hätte bestimmt auch eins bekommen wenn er seinen Seneschall nicht schon bei der Anreise verschusselt hätte. Wäre ja auch doof, nicht zu wissen wo sein Schutzbefohlener war inmitten eines Kleinkriegsgebiets, und mit einem Hubschrauber war es auch viel leichter, alles kaputt zu machen. Und Zayan durfte mitfliegen, auch wenn er gar nichts kaputt machen müsste. Den Funkspruch, tja, er fand es lustig und gleichzeitig toll dass vorgewarnt wurde, wägte aber ab wie sinnvoll es war, einen Witz zu erklären. Prozess von Diskrepanz zwischen Aussage und Realität, der Verarbeitung als humoristische Anmerkung oder Verbildlichung – in diesem Falle Blumen mit Bazooka und Personifizierungen von Elementen -  und der daraus resultierenden Lautäußerung von Lachen. Bis er das dem Seneschall erklärt hatte, was es zu lachen gab, war dieser todsicher vor Hunger gestorben. Also zuckte der Android nur mit den Schultern und hörte auf zu lächeln. Das war einfacher als lange zu reden.
Das Gebiet, in das sie kamen, war noch recht intakt, und so viel hatte der Drapier schon verstanden als dass das nicht gewollt war, und da unten waren andere Kiheda. Wie schon ganz zu Beginn erinnerte Nile diese relativ direkt an ihre Aufgabe, vermutlich über Außenbordlautsprecher. Vermutlich deshalb, weil er laut genug Rief dass man ihn auch ohne Megafon und bei geschlossenem Cockpit gehört hätte. Keinen Moment später gaben sie sich auch wieder etwas mehr Mühe, und Zayan fing das Headset auf um es ordentlich wieder hinzulegen, vielleicht brauchten sie es noch mal.

Die Landung lief sogar relativ sanft ab, dafür dass sie sich erst kurz mit der Maschine in der Luft befunden und der Seneschall das vermutlich nicht geübt hatte. Es ruckelte kurz, und dann standen sie. Während der Blonde anscheinend galant die Tür öffnete, zog Zayan diesen Fallschirm wieder aus, da er ihn ziemlich behindern würde und Nile gesagt hatte, dass sie sich beeilen mussten. Ohne ging schneller, Zay ließ auch seinen Rucksack im Hubschrauber und sprang mit ein wenig Verspätung auch aus dem Hubschrauber. Der Boden war frei von Trümmern, noch, sodass er rennen konnte, denn Nile hatte die Tore bereits aufbekommen. Eine intakte Apotheke, yeah! Er huschte an dem Seneschall vorbei durch die Öffnung in das Verkaufsdingsbums, dabei das schrille Fiepsen einer Alarmanlage völlig ausblendend. Hier gab es bestimmt auch jede Menge Tüten, um das Zeug zu transportieren, Zayan wusste aber ganz genau, wo er zuerst hinwollte. Das gute Zeug wurde nie im Verkaufsraum aufbewahrt und niemals unverschlossen, weshalb der Drapier über den Tresen flankte und in das Hinterzimmer trat – nachdem er mit einem der Kassiererstühle die Tür eingeschlagen hatte, ließen die Herrschaften ja auch nicht unverschlossen. Er wollte den guten Kram, Opiate, Narkotika, das Zeug was man nur bekam wenn man den Kopf unterm Arm trug. Und nach dem durchwühlen einiger Schränke hatte er auch viele hochinteressante Errungenschaften, die in einen Jutebeutel von der Theke gestopft wurden – erst dann fing der Android an, reihenweise Regale leerzuräumen. Zuerst Verbände, Pflaster, Kühlakkus, Wärmeumschläge, danach jeweils eine Armbewegung voll aus allem was er zu fassen kriegte. Die Dichte an Apotheken in den Outlands, generell von Krankenhäusern, war eher begrenzt, und der Gedanke wirklich so viel an Medizin mirzunehmen, wie man tragen konnte, war grandios. Mit drei Beuteln vollbeladen stapfte Zayan dann erstmals zum Helikopter zurück, dem Seneschall nur kurz zuwendend.
"Darf ich noch mehr einpacken?", fragte er, das war zwar schon nicht schlecht, aber in den Heli passte noch viel mehr, er brauchte nur noch ein bisschen Zeit. Und nach was zu essen musste er auch noch gucken!
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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Sa Sep 02, 2017 8:09 pm

Wo Zayan nicht auf die Frage des Ashblonden einging, sondern sich abwand, gab er nur ein verächtliches Schauben von sich und konzentrierte sich wieder auf das fliegen. Er hasste es, wenn man ihm nicht antwortete, doch da er gerade keinerlei Lust und vor allem Zeit für hatte, dies zu intensivieren, lies er es dem Knirps mal durchgehen. Fragte sich jedoch, weshalb ihm nicht geantwortet wurde. Aus nötigem Respekt - und Angst - oder weil dieser selbst keine Lust drauf hatte? Oder es war etwas, was er an einem Androiden einfach nicht verstehen konnte.
Wo der Kleine an ihm vorbeiflutschte, hinein in die Apotheke, sah sich Nile derweil draußen um. Zumindest kurz. Wie erwartet, gab es direkt nebenan keinerlei Essensmöglichkeit. Wäre ja auch echt zu einfach gewesen. Und seltsam. Doch waren hier diverse andere Läden. Kleidungsgeschäfte, Drogerien, Elektromärkte. Sie schienen sich in einer Einkaufszone aufzuhalten, da hier keine Straße sondern ein riesiger Fußgänger weg war. Wohl sonst bunt und fröhlich beleuchtet. Doch flackerten die Lichter über ihm nur herum und schienen beschädigt. Offenbar hatte er mit dem Heli eine Stromleitung abgesäbelt. Wuppsi. War wohl doch nicht so sauber geflogen, wie es geschienen hatte. Nun ja, war ihm auch egal. So war zumindest etwas hier kaputt. Denn sonst gab es hier noch keine großen Auffälligkeiten, davon abgesehen, dass die Passage vollkommen leergefegt war. Keine Menschenseele war zu sehen. Wären ja auch dämlich, würden die bei einem Angriff herumrennen. Zumindest das schnallten die und versteckten sich.

Nun trat der Seneschall auch mal in die Apotheke ein. Wunderte sich kurz, wo sein Begleiter abgeblieben war, hörte ihn aber dann im Nebenraum herumwuseln, weshalb er sich dem direkt wieder abwand. Stattdessen widmete er sich etwas anderem. Dieser nervtötenden, schrillen Alarmanlage. Das hielt ja kein Mensch aus. Sich umsehend hoffte er, irgendeinen Kasten in der Wand dafür zu finden, doch war nichts ins Sicht. So ging er hinter den Verkaufstresen und blickte sich dort um. Dort gab es den regulären Alarmknopf, daneben ein Kasten. Sollte wohl der Schlüssel zum schrillen Lärm sein. So riß er diesen achtlos aus dem Holz und - der Alarm ging weiter. Brummend klatschte er den Kasten gegen die Wand und stand auf, sich dabei erneut umsehend und aus dem Verkaufsbereich tretend. Doch anstatt sich weiter auf die Suche fixieren zu können, huschte der Schwarzschopf auf dem Nebenraum, vollbepackt. Bei dessen Frage hob er die Augenbraue und sah ihm nach, wie er zum Heli ging. Bis zur provisorischen Eingangstür folgt er und sprach genervt: ,,Ist das alles, was Du in der Zeit erbeutet hast? Erbärmlich." Schnaufend fixierte er den Kleineren, wand sich aber dann ab und ging selbst in den Nebenraum. ,,Dauert bestimmt noch ewig, wenn Du das alleine machst!" Knurrend durchschritt er dieses Lager, auf der Suche nach einem großeren Transportmittel als die winzigen Tüten. Sonst würde das Befüllen echt noch dauern.

Am Ende des Lagers entdeckte er einige leere, große Kisten. Wahrscheinlich die, mit welchen die Ware immer geliefert wird. Ausgezeichnet, da passten pro Kiste gleich fünf Taschenfüllungen rein. Wo er eine Kiste hochhob, wurde ihm mehr offenbart, als nur ein freier Platz, welcher von der Kiste benutzt wurde. Hinter dieser entdeckte er zwei junge und einen älteren Apotheker, welche sich wohl hinter dem Kistenhaufen versteckt haben. Zitternd und sich aneinander festhaltend, sahen sie ängstlich zu dem Ordensritter hinauf. Diese betrachtete er nur ruhig. Dachte sich nur, was für ein erbärmliches Versteck sie sich gesucht haben. Ist ja nicht so, als hätten sie genug Zeit gehabt, um zum nächsten Schutzbunker zu rennen. . . Trottel. Am liebsten würde er sie killen oder gegen die Raitas als Geiseln nehmen. Wären aber auch praktisch - könnten beim Einpacken helfen. Lies er mal den Kleinen entscheiden, was sie mit denen machen sollten. Aus diesem Grund wand er sich diesem zu, falls er inzwischen dazugekommen war.

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   So Sep 03, 2017 1:15 am

Der Seneschall ließ es dabei bewenden, so wie Zayan auch. Es würde nur missverständlich werden, und außerdem erklärte man Witze nicht, dann waren sie nicht mehr lustig. Zumal der Seneschall den Witz ja gemacht hatte und jetzt nicht verstand, wieso Zayan lachte, das war gleich noch mal komplizierter und daher ließ er es besser bleiben.
Zu schade dass kein Mampf in unmittelbarer Nähe zu finden war, es war wirklich wichtig und sie hatten keine Zeit um groß zu suchen, das war weniger gut. Aber noch wichtiger waren die Mittel zur Versorgung, die dem Androiden langsam ausgingen, was wenn Nile sich noch mal verletzte oder verletzt wurde? Das Risiko dann nicht handlungsfähig zu sein war ihm zu groß und daher wurde erst einmal alles an teuren und seltenen Medikamenten separat eingesackt und dann alles was ihm unter die Metallfinger kam.

Nur dass das nicht besonders viel war, insbesondere nachdem er heute schon einen merklich größeren Seneschall herumgezerrt hatte und auch nicht gerade die beste Transportmethode gewählt hatte. Das Alarmgepiepse hatte trotzdem noch nicht aufgehört, und einem gescholtenen Kind gleich ließ er den Kopf hängen. Das ging wohl wirklich zu langsam, wenn der Seneschall schon so schimpfte, und während dieser sich bereiterklärte ihm zu helfen, rannte Zayan dann los und folgte ihm so gut möglich. Zurück im Verkaufsraum schnappte er sich wiederum einige der Taschen, da er das Problem ja nicht in der Transportmöglichkeit, sondern der Schnelligkeit vermittelt bekommen hatte. Also stopfte er weiterhin alles mit Verbänden, Pflastern, Medizin gegen Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, gegen Fieber, Durchfall, Sodbrennen, Wundsalben ... ach er nahm einfach von allem was mit und stellte dann die ganzen vollen Taschen erst mal in den Verkaufsraum. Wenn Nile half, ging das Tragen dann viel schneller, und da er diesen fragen wollte, ob er das machte, suchte Zayan ihn dann auch auf. Wo war er denn hin?
Er fand den Blonden dann am Ende des Lagers, seltsamerweise nicht allein. Erst einmal freute er sich, dass es viel größere Kisten gab, die voll waren mit bestimmt nützlichem Zeug, dann hielt er neben dem Seneschall an. Was ließ er die Leute denn leben? Ah, die Frage klärte sich nach etwas unsicherem Blick gen Seneschall – er wollte ihm wohl überlassen, ob die noch nützlich waren oder nicht. Zayan wog kurz ab und musterte die drei Menschen dann.
"Das sind jetzt meine Sachen.", teilte er ihnen mit und hockte sich vor einen der beiden jüngeren Menschen, der schon an der Wand saß und nicht weiter zurück weichen konnte. In aller Ruhe befüllte er eine Spritze aus seiner eigenen mobilen Bastelstation und jagte sie dem jungen Mann dann ins Bein.
"Rizin.", sagte Zayan dann ruhig, und der panischen Miene des Fremden nach zu urteilen wusste der genau, was das bedeutete, "Du gehst jetzt und holst Essen. Reichhaltig, mit Fleisch, nicht allzu fettig. Zehn Minuten, dann gebe ich dir ein Gegengift."
Es gab zwar kein fertig getestetes Mittel, aber man konnte dem Körper durchaus Zeit erkaufen das Gift auszuscheiden. Nur dass es injiziert viel schneller wirkte als bei Oralaufnahme, er gab dem armen Kerl maximal eine halbe Stunde, bis er aus allen Körperöffnungen zu bluten anfing.
"Na hopp!", forderte er den Mann auf und dieser rannte stolpernd hinaus. Hoffentlich ließ er sich nicht erschießen bevor er was zu essen fand. Dann fixierte der Android die andern beiden.
"Draußen steht ein Helikopter, stellt da alle Kisten rein und alle Taschen von draußen.", sagte er dann und warf einen Blick zum Seneschall, ob das okay war. Hatte ja keiner gesagt, dass man sie danach am Leben lassen musste, aber die Sachen wollte Zayan haben und es musste schnell gehen. Er machte auf dem Absatz kehrt und machte weitere Taschen mit dem Kram aus dem Verkaufsraum voll. Wenn jemand nicht gehorchte, war das ja nicht mehr Zayans Metier, da würde sich dann Nile sicher gern drum kümmern ... Hauptsache sie bekamen alles, was sie brauchten.
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Nile the Blaze

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Fr Sep 15, 2017 4:50 pm

Kurz nachdem Nile die drei Apotheker gefunden hatte und seinem neuen Assistenten entscheiden lassen wollte, was sie mit diesen tun sollten und ihn mit seinem Blick suchte, da kam er Kleine auch schon angetanzt. Davor hatte er ihn drüben noch herumwerkeln gehört, also war dieser wohl schnell hergeeilt, wo das Fehlen des Ordensritter bemerkt wurde. Prüfend sah er auf den Kleineren herab, welcher unsicher zu ihm auf blickte. Gespannt darüber, wie Zayan entscheiden würde, sprach er nichts, sondern wartete nur ab. Mal sehen, ob dieser seine Erwartungen halbwegs erfüllte oder total daneben schoss. Denn wollte Nile gerne wissen, ob dieser zu mehr zu gebrauchen und imstande war, als jemanden zu verarzten, sowie als ein schwächliches und naives Verhalten an den Tag zu legen.
Hätte der Ashblonde die Action mitbekommen, wo Zayan mit der Raitaswaffe herumgeschossen, Blechschädel und das Heligeschoss außer Gefecht gesetzt hat und seine Heilfähigkeiten zu mehr, als nur zum Heilen eingesetzt hat, wäre dieser vielleicht tatsächlich beeindruckt gewesen. Wobei, es brauchte vieles, um den jungen Seneschall beeindrucken zu können. Er hätte den Androidenjungen zumindest als noch nützlicher eingestuft, als er es ohnehin schon getan hat.

Vielleicht brachten die Raffinesse und die schon kaltblütig wirkenden Worte - was bei einem Androiden vielleicht auch nicht allzu schwer war -, welche an die drei Häufchen Elend gerichtet waren und schließlich noch herumgescheucht wurden, Nile dazu, etwas achtungsvoll die Augenbraue zu heben und dem Geschehen skeptisch zuzusehen. Kaum zu glauben, aber der Knirps hatte seine Erwachtungen bei Weiten übertroffen. Der dominante Ton und die Tatsache, dass er tatsächlich wen vergiftete. Das war. . . er wusste nicht, ob er es schockierend oder genial finden sollte. Vielleicht auch eine Mischung aus beiden. Daher erwiderte er den Blick Zayan's, wenn auch nur trocken und ruhig, und gab nur ein leichtes Nicken von sich, als Zeichen, dass es in Ordnung war. Er hätte ehr gedacht, Zayan würde sie normal darauf hinweisen, die Waren einzuräumen oder er hätte komplett den Seneschall mache lassen. Aber das. Das war echt cool. Dem Kleinen klopfte er einmal auf die Schulter, als Zeichen, was gut gemacht zu haben. Eigentlich unüblich für ihn, aber irgendwie war ihm danach. Doch würdigte er ihm dabei keines Blickes und schritt von Geschehen einige Schritte davon.

Sich umsehend dachte er nach. Brüllte die zwei verbleibenden Apotheker kurz an, dass sie auch nur 10 Minuten hätten, wie der Laufbursche. Und wo sie schon von Minuten sprachen, fragte er sich, wie viel Zeit inzwischen vergangen war, seitdem die beiden Kiheda zu zweit unterwegs sind. Wie viel Zeit vergangen war, seit er seine Energie aufgebraucht hat? Wäre schon gut zu wissen, wann er wieder kämpfen kann, sollten sie plötzlich angegriffen werden und es vorher nicht in den Heli schaffen. Es wäre nicht abwiegen, sollte plötzlich eine Einheit hier reinschneien. Hätten den geklauten Heli orten können oder der Giftheini ist heulend zur Raitas gerannt. Wer weiß das schon.
Den Blick erst auf seinen rechten Unterarm gerichtet, wo man bei genauem Hinsehen die versteckten Vorrichtungen zum Feuer erzeugen sehen konnte, wandete er seinen Kopf um, auf der Suche nach dem Schwarzhaarigen. Doch entdeckte er diesen nicht. Sich erst im Lager umsehend und eine der großen, vollen Kisten krallend, hörte er was im Verkaufsraum, in welchen er schließlich auch ging und den Kleinen beim Einpacken entdeckte. ,,Eh, Kleiner", setzte er an und schritt seinen Weg Richtung provisorischen Eingang fort. Leicht sah er dabei über die Schulter, um den Kleinen noch halbwegs fixieren zu können. ,,Wie lang sind wir schon unterwegs?" Im Gang inne haltend, drehte er sich um und ging zum Anderen, um ihn die Taschen abzunehmen, die er gerade noch vollgepackt hatte. Wenn er schon zum Heli ging, kann er die paar auch noch an sich nehmen. Musste man weniger laufen.

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Zayan

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   So Sep 17, 2017 2:45 pm

Schon seltsam, dass diese Leute überhaupt noch hier waren, aber gut, wer rechnete schon damit, dass die Kiheda eine Apotheke plünderten? Sie mussten sie für ziemlich doof halten, als durch und durch kämpferisches Grüppchen nicht auch für ihre Verwundeten Zeug zu scheffeln – wobei Zayan sich nicht sicher war, ob man das getan hätte, wenn er nicht einen Seneschall darum bäte. Immerhin war es sehr wichtig, dass dieser fit blieb, das gebot allein schon die Rangordnung und die damit verbundene Abstufung, auf wen man als Schutzbefohlener achten sollte. Während die eine KI das in Form gründlichster Versorgung umsetzte, hatte die andere den lädierten Mann zum Patienten ernannt, und als Patient würde der Android auf diesen genauso gut aufpassen wie sich selbst. Und sei es indem er ihm nicht im Weg stand. Es war wichtig, nützlich zu sein, das war Zayan bewusst, auch wenn er nicht gerade gern daran dachte, dass er schon mal einfach entsorgt wurde, weil er nicht mehr gewollt oder gebraucht wurde. Von daher hätte es ihn gefreut zu wissen, dass Nile ihn tatsächlich nicht zwingend würde loswerden wollen und er diesem eine Hilfe war!

Am  Wichtigsten war aber wirklich, dass dieser gesund blieb, so toll es auch war um sich zu schießen, weil man sonst nichts anderes konnte- Zay wusste dass das seine Hauptaufgabe war und dass er diese keinesfalls aus den Augen verlieren durfte, andernfalls wären ihm die drei Menschen nämlich wirklich ganz egal gewesen. Doch so gab es zwei Prämissen: Beeilen und was zu Essen besorgen, damit Nile wieder Kraft tanken konnte. Da Zayan wussste, dass die das nicht freiwillig tun würden ohne Überwachung, zwang er sie eben, und die dritte Prämisse war ja alles kaputtzumachen. Der eine musste Essen holen, und die anderen tragen helfen, dann wären sie schnell fertig und das war ja wichtig.
Der Android freute sich, zu dem Blonden aufsehend nachdem der eine Laufbursche weg war, da dieser zufrieden mit der Lösung der Situation schien und ihm sogar kurz die Schulter tätschelte, das hatte er so lange nicht gehabt, dass es angemessen war ihn kurz freudig anzustrahlen und dann selber wieder loszurennen, um mit dem Einpacken schnell fertig zu werden. Sah nicht so aus als hätte Nile überhaupt geguckt, aber das war kein Grund sich nicht offensichtlich zu freuen.

Während der Seneschall also den verbleibenden Menschenrest anschrie sich zu beeilen, packte Zayan noch alles ein was irgendwie nützlich wäre (Man wusste ja nie, wann ein Kiheda mal Verstopfung hatte) und stellte die Taschen so hin dass die drei größeren Leute sie wegtragen konnten – mehr oder minder freiwillig. Er freute sich weiterhin, behielt diese Grundstimmung bei und wuselte eifrig herum, genauso wie die Apotheker sich beeilten. Würde Zayan auch tun, immerhin würde Nile sonst böse. Dieser kam dann auch zu ihm, trug auch eine der Kisten wofür Zay sich auch noch mal bedankte, und folgte diesem dann, sich selber zwei Taschen greifend, weil der Blonde wohl was von ihm wollte. Der Android blinzelte leicht fragend  und überlegte dann.
„Meinst du seit wir von deinen beiden Begleitern weg sind?“, wollte er wissen, weil erst ab da ja wirklich von einem gemeinsamen Ausflug die Rede sein konnte. Nile korrigierte das, ah, nur seit dem Kampf gegen die Einheit aus dem Helikopter. Zayan dachte nach, während er die Taschen mittrug, überprüfte den Zeitstempel seiner Erinnerungen. Verladen von Nile drei Minuten, Wundversorgung zehn, Sachen holen zwei, Flug hierher sieben, und dann das Einbrechen und Einpacken jetzt noch mal zwölf Minuten bisher …
„Vierunddreißig Minuten.“, sagte er dann und hievte etwas wackelig die Taschen hoch in den Helikopter, wo ihm netterweise einer der Apotheker das Zeug abnahm und ordentlich wegstellte. Zayan sah sich um, hoffend dass vielleicht sein Rizinusgiftopfer mit was zu Essen wiederkam, und entdeckte dabei etwas seltsames an Niles Rücken. Was hatte er denn da für einen roten Punkt am …? Der Android schaltete ohne nachzudenken und stieß dem Cyborg mit Wucht gegen die Seite, hoffte dass die Kraft überhaupt reichte ihn vom Fleck zu bewegen, dass er keinen zu sicheren Stand hatte um einfach gegen ihn zu halten, Zayan wusste auch nicht was er hätte sagen müssen damit Nile sofort in Deckung ging – denn gefühlt war in ziemlicher Entfernung genau in diesem Moment ein Schuss zu hören. Scharfschützen!
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Nile the Blaze

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Mi Sep 27, 2017 9:35 pm

Nile war noch nie wirklich der Typ gewesen, der sich darum scherte, wie es anderen ging und ob er nett zu ihnen war, ob sie sich freuten oder nicht. Von ihm aus könnten alle anderen elendig dahinscheiden, es würde sich nicht mal ne Sekunde drum kümmern. Ausnahme bildeten hier vielleicht seine Komthure - was es natürlich niemals im Leben vor anderen und vor sich selbst eingestehen würde. Selbst bei seiner Familie, wo noch die Chance bestand, dass seine Geschwister noch lebten, würde er nicht mal mit der Wimper zucken, eine Feuerkugel auf sie zu schießen, sollten sie plötzlich vor ihm auftauchen. Woher dieser schon irre Hass und die Gleichgültig kam, war ja schon fragwürdig. Doch zeigte es wohl, dass man dem Seneschall lieber nicht auf den Zeiger gehen sollte. Und daher war es wohl nicht verwunderlich, dass er sich nicht drum kümmerte, wie der Android auf seine lobende Geste, welche schon ein Weltwunder bei ihm war, reagierte. Das freudige und strahlende Gesicht beachtete er nicht und nahm somit keinerlei Notiz von diesen Gefühlsregungen. Konnte sich eigentlich schon damit glücklich schätzen, dass der Ashblonde in seiner Gegenwart so nett war und ihn noch nicht gegrillt hatte. Genug Anlässe hatte es ja bereits gegeben, wo andere längst geflogen wären.

Die orangen Augen fixierten das Gesicht des Schwarzschopfes, welcher ihn zunächst fragend anblinzelte und überlegte, aber schließlich eine Gegenfrage stellte. Den Kopf leicht schüttelnd erwiderte er: ,,Nein, man. Seit dem Kampf mit der Doseneinheit." Seine Worte waren vielleicht nicht gerade nett, wenn man bedachte, dass es sich bei Zayan ebenfalls um einen Androiden handelte, er aber sichtlich schlecht von solchen sprach. Doch darüber machte er sich nichtmals annäherend Gedanken. Mehr beschäftigte ihn die Minuten, wo sie schon unterwegs waren. ,,Vierunddreißig? Hmpf!", schnaufend schob er die Kiste etwas in den Helikopter rein und legte die Taschen dazu, die er getragen hatte, nachdem der Kleinere dies ebenfalls getan hatte. Auch, wenn etwas wackelig. Dass dieser den deutlich größeren und schweren getragen hat, wunderte ihn schon etwas. Anschließend sah er sich wieder auf einen Unterarm. Hieß also, er war noch nicht ganz aufgeladen. Ärgerlich. Wie er es hasste, nicht voll einsatzbereit zu sein. Was er durch die Verletzungen jetzt so oder so war. Auch, wenn durch die herausragende Versorgung des Schutzbefohlenes nur gering bis gar nicht störend war.

Kurz sah er zu, wie der Apotheker im Helikopter alles schön entgegennahm und ordnete. War deutlich zu sehen, dass dieser fast in Panik vor Nervosität ausbrach, so unter den kontrollierendem Blick des Ordensritter. Dieser dachte aber mehr daran, ob es sich wirklich lohnte, so viel Zeit darin zu investieren und ob diese Menge an Artikeln nicht überflüssig war. Zwar konnte man nie genug davon haben, wenn man verletzt war - doch war es fragwürdig, dass alles für diesen Kampf hier nützlich war. Aber sagen tat er mal nichts. Schließlich hatte er einen Deal mit dem Kleinen - dass er sich daran hielt. . . Genervt wischte er sich über die Stirn und durch sein Haar. Wehe, es lohnt sich nicht. Wobei, vielleicht würde sich auch was gutes daraus ziehen. Er könnte sich gut vorstellen, dass Chrome dumm aus der Wäsche schauen würde, sollte er tatsächlich mit einem Helikopter mit Medikamenten vor dessen Nase aufkreuze! Haha! Auf diesen Gesichtsaudruck würde er sich freuen. Er konnte eben auch anders, als nur unkontrolliert herumzulaufen und rumzuschießen.

Seine Aufmerksamkeit galt aber schlagartig etwas ganz anderem. Sein Blick schellte zur Seite, sah ihm Augenwinkel, wie Zayan sich ganz schnell zu ihm bewegte und versuchte, umzuwerfen. Er ließ ihn tatsächlich gewähren, lockerte seinen Stand etwas und wand sich dem Androiden etwas zu, da er nicht wieder auf der Seite und auf dem Arm landen wollte. Eigentlich hätte er dagegengehalten und sogar abgewehrt, doch war er sich ziemlich sicher, dass es sich hierbei um einen Schutzversuch des Kleineren handelte, schließlich war er ja sein Patient. Der Schuss in der Ferne entging ihm dabei auch keineswegs und bestätigte seine Vermutung. Noch wo sie im Flug gen Boden waren, kam die Kugel bei ihnen an und wollte sich sich in das Metall des Helikopters bohren. Genau da, wo er noch vorher gestanden hatte. Zwar prallte diese nur am massiven Metall ab, doch bei Nile hätte sie sich wohl ins Fleisch gebohrt. Je nachdem, ob sie zwischen die Nervenbahnen gekommen wäre, noch weiter. Schon wieder landete er heute mit Wucht auf dem Rücken, doch machte ihm dies wenig aus, entlockte ihm nur ein leises aufkeuchen. Vor allem, da der Kleine noch zusätzliches Gewicht war, da Nile im Flug die Arme um diesen gelegt und was an sich gedrückt hatte. Jedoch nur, um sich mit ihm nach der Landung direkt unter den Helikopter rollen zu können.

Den knapp halben Meter großen Abstand, den der Helikopter vom Boden aus hatte, war klein genug, damit die Scharfschützen von Weiten nicht drunter schießen konnten und groß genug, dass sie drunterpassten, um sich zu verstecken. Dies war wirklich ideal. Unter der Maschine ließ er vom Kleinen ab und fluchte erstmal schnaufend vor sich hin. Verfluchte die Raitas und ihre Scharfschützen. Robbte etwas weiter voran, um sich einen Überblick über die Lage außerhalb zu machen, rutschte aber direkt wieder zurück, als wieder ein Schuss erklang und dort auf dem Boden aufkam, wo er noch zwei Sekunden zuvor herausgeguckt hatte. ,,Ach, scheiße!", knurrte er tief. So kam er nicht weiter. Er wusste nicht, wie viele Schützen sich da draußen befanden. Wo sie positioniert waren. Wie gut sie sind. Er würde bestimmt als Schweizer Käse enden, würde er aus dem Versteck hinausspringen, blind und ziellos. Das nächste Problem war - seine Ausrüstung lag noch unter dem Schaltpult. Somit war er auch kampftechnich etwas eingeschränkt. Genervt schnaufend und herumknurrend dachte er angestrengt nach. Was sollte er nun tun?

Da kam ihm etwas in den Sinn, was er nur einige Minuten zuvor gesehen hatte. Im Cockpit gesehen hatte, wo Zayan ihn behandelt hatte. Die Augen des Androiden hatten die Farben gewechselt. Ob er in diesen eine besondere Fähigkeit hatte? Seinen Kopf schnell zum Anderen drehend, hob er etwas seinen Zeigefinger an und deutete auf das rote Augenpaar. ,,Kannste' mit denen die Scharfschützen ausfindig machen?"

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BeitragThema: Re: Nordbezirk | Down-City   Do Sep 28, 2017 6:13 pm

Eine ziemlich selbstkritische Einstellung, Zayan jedenfalls fand den Seneschall etwas grummlig vielleicht, aber sonst doch ganz nett, er guckte zwar böse, aber hatte sowohl beim Verarzten als auch jetzt beim Beschaffen von Heilmitteln immer zugestimmt und half sogar mit, das war schließlich auch sehr nett, oder? Immerhin, und das hatte der Android nicht vergessen, hatte der Seneschall ihn heute schon vor nicht unbeträchtlichen Beschädigungen bewahrt, das war jetzt auch kein Grund, panisch wegzurennen.Vielleicht hatte er auch deshalb keine große Scheu diesem gegenüber, weil das seltsam wäre nachdem man schon in dessen Innereien rumgestochert hatte, und überhauüt, er war kein Mensch der so leicht einzuschüchtern war, kein Apotheker der mit dem Verladen von Ware versuchte, sein Leben zu retten. Oder mit dem heranschaffen von Futter.

Seit dem Kampf also, nein, das mit der Doseneinheit fasste er nicht negativ auf, zumal der Seneschall ja echt sowas wie Dosenwerfen mit den Raitas veranstaltet hatte.Wieso er aber die Antwort auf die Frage nicht so toll fand, wusste Zayan nicht, vierunddreißig Minuten war doch nicht viel, das hieß doch dass sie sich wie gewünscht sehr beeilt hatten, oder? Von der verbleibenden Ladezeit wusste Zayan schließlich nichts und wunderte sich daher nur kurz, bekam aber keine Erklärung und beließ es dabei. Irgendwas stimmte nicht, aber da der Seneschall nichts sagte, war es wohl kein medizinischer Notfall.
Und selbst wenn, sie waren jetzt für alle Eventualitäten ausgestattet und natürlich war das mehr als man akut brauchte, Zayan gönnte sich sogar die Zeit gleich ein paar Sachen in seinen Rucksack zu packen, da er es hasste nicht voll einsatzfähig zu sein, wenn Materialien fehlten. Also füllte er Verbände und Pflaster flugs nach, was gleich viel besser war – und notwendig, wenn man hier nicht mal ne Viertelstunde in Ruhe eine Apotheke leerräumen konnte, ohne beschossen zu werden. Also, nicht auf Zay, irgendwie schossen sie immer erstmal auf den Seneschall, was vielleicht vom Bedrohungsgrad her richtig, aber dennoch unhöflich war. Und außerdem konnte man den nicht so leicht wegschieben, selbst im Bestreben zu helfen, ihn anzugreifen wäre auch selten dämlich. Und irgendwie lagen sie heute ziemlich oft übereinander auf dem Boden, wie Zay auffiel nachdem es mal wieder so weit war. Immerhin lagen hier keine Trümmer herum wie voriges Mal, an denen der Seneschall sich verletzen könnte, und ehe man sich versah lagen sie bereits im Schatten unter dem Helikopter. Der Androide rollte noch etwas weiter, von Nile herunter der gerade schon schimpfte, um dessen Brustkorb nicht noch weiter zu belasten, auch sah er von hier aus sich hastig entfernende Beine, aber ihm doch jetzt egal ob diese Apotheker entkamen. Oder vielleicht auch erschossen wurden, nur schade dass das wohl hieß kein Futter für den Seneschall zu bekommen. Blöde Sache. Was machten sie denn jetzt?

Nile zeigte dann erst mal auf seine Augen, was Zayan kurz irritiert blinzeln ließ, was meinte er? Ach so, ob er mit den Funktionen feststellen konnte, wo ihre Angreifer waren, vielleicht waren es gar mehrere, und nicht nur auf der Seite wo Nile gerade rausgeguckt hatte. Mh, er hatte zwar Zoom, aber der war natürlich nicht auf Kampf ausgelegt, doch Nile hatte gar nichts in der Hinsicht wie es schien.
„Ich kanns versuchen.“, meinte er, ein wenig verärgert dass man sie einfach beim Einladen störte, und drehte sich auf den Bauch. Er war klein genug um sich auch unter dem Helikopter halbwegs aufzustützen und krabbelte nach vorn, in Richtung der Nase der Flugmaschine. Alerdings kam er nicht weit, keine zwei Bewegungen nach vorn später erklang ein dumpfes Geräusch als würde Metall auf Metall treffen, etwas fiel auf den Boden neben dem Helikopter. Bedrohliches Zischen veranlasste Zayan, sofort mit leisem Fluchen zurück zu krabbeln, noch in der Bewegung zog er sich die Maske ab und drückte sie dem Seneschall aufs Gesicht – denn es würde ihn doch sehr wundern wenn das nur eine Rauchbombe wäre, die ja keinen Effekt hätte, außer den Schützen die Sicht zu behindern. Der erste Atemzug des schlagartig ausströmenden, gräulichen Dunsts verriet, dass Zayan Recht hatte, und ließ erst die Atemmaske los als er die Bänder für Niles Kopf passend gestellt und ihm umgelegt hatte, damit er sie nicht versehentlich verlor. Ihm selbst machte das Gift nichts aus, verseuchte nur das Filtersystem, aber das ließ sich beheben, toter Seneschall wegen Nervengifts nicht.
Ohne weiter drüber nachzudenken rollte Zayan seitlich unter dem Helikopter hervor, der Qualm war zwar nicht dicht genug für einen richtigen Sichtschutz, aber jetzt wäre der passende Moment um zu versuchen in den Helikopter zu kommen, mit der noch intakten Kanone wäre es leicht sich der Schützen zu erwehren!
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